„Lothar Matthäus, hätte Kroos die Kapitänsbinde bekommen müssen?“

Toni Kroos ist der große Hoffnungsträger des DFB-Teams bei der Europameisterschaft im eigenen Land. Hätte er sogar Kapitän sein müssen?

Herzogenaurach – Als Julian Nagelsmann im vergangenen September das Amt des Bundestrainers von Hansi Flick übernahm, rüttelte er nicht am kurz zuvor zum Kapitän bestimmten İlkay Gündoğan. Obwohl der 33-Jährige in der deutschen Nationalmannschaft nur selten an die Leistungsgrenze wie bei seinen Klubs kam, durfte er die Binde weiter behalten. Hätte die Rückkehr von Toni Kroos spätestens mit Blick auf die Europameisterschaft im eigenen Land zu einem Umdenken führen müssen?

Matthäus regt an: „Kroos ist derjenige, der den Takt angeben sollte“

Lothar Matthäus verfolgt die Geschehnisse beim DFB gewohnt aus nächster Nähe. Bei einem Sponsorentermin von „Interwetten“ nahm er sich im Anschluss noch ausführlich Zeit für Einzelgespräche mit anwesenden Journalisten. Der Rekordnationalspieler sagte exklusiv bei fussball.news: „Eigentlich ist nach außen der Name Toni Kroos derjenige, der den Takt angeben sollte, da er die nötige Erfahrung mitbringt.“

Aber Kroos brauche, so Matthäus weiter, nicht unbedingt die Kapitänsbinde: „Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Kapitän waren nicht immer die Spieler, die vielleicht auch von der Position her das Spiel bestimmen konnten. Ich denke aus meiner eigenen Zeit an Guiseppe Bergomi. Er war Weltmeister von 1982 mit Italien und bei Inter Mailand Kapitän. Aber Bergomi war froh, dass ich neben ihm stand und gesagt habe, was er machen soll, weil er nicht der Spieler war, der unser Spiel nach vorne organisieren konnte.“

Bekommt Nagelsmann alle Topspieler unter einen Hut?

Bergomi habe die Defensive ordnen und organisieren können, „aber nicht unser gesamtes Spiel“. Im Gegensatz zu Gündogan war die italienische Legende Stammspieler und unumstrittene Führungsfigur. Matthäus analysierte die Lage im DFB-Team: „Mit Jamal Musiala und Florian Wirtz hat das DFB-Team zwei Jahrhunderttalente, die auf einer ähnlichen Position spielen. Als Trainer wusstest du in dem Moment, in dem du Kroos holst, dass es eng für Gündoğan wird, weil er auf seiner Position spielt.“ Bekommt Nagelsmann bei der EM alle Topspieler unter einen Hut?

Natürlich könne man Gündogan, was nun auch passiert, in einer anderen Rolle auf den Platz schicken. Doch gelingt es dem zentralen Mittelfeldspieler dort die Dominanz auszustrahlen, wie sie ihn bei Manchester City und dem FC Barcelona ausgezeichnet hat? Obwohl die Länderspiele 2024 größtenteils an Gündogan vorbeiliefen, hat Kroos keine Sorge. Er erklärte bei einer Pressekonferenz am Dienstagnachmittag: „Er spielt jetzt 10 bis 15 Meter weiter vorne als ich. Das hat er bei seinen Klubs teilweise auch so gemacht.“

Kroos stärkt Gündogan

Natürlich könne man auf der etwas defensiveren Position mehr Einfluss auf den Spielaufbau nehmen. Kroos sagte: „Vorne hast du weniger, aber entscheidendere Aktionen in Richtung Tor. Ilkay kann das. Er geht gerne in die Box, kann den letzten Pass spielen und hinter die Kette gehen. Das unterscheidet ihn etwas von mir.“ Wichtig sei vor allem eine Sache: „Es wird schwierige Situationen auf dem Platz geben. Da müssen wir da sein.“

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