Krebsfälle: Ministerin Cornelia Rundt zu Gesprächen in Rotenburg

Ängste vor der Tür

Die Nachbarn von Fracking-Anlagen machten ihren Befürchtungen Luft.
 ©Doris Metternich

Rotenburg (dm). Die stark erhöhte Krebsrate in Bothel und Rotenburg und der damit verbundene Brief zahlreicher Rotenburger Ärzte, in dem sie mehr Unterstützung bei der Ursachenforschung forderten, war der Grund des Treffens von Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) mit Lokalpolitikern der Region im Rotenburger Kreishaus. Währenddessen machten vor dem Gebäude mehrere besorgte Anwohner ihrer Besorgnis Luft.

„Wir wollen leben“, „Sauberes Wasser für uns und unsere Kinder“, „Keine Krebsfälle mehr“: Diese Formulierungen sollten der Ministerin bei ihrer Ankunft die Ängste und Sorgen der Bewohner der betroffenen Regionen aufzeigen. Doch das Gespräch des Gastes aus Hannover mit Vertretern des Landkreises und der Kommunen blieb hinter verschlossenen Türen. Neben dem Rotenburger Stadtoberhaupt Andreas Weber und Dirk Eberle, Bürgermeister der Samtgemeinde Bothel, waren Kathrin Otte von der Bürgerinitiative Genuk, der Rotenburger Arzt Matthias Bantz, die Bundestagsabgeordneten Reinhard Grindel (CDU) und Lars Klingbeil (SPD), die Grünen-Landtagsabgeordnete Elke Twesten sowie Landrat Hermann Luttmann bei dem Gespräch dabei.

212 Rotenburger Ärzte hatten erst vor kurzem in einem offenen Brief an die Ministerin mehr Unterstützung für die Ursachenforschung der auffällig hohen Krebsfälle erbeten und damit den Druck sich einem Gespräch zu stellen auf die Ministerin erhöht. Die einhellige Meinung der engagierten Ärzte war übereinstimmend, dass die Ministerin die Sorgen und Befürchtungen der Ärzte schlichtweg ignoriert. Unterstützung bekamen die Ärzte auch von der Interessengemeinschaft Wiedau, die ebenfalls vom Ministerium für Soziales und Gesundheit eine sofortige Klärung des Sachverhaltes der Krankheitsfälle forderten.

„Ich teile die Sorge der Bewohner des Landkreises Rotenburg und halte eine umfangreiche Ursachensuche für unverzichtbar“, erklärte derweil Rundt beim Termin. Sie dankte dem Landrat für die Arbeit des bei der Ursachenerkundung federführenden Landkreises Rotenburg: „Ihre derzeit laufende Bevölkerungsbefragung ist zwar aufwendig, aber sie wird uns wertvolle Erkenntnisse liefern, indem sie nicht nur aktuelle, sondern auch zurückliegende Risiken erfragt“, heißt es da weiter. Die Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Landesgesundheitsamt wird auch bei der anstehenden Auswertung und der Planung der weiteren Schritte intensiv fortgesetzt.“ Das Gesundheitsamt arbeite intensiv daran, die Befragungen durchzuführen und die Fragebögen auszuwerten. „Dabei arbeiten wir eng mit dem Ministerium, besonders mit dem Krebsregister, zusammen“, betonte Luttmann. „Mit der eingesetzten Arbeitsgruppe binden wir die Bürgerinitiativen, also die Betroffenen selber, ein und ziehen so alle an einem Strang.“

Grindel, kommentierte nach dem Treffen verärgert das Ergebnis des Auftritts von Cornelia Rundt auf seiner Facebookseite. „Ganz schwacher Auftritt von Sozialministerin Rundt im Kreishaus Rotenburg. Trotz der großen Sorgen der Bürger wegen der vielen Krebsfälle in der Nähe von Erdgasförderstellen keine Hilfen zur Ursachenforschung“, heißt es da. „Insbesondere sollen Genehmigungen für Fracking nicht überprüft werden. Bürger und Mediziner waren zu Recht verärgert über die mangelnde Bereitschaft der Ministerin, zu helfen.“

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