Friedhelm Rosebrock entdeckt Schlackeklumpen

Zeugnis aus spätantiker Zeit

Friedhelm Rosebrock mit dem Fundstück von seinem Acker. Foto: Tobias Woelki
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Dreeßel (woe). Friedhelm Rosebrock staunte, denn was der Landwirt kürzlich auf dem Grünland entdeckte, ähnelte einem Feldstein, war aber keiner. „Das ist ein Stück Schlacke, wie sie bei der Eisenverhüttung entsteht“, sagt Rosebrock.

Er geht davon aus, dass das Fundstück aus einer Zeit zwischen Christi Geburt und 400 Jahre nach Christi Geburt stammt. Das Schlackestück kam bei der Feldbearbeitung zum Vorschein. Und zwar in einem Bereich, „der stets nass war und wo eine Feldbearbeitung nicht möglich war“, so der Landwirt. „Durch den Klimawandel ist der Grundwasserspiegel gesunken. Damit war in dem Bereich jetzt eine Feldbearbeitung mit dem Grubber möglich.“ Die Schlacke entstand seiner Vermutung nach bei der Verhüttung von Raseneisenerz, das in der Dreeßeler Umgebung damals in der moorigen Landschaft an Gewässern und Feuchtgebieten viel vorkam. Die Anlagen standen am Rande der Ortschaft. So ein Brennofen aus Lehm war 1,50 Meter hoch und einen Meter breit, lief trichterförmig nach oben zu. Zum Anheizen nutzte man Holzkohle, Holz und Torf. Ein Blasebalg am Boden belüftete den Ofen.

„Aus dem Raseneisenerz gewann man das Eisen, das man nutzte, um daraus Werkzeuge oder Waffen zu schmieden“, erklärt Rosebrock. Das Verfahren wendeten in der Eisenzeit die Kelten, Römer, Germanen und andere Völker an. „In der Umgebung um Visselhövede, besonders in Richtung Hütthof erfolgte die Eisenverhüttung bis ins 16. Jahrhundert. Deshalb bekam die Ortschaft ihren Namen. Es kann gut sein, dass der Landwirt Schlacke gefunden hat, die bei der Eisenverhüttung entstand“, sagt Kreisarchäologe Stefan Hesse.

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