Marvin Ostermann setzt sich beim Kreisleistungspflügen durch

Auf den Zentimeter

Henning Bentz (vorne links) und Hermann Rugen (rechts) gratulierten den erfolgreichen Jugendlichen. Foto: Bettina Diercks
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Worth (bd). Gut 50 angehende Landwirte traten kürzlich zum Kreis-Leistungspflügen in Worth an und drehten dort einen Maisacker von Welf Delventhal um. Bei so vielen Teilnehmern mussten die Organisatoren einiges an Arbeit leisten. Ralf Blanck, Ortsvertrauenslandwirt in Ahausen und in der Regel ebenfalls Richter an solchen Tagen: „30 bis 40 Hektar werden benötigt. Das ist schon schwer, einen Betrieb zu finden, der eine so große zusammenhängen Fläche hat und sie zur Verfügung stellt.“

Die Organisation des Wettbewerbs lag in den Händen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (Außenstelle Bremervörde), dort in erster Linie von Ausbildungsberater Bernd Helms.

Die unterschiedlich gepflügten Beete (Parzellen) waren von den Teilnehmern zwar alle in derselben Tiefe (24 Zentimeter) zu bearbeiten, dennoch hinterließen die einzelnen tiefen Furchen Spuren, wie zum Beispiel Spalt- und Schlussfurche. Sie wurden am Samstag mindestens 50 mal auf dem Acker hinterlassen. Blanck: „Das braucht Jahre, bis die wieder weg sind.“ Nachdem das Leistungspflügen 2017 buchstäblich ins Wasser gefallen war, fanden die Kandidaten in Worth beste Bodenverhältnisse. Richter Gerd Sondermann (Rotenburg) und Gerd Lindhorst (Süderwalsede): „Der Boden war gut zu bearbeiten.“ Und über die gezeigte Leistung: „Das Niveau war schon mal schlechter, heute war alles dabei.“ Die Regeln sind nicht ohne: Neben möglichst geraden und gut aufgeworfenen Dämmen mussten die Furchen zueinander passen, der Pflug sauber und an den richtigen Stellen eingesetzt und angehoben werden, Schlepperspuren durften ebenfalls nach Möglichkeit nicht zu sehen sein und das Beet musste zum Schluss einen guten Gesamteindruck hinterlassen. Zu häufiges Nachmessen gibt Strafpunkte, die nicht erzielte Tiefe von 24 Zentimetern ebenfalls. Nach Anlegen der Spaltfurche, sie trennt die beiden zu bearbeitenden Abschnitte voneinander, pflügten die Kanidaten vier mal hin und her. Die Richter bewerteten vor allem das Bild der Dämme, das sind die Erhebungen, die stehen bleiben mussten. Beete, Arbeitsbreiten und -tiefen mussten von den Teilnehmern selbst ausgemessen und überprüft werden. Dazu kamen die technischen Einstellungen, zu denen auch Neigung des Pfluges sowie Zugpunkt und auch Reifendruck beim Schlepper gehören. Der Großteil der Auszubildenden rückte mit einem modernen Drehschar- oder auch Volldrehpflug an. Unter den strengen Augen von Richter Hermann Rugen (Hassendorf) zogen die Beetpflüger ihre Furchen. Nahezu in Perfektion setzte sich hier Marvin Ostermann aus Visselhövede an die Spitze. Er lernt bei der Lühau KG in Visselhövede. Matthias Delventhal (Hemsbünde) belegte Platz zwei, David Müller (ebenfalls Lühau KG) Platz drei. Obwohl für die Teilnehmer pflügen zum Alltag im Job gehört, so packte den einen oder anderen am Samstag doch leichte Nervosität. Tessa Lindenstrauß (Lilienthal, Ausbildungsbetrieb Johann Lohmann, Wohlsdorf), die in Gruppe 3 den Siegertitel errang: „Irgendwie ist es schon Routine, aber heute war es irgendwie anders.“ Sie verwies Hannes Flömer (Grasberg; Betrieb Timker Milchhof, Westertimke) und Fynn-Ole Behnken (Achim; Betrieb Renken GbR, Vahlde) auf die Plätze. Weil das Starterfeld bei den Volldrehpflüge so groß war, wurde es in drei Gruppen unterteilt. Ein Siegertyp war deshalb auch Frank Heidtmann (Riepe, Betrieb Arne Bliwernitz, Otter). Er entschied die erste Gruppe für sich. „So viel eingestellt habe ich in meinem Leben noch nicht. Beim Üben hat bei mir überhaupt nichts geklappt. Ich bin hergefahren und habe gedacht: Hauptsache Spaß haben und dabei sein.“ Die enspannte Grundhaltung hat ihm offenbar aufs Siegertreppchen geholfen. Platz zwei errang hier Nico Schröder (Deinstedt; Betrieb Oliver Diercks, Riekenbostel). Tim Brandt (Godenstedt) wurde Dritter. Er lernt bei der Friedhelm zum Felde GbR, Visselhövede. An die Spitze der zweiten Gruppe setzte sich Finn Mindermann aus Achim, der in Stemmen bei Andreas Peters in die Lehre geht und mit einem MB-trac 800 antrat. Caroline Christina Eckhoff (Weertzen; Betrieb Hermann Cordes, Wilstedt) holte Rang zwei, Tom-Luka Albrecht (Ottersberg) ackerte sich auf Rang drei. Er ist derzeit auf dem Betrieb Harm Kruse KG in Holtum-Geest zuhause. Die drei besten Pflüger jeder Gruppe haben sich für den Gebietsentscheid qualifiziert, der 2019 stattfindet. Heidtmann und Ostermann erhielten außerdem zwei exklusive Wanderpokale. Henning Bentz von der Berufsbildenden Schulen Rotenburg hatte die beiden Wanderpokale im vergangenen Jahr organisiert. Da fiel das Leistungspflügen aufgrund der Witterung wortwörtlich mehrfach ins Wasser.

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