Steuererklärung 2018: Warum Sie die Belege dennoch besser aufbewahren

Bei so viel Belegen kann man schnell mal den Überblick verlieren - dennoch tut es not, sie für später abzuheften.
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Viele Arbeitnehmer freut's: Wer die Steuererklärung für 2018 abgibt, muss keine Belege mehr vorzeigen. Wie lange Sie diese trotzdem aufbehalten sollten, lesen Sie hier.

Mit der Einkommensteuererklärung für 2018 müssen keine Belege mehr abgegeben werden. Aus der Belegvor-lage-pflicht wurde nämlich durch das Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens die Belegvor-halte-pflicht. Da mag so mancher glauben, er benötige gar keine Belege mehr für die Steuererklärung. Aber das kann böse ausgehen.

Steuererklärung 2018: Steuerbelege müssen nicht mehr zwingend abgegeben werden - oder?

Denn das Finanzamt kann die Belege einfordern und dann müssen sie auch vorhanden sein. Aber wie lange muss man diesen Papierkram in seinem eigenen Zuhause aufheben? "Es gibt kaum gesetzliche Vorschriften zur Aufbewahrung von Belegen, die Privatpersonen betreffen", erklärt Robert Dottl, Vorstandsvorsitzender der Lohnsteuerhilfe Bayern e. V. (Lohi).

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Die kürzeste Aufbewahrungsfrist gilt für Spendenbelege, die nach § 50 Abs. 8 des EStDV nur für ein Jahr ab Zugang des Steuerbescheids aufbewahrt werden müssen. Private Handwerkerrechnungen müssen nach § 14b Abs. 2 des UStG mindestens zwei Jahre aufbewahrt werden und alle Belege im Zusammenhang mit der Vermietung einer Immobilie zehn Jahre.

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Für Richtig‐Gut‐Verdiener mit einem Einkommen von über 500.000 Euro gibt es den § 147a der AO, der besagt, dass alle Belege sechs Jahre vorgehalten werden müssen. Für weitere Posten in der Einkommensteuererklärung, wie Werbungskosten oder außergewöhnliche Belastungen beispielsweise, gibt es keine konkreten Gesetzestexte. "Es ist daher ratsam, alle steuerlich relevanten Belege in Anlehnung an die Fristen der Steuererklärung entsprechend lange aufzubewahren", so Robert Dottl.

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Steuererklärung 2018: Warum es besser ist, bis zu zehn Jahre alte Belege aufzubewahren

Steuerbescheide dürfen nach Aussendung unter bestimmten Voraussetzungen vom Finanzamt nachgeprüft, korrigiert und abgeändert werden. Und zwar so lange, bis die Festsetzungsfrist endet. Die Festsetzungsfrist beträgt im Normalfall vier Jahre.

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Sie beginnt mit Ablauf des Jahres, in dem die Steuererklärung eingereicht wurde. Wird die Steuererklärung fristgemäß im Juli 2019 abgegeben, so beginnt die Festsetzungsfrist im Normalfall mit Ablauf des 31.12.2019 und endet vier Jahre später mit Ablauf des 31.12.2023. Aus diesem Grund wird also Privatpersonen als Untergrenze empfohlen, alle Belege mindestens vier Jahre zu Hause aufzubewahren.

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Die Festsetzungsfrist kann aber auch über die vier Jahre hinausgehen. Im Falle einer Steuerhinterziehung sind es dann zehn Jahre. Daher ist es sogar ratsamer, jegliche Belege und auch Kontoauszüge tatsächlich zehn Jahre aufzuheben! So hat man als Steuerpflichtiger im Falle von Unstimmigkeiten die Belege zu seinen Gunsten zur Hand.

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"Mit der zehnjährigen Aufbewahrungsobergrenze ist man in jedem Fall auf der sicheren Seite", so der Steuerexperte. Erst nach Ablauf dieser Zeit können die Belege bedenkenlos und mit Genuss im Papiermüll oder Schredder entsorgt werden.

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jp

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