Wildes Blech: Aus- und Rückblick / Samstag Schnupperprobe

Alles ist im Fluss

Alles im Fluss: Roland Stegmann (links) und Benjamin Faber erzählen von Veränderungen und Höhepunkten bei "Wildes Blech".
 ©Andreas Schultz

Landkreis Rotenburg. „Auf dem Papier sind wir 50“, sagt Benjamin Faber. Was der künstlerische Leiter des Bläserensembles „Wildes Blech“ meint, ist nicht das Alter des Vereins, sondern die Anzahl der Mitglieder. Trotzdem fühlen sich die Wochen und Monate seit Entstehung schon ein wenig wie eine kleine Ewigkeit an: „Es ist so viel passiert, dabei sind wir erst im vierten Jahr!“.

Höhepunkt des vergangenen Jahres ist für die meisten Band-Mitglieder die Zusammenarbeit mit Victorija Yermolyeva, auch bekannt als „vkgoeswild“, in der St.-Georg-Kirche. Bläulich-stimmungsvolle Illumination im Kirchenschiff, dazu schmetterten die Musiker „God is Dead?“ von Black Sabbath, Master of Puppets von Metallica und andere Titel. „Rock den Georg“: Der Name war Programm. „Das war beeindruckend, das beste Konzert, das ich je erlebt und mitgestaltet habe“, sagt Faber. „Es war heftig“, findet auch Roland Stegmann, der als Schlagzeuger den Takt vorgibt. Die professionellen Mitschnitte, die auf dem Youtube-Kanal der Musiker zu finden sind, schaut sich nicht nur der Drummer immer mal wieder an.

Einen ähnlich großen Eindruck hat für beide das Südwinsen-Festival hinterlassen, aber auch das Landesjugendcamp Verden und der Ahauser Herbst boten tolle Erfahrungen. Besonders aufregend wurde es mit der Nominierung für den NDR-Hörerpreis „Unbezahlt und freiwillig“ – nur glatt entging dem Ensemble die Auszeichnung, bei der die Anzahl an Hotline-Anrufern entschied. In einer bunt zusammengewürfelten Kategorie traten die Musiker am Ende gegen zwei soziale Projekte an: einen Caritas-Verband, der suizidgefährdeten Jugendlichen hilft, und einer engagierten Pflegemutter. Ersterer gewann schließlich mit 80 Stimmen Vorsprung – und das bei insgesamt 2.700 Anrufern. „Es war toll, mitgemacht zu haben, die Leute fürs Anrufen zu mobilisieren“, fasst Faber zusammen.

Hoch geht es auch in den kommenden Wochen her: Am Sonntag, 24. Februar, veranstaltet die Margaretenstiftung in der Gyhumer Kirche ein Konzert, Start ist um 19 Uhr. Für Wildes Blech ist das Programm ein „Best of“ des vergangenen Jahres. Im Mai kommt zudem die Zusammenstellung der Noten wieder etwas in Fluss. „Man ist ja ganz froh, wenn die bekannten Sachen laufen, aber irgendwann stellt sich Langeweile ein. Da tut was Neues mal ganz gut“, findet Faber – und erntet dafür von Stegmann ein „Na ja“. Der steht dem Geplanten mit gemischten Gefühlen gegenüber. Neben neuen Arrangements von Billy Talent und Three Days Grace stehen nämlich erste Eigenkompositionen des künstlerischen Leiters auf dem Plan. Die sind, wie dieser selbst zugibt, „frickeliger“: „Da sind extra viele Taktwechsel drin, um Roland zu ärgern“, witzelt Faber. Natürlich mache das trotzdem Spaß, kommentiert Stegmann. „Aber es ist auch eine Herausforderung – wenngleich eine spannende. Ich glaube, ich wurde noch nie so gefordert. Bei diesen Sachen ist nicht viel Spielraum für Improvisation.“ Dort zeigt sich aus Fabers Sicht, was das Zusammenspiel bei Wildes Blech so spannend mache: das Aufeinandertreffen von klassichen Bläsern und Band-Musikern. Während Erstgenannte sich auf ihre Noten verlassen, tendieren Letztere zum freien Spiel. „Da treffen zwei Welten aufeinander. Und wir schauen dann immer, wie wir aller zueinander finden“, fasst Faber zusammen.

Einen weiteren musikalischen Höhepunkt will die Bigband im November bei einer neuen Auflage von „Rock den Georg“ setzen. Faber und Stegmann kündigen einen besonderen Gast an – doch erst, wenn alles in trockenen Tüchern ist, wollen sie den Namen verraten.

Der beste Zeitpunkt, sich selbst ein Bild von der Arbeit des Vereins und vom Zusammenspiel in der Gruppe zu machen, ist die Schnupperprobe am Samstag, 16. Februar. Von 13 bis 15 Uhr ist gemeinsames Musizieren im Gemeindehaus der Rotenburger Stadtkirche angesagt. Wer dabei sein möchte, sollte sich per E-Mail an info@wildesblech.de anmelden. Das ermöglicht auch den vorherigen Austausch über musikalische Voraussetzungen, Noten und weitere Infos. Neuzugänge sind immer gern gesehen, das gilt vor allem für Holzbläser.

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