Andreas Neumann punktet mit Kabarett-Nummer in Haberloh

Heinz und die Altstars

Andreas Neumann hatte während seiner einstündigen Nummer, in der er hauptsächlich Heinz Ehrhardt mimte, die Lacher auf seiner Seite. Foto: WIlfried Adelmann
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Haberloh. „Der demografische Wandel ist kein Problem – Heinz Erhardt zieht immer“, so der Parodist Andreas Neumann. Und so ist es auch in einem Ort in Niedersachsen, an der Landkreisgrenze zwischen Verden und Rotenburg, in der kleinsten Gemeinde des Fleckens Langwedel seiner aktuelle Einwohnerzahl von 36 Personen: im beschaulichen Haberloh. Dort sorgt der sehr lebendige Parodist auf den Schultern des verstorbenen Heinz Erhardt für Lacher bei rund 50 Gästen.

Im Café ist „Heinz-Erhardt-Abend“ und ohne Tonverstärkung und mit lediglich zwei gemalten Portraits des berühmten Komikers als Dekoration, beginnt Neumann diesen Abend mit der Ankündigung, das Erhardt durch das Programm führen wird und schwenkt mit seiner Stimme um, auf die lakonisch, verhaltene Ausdrucksweise des Leinwandhelden der 50er und 60er Jahre.

Mal wird das Publikum einbezogen, und mal widmet sich der Parodist den Gedichten des Humoristen. Dann erzählt Neumann in seiner Rolle Geschichten von Männern, die mit Fallschirmen abspringen, einen Geist aus der Flasche lassen oder den Besuch eines Studienrats in der Schule über sich ergehen lassen müssen. Da zeigt sich das besondere Talent von Neumann, der ein Repertoire von über 15 bekannten Persönlichkeiten sein Eigen nennt und in den verschiedensten Rollen „auftreten“ lässt.

Auch neuere Figuren leihen ihm ihre unverwechselbaren Eigenarten: Willi die Drohne, Diddi Hallervorden und das Ekel Alfred treten ebenso in Erscheinung, wie die alt gedienten Heinz Rühmann, Theo Lingen und Marcel Reich-Ranicki. Als einzige Frau betritt Inge Meysel kurz die Bühne, um dann dem nuschelnden Hans Moser platz zu machen. Es ist schon erstaunlich, wie Andreas Neumann es schafft, nicht nur die Stimme, sondern auch Gesten und Mimik der Altstars wiederzugeben. Bei der Vielzahl von Charakteren bleiben den verschiedenen Parodien allerdings manchmal nur ein paar Sätze in der Kürze der Zeit, die dieser Abend zur Verfügung stellt. Lediglich eine Stunde inklusive einer Pause dürfen sich die Gäste an den komödiantischen Darbietungen des Künstlers erfreuen. Bei 15 Euro Eintritt ist das keine lange Unterhaltungs-Show.

Ohne Zugabe verabschiedet sich der Parodist und die noch lachenden Gäste wenden sich wieder ihren Tischpartnern und Eisbechern zu, bevor sie den kleinen Idyllischen Ort mit seinen drei Dutzend Einwohnern hinter sich lassen, wo auch der demografische Wandel für Erhardt kein Problem wäre.

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