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Mit Sambarhythmen gegen die falsche Politik
Pro-IGS-Bothel bei Großdemonstration in Hannover
10.000 Demonstranten gingen in Hannover gegen die Gesamtschulpolitik der Landesregierung auf die Straße – unter ihnen auch Mitglieder von Pro-IGS-Bothel
Bothel/Hannover. (r). "Kein Turbo-Abitur an Gesamtschulen!“ Mit dieser Forderung zogen jetzt mehr als 10.000 Demonstranten durch Hannovers Innenstadt und brachten ihren Protest gegen die Gesamtschulpolitik der niedersächsischen Landesregierung zum Ausdruck.
Unter ihnen waren auch Mitglieder der Initiative Pro-IGS-Bothel.
Auf dem Opernplatz herrschte um die Mittagszeit dichtes Gedränge. Hier war der Ausgangspunkt für die Demonstration, zu der die Eltern- und Schülervertretungen der Gesamtschulen, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hannover und das Bündnis "Neue IGS – Jetzt!“ aufgerufen hatten.
Hintergrund für die Protestaktion: Die niedersächsische Landesregierung plant noch vor der Sommerpause ein Gesetz auf den Weg zu bringen, das die Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe dazu verpflichtet, ab 2018 die allgemeine Hochschulreife nach zwölf Jahren zu vergeben. Die Schulzeit an den Integrierten Gesamtschulen (IGS) würde auf acht Jahre verkürzt (G8). Dann könnten IGS-Schüler nicht mehr bis zum Ende der zehnten Klasse gemeinsam unterrichtet werden, was dem Prinzip des möglichst langen gemeinsamen Lernens an den Gesamtschulen widerspräche. Ihre Schulen würden dadurch an Attraktivität verlieren, befürchten IGS-Anhänger.
"Mit G8 gehen wir baden“, hatten sich daher einige IGS-Schüler auf ihre Schwimmringe und Schwimmbretter geschrieben und watschelten mit Taucherbrille und Flossen über den Platz, auf dem sich etwa doppelt so viele Demonstranten wie von den Initiatoren erwartet versammelt hatten: darunter Eltern, Lehrer und viele Kinder und Jugendliche. Unter den Transparenten war auch eines der Elterninitiative zu lesen: "Eine Schule für alle – Pro-IGS-Bothel“.
"Unsere IGS ist zwar noch in Planung. Wir wollen aber heute trotzdem unsere Solidarität mit den anderen Gesamtschulen in Niedersachsen zeigen“, sagte Anja Hansemann von der Botheler Initiative.
"Auch in kleinen Gemeinden müssen Eltern das Recht auf ihre Gesamtschule bekommen“, forderte Eberhard Brandt, Vorsitzender der GEW Niedersachsen, bei der Kundgebung. Gemeinsam mit anderen Rednern appellierte er an die niedersächsische Landesregierung, den Gesetzentwurf zurück zu nehmen und so auch den neu entstehenden Gesamtschulen in Niedersachsen keine Steine in den Weg zu legen.
Nach Sambarhythmen zum Auftakt zogen die Demonstranten durch die Innenstadt, den Hauptbahnhof, das Ostertor und die Windmühlenstraße bis zurück zum Ausgangspunkt. Dort kam es zur Abschlusskundgebung der dreistündigen Aktion.
"Ich denke, es hat schon etwas gebracht, dabei gewesen zu sein“, sagte Hansemann nach der Demonstration. "Dass doppelt so viele Menschen gekommen sind wie erwartet, ist einfach toll. Wir sind gespannt, wie es bei uns weitergeht“, bilanzierte sie mit Blick auf die Entscheidung am 28. Mai, ob Bothel IGS-Standort wird. © Rotenburger Rundschau GmbH & Co. KG












