Yermolyeva und Wildes Blech begeistern Konzertpublikum

Gottestod im Kirchenschiff

Wildes Blech sorgte kürzlich in der Sottrumer Kirche für ein Klangerlebnis, das noch lange nachhallen wird.
 ©Elke Keppler-Rosenau

Sottrum (kr). Eigentlich geht es im Gotteshaus St. Georg in Sottrum besinnlich zu. Die Orgel spielt sakrale Stücke, es gibt harmonischen Gesang und die Stimmung ist gedeckt. Nicht so am vergangenen Samstag, als das Sottrumer Orchester „Wildes Blech“ unter dem Dirigat von Benjamin Faber und die ukrainische Pianistin Victorija Yermolyeva, genannt Vika, ein gemeinsames Konzert gaben, das das Publikum von den Stühlen riss.

Mit blauem Licht illuminiert, ließ das Ambiente der Kirche bereits erahnen, dass dem zahlreichen Publikum ein außergewöhnliches Konzerterlebnis bevorstand. Jeder, der „Wildes Blech“ schon einmal in Höchstform gehört und ohne Ohrenschützer überstanden hat, legt die Messlatte hoch. „Rock den Georg“ titelte das Konzert, wobei es den Schutzpatron der Kirche angesichts des Programms sicherlich gewundert hätte.

Von „It’s My Live“ von Bon Jovi über „Mein Herz brennt“ von Rammstein und „Poison“ von Alice Cooper, alles von Faber arrangiert, gab es Songs wie „Billie Jean“ von Michael Jackson und „Smoke on the Water“ von Deep Purple zu hören, bei dem das Publikum mächtig was auf die Ohren bekam und das Orchester zur Hochform auflaufen ließ. Unterstützt von der Band mit Schlagzeug, Bass und E-Gitarren, aber auch Holzbläser und Querflöten setzte das rund 30 Mitglieder zählende Orchester ein Klangvolumen frei, das man nicht alle Tage zu hören bekommt und das bis weit auf die Straße hinaus zu hören war.

Noch spannender wurde es mit dem Auftritt von Victorija Yermolyeva, die als Shootingsstar in der modernen Klavierszene gilt. Sie verfügt über eine klassische Ausbildung als Pianistin, hat ihre Passion in Deutschland, den Niederlanden und Italien perfektioniert, sieht sich aber in der Rock-Musik zuhause. Wenn sie ihr Instrument bespielt, tut sie es mit einer mentalen Inbrunst, die ihr außergewöhnliches Talent freisetzt, wobei sie die von ihr gewählten Songs stets selbst arrangiert.

„Stairway to Heaven“ von Led Zeppelin oder „God is Dead?“ von Black Sabbath, ein für den Veranstaltungsort etwas fragwürdiger Titel, reihten sich aneinander mit „Zombie“ von Cranberries und „Vicarious“ von Tool. Der Höhepunkt der Darbietung war natürlich das Zusammenspiel von Wildes Blech und Vika, wobei Stücke von Metallica und Iron Maiden zu Gehör kamen.

Während Vika sich auf internationaler Ebene bewegt, ist das Orchester von Benjamin Faber und Ralf Linders erst seit 2016 am Start. Als Projekt für Jungbläser in der Sottrumer Kirchengemeinde St. Georg hat das Ensemble eine beeindruckende Entwicklung hinter sich und gilt inzwischen als feste Formation, die mit ihrem Sound Jung und Alt begeistert.

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