Dorfladen: Tag der offenen Tür - Von Rosemarie Swingle

Hier entsteht ein Mittelpunkt

Bürger informieren sich in den potenziellen Geschäftsräumen über den Stand der Bemühungen, die wieder einen Lebensmittelladen und -punkt nach Bötersen bringen sollen.
 ©Rosemarie Swingle

Bötersen. „Der Dorfladen soll ein Anlauf- und Treffpunkt für die Leute des Dorfs werden. Er soll mehr Lebensqualität bringen, besonders für ältere Bewohner, die lieber vor Ort einkaufen als weite Strecken für den Einkauf zu fahren“, sagt Matthias Grüning beim Tag der offenen Tür. Er ist Geschäftsführer der zur Umsetzung dieser Idee gegründeten Gesellschaft. Das Organisations-Team besteht aus acht Menschen, die das Projekt als „der harte Kern“ auf ehrenamtlicher Basis vorantreiben.

Was ihnen die Arbeit erleichtert, sind bereits bestehende Strukturen: ein Dorfladen-Netzwerk und Vorläufer, wie zum Beispiel der Dorfladen in Bolzum, an dessen Preisen sich der Laden in Bötersen orientieren will. Eine Liste vergleicht die Preise mit denen herkömmlicher Supermärkte und Discounter. Schnell wird klar: Viel teurer als dort soll der Einkauf nicht werden. Es geht um Cent-Beträge, was der Besucher an Ausstellungskörben mit Produkten aus den verschiedenen Läden erkennen kann. Es soll möglich sein, den Wocheneinkauf im Dorfladen zu tätigen, ohne dass es dem Käufer gleich ein Loch ins Portemonnaie reißt – regelmäßiges Einkaufsvergnügen inklusive. Der Schwerpunkt der Produktpalette liegt auf regionalen Produkten. Diese sind zum Teil mit Ständen beim Tag der offenen Tür vertreten.

Abgesehen von den Kooperationen mit regionalen Erzeugern braucht der Dorfladen auch einen großen Partner-Lieferanten. Diese versorgen eigentlich die großen Supermarktketten mit Markenprodukten, aber sind auch offen, wenn es um kleinere Läden geht. Dem Böterser Standort soll damit eine Auswahl zur Verfügung stehen.

Der Dorfladen ist zur Finanzierung auf Beiträge der Menschen angewiesen, die in dem Laden einkaufen möchten. Das Projekt begann mit einer Umfrage vor Ort, um festzustellen, ob genügend Einkaufsmöglichkeiten vorhanden sind und ob eine lokale Alternative gewünscht sei. Als das Anliegen aufkam, traf es auf viel Zustimmung.

Doch nicht nur Beiträge, auch Fördergelder sind notwendig. Sobald der entsprechende Antrag genehmigt ist, sei es möglich, weitere Entscheidungen zu treffen, wie zum Beispiel über Personal und Umsetzung der Räumlichkeiten, erklärt Grüning. Die mögliche Eröffnung des Ladens soll im Spätsommer nächsten Jahres sein, das ist jedoch abhängig von dem Fördermittelbescheid.

Zur Information aller Besucher hingen architektonische Pläne aus, die den Grundriss der Räume darstellen. Sie enthalten bereits alle Elemente eines Einkaufsladens. Den Projektverlauf von Beginn bis Gegenwart sehen Interessierte auf einem Zahlenstrahl. Wer wollte, konnte sich darüber hinaus an einer Abstimmung beteiligen, bei der es um ein mögliches Logo und um eigene Ideen ging. Es soll zum Beispiel einen Lieferservice für ältere Anwohner geben, die es nicht so leicht aus dem Haus schaffen.

Der Laden war voll. Die Bürger setzten sich bei einem Schwätzchen und kleinem Einkauf für ihren Dorfladen ein. Für den Besucher gibt es kreative Möglichkeiten, mehr über das Projekt zu erfahren. Das Engagement der Organisatoren scheint zu fruchten: Ihre Arbeit findet merklich viel Anklang.

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