Vortrag zur geplanten Erdölbohrung bei Sothel

Bis zum letzten Tropfen?

Die Referenten des Info-Abends, Charlotte Niekamp und Nikos Saul, sind Mitverfasser einer Studie zum Thema Peak Oil
 ©Rotenburger Rundschau

(r/ari). Welche Auswirkungen hat die globale Gier nach dem knapper werdenden Öl für Mensch und Natur im Kreis Rotenburg? Ist es angesichts der Erderwärmung vertretbar, auch noch die letzten Tropfen aus der Erde zu holen und zu verbrennen? Um diese Fragen dreht sich ein Vortragsabend, zu dem der Nabu Rotenburg, der Verein Sambucus und das Rotenburger Klimabündnis für Freitag, 10. Januar, 19.30 Uhr, in das Scheeßeler Nötel-Haus (Mühlenstraße 2) einladen.

Anlass der Info-Veranstaltung sind Bohrpläne einer kanadischen Firma am Sotheler und Hatzter Moor. „Hintergrund des Vorhabens ist die steigende globale Nachfrage nach Öl bei gleichzeitiger Stagnation oder sogar schon einem Rückgang der weltweiten Fördermenge“, sagt Roland Meyer vom Nabu. „Weil das Schwarze Gold knapp wird, steigt der Preis. Und deshalb wird es lukrativ, mit neuen, aufwendigen Techniken auch Restfeldern wie dem im Hatzter Moor zu Leibe zu rücken.“ Dahinter steckten letztlich die gleichen Geldinteressen, mit denen zum Beispiel in Kanada Teersande abgebaut und so Jahrhunderte alte Wälder zerstört würden. „Dabei wird so das Ende des Erdölzeitalters nicht verhindert, sondern allenfalls leicht verzögert“, sagt Falk Lutosch vom Rotenburger Klimabündnis. Für einen sehr kleinen Vorteil zahle die Umwelt einen möglicherweise sehr hohen Preis. „Und der fällt noch höher aus, wenn man den Klimaeffekt durch das Verbrennen einbezieht“, ergänzt Angela von Beesten vom Verein Sambucus. Referenten des Abends sind Charlotte Niekamp und Nikos Saul. Die beiden früheren Eichenschüler sind Mitverfasser einer Studie der Universität Münster zum Thema Peak Oil. In ihrem Vortrag ordnen sie die Förderaktivitäten im Kreis Rotenburg – im Bereich Erdgas auch das Fracking – in die weltweite Situation ein und untersuchen die Folgen der Ölknappheit etwa für private Haushalte, Landwirtschaft, Verkehr und Gesundheit. Zum Schluss soll es um konkrete Handlungsansätze vor Ort gehen, mit denen sich die Abhängigkeit vom Öl verringern ließe. Die Fragerunde und Diskussion moderiert von Beesten. Zum Hintergrund: Das in Deutschland noch recht unbekannte Unternehmen PRD Energy hatte Ende August mitgeteilt, von Sothel aus nach Öl bohren zu wollen (www.rotenburger-rundschau.de: „Erdölbohrung am Moor?“). „Der Antrag beim Landesbergbauamt ist inzwischen wohl gestellt. Stellungnahmen des Landkreises und der Gemeinde stehen unseres Wissens aber noch aus“, informiert Nabu-Vorsitzender Meyer über den aktuellen Stand des Vorhabens. Viele Menschen stehen der Bohrung kritisch gegenüber, sie befürchten etwa Risiken für die Natur und Schäden an Gebäuden durch Erdstöße. Gegebenenfalls könnten über viele Jahre hinweg täglich rund zehn Tanklastzüge über Abbendorf und Hetzwege zur Bohrstelle bei Sothel hin- und wieder zurückfahren. Meyer: „Bis auf wenige Grundeigentümer würden von einer Ölförderung weder die Bürger noch die Kommune oder der Kreis profitieren.“

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