Hanseatic Help sammelt Festivalüberbleibsel

Ein Zelt als Zuhause

Julika Hettlich (links) und Fabienne Hackel sammeln die Sachspenden der Festivalbesucher ein. Foto: Ann-Christin Beims
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Scheeßel (acb). Dass man auf dem Hurricane nicht nur ordentlich feiern, sondern auch Gutes bewirken kann, zeigen Julika Hettlich und Fabienne Hackel, die gemeinsam mit anderen Freiwilligen den Stand von Hanseatic Help auf einem der Campingplätze betreuen.

Der Verein aus Hamburg ist zum zweiten Mal auf dem Hurricane, um Sachspenden wie Zelte, Isomatten und Schlafsäcke von den Feiernden entgegenzunehmen. Besonders am Sonntag, als die erste Abreisewelle den mittlerweile matschigen Acker verließ, kommen viele junge Leute vorbei, um nicht mehr benötigte Sachen abzugeben. „Das Zelt ist nicht mehr ganz wasserdicht, aber es hat keine Löcher“, sagt eine junge Besucherin, die ihr Zelt für den guten Zweck weiterreichen möchte. „Wir freuen uns über jeden, der etwas Gutes tun möchte“, sagt Hackel.

Hanseatic Help ist während der Flüchtlingswelle gegründet worden, die Sachspenden werden an Bedürftige, Obdachlose, Flüchtlinge oder auch Frauenhäuser weitergegeben. „Irgendwann ist die Idee entstanden, auf Festivals zu fahren und dort vor Ort zu sammeln“, erzählt Hettlich. Die Leute lassen meist viel zurück, entweder stehen die Sachen direkt auf dem Zeltplatz oder sie schmeißen es weg. Vieles sei aber noch zu gebrauchen und kann von den ehrenamtlichen Helfern wieder aufbereitet werden. „Die meisten Feiernden machen sich keine Gedanken darum, dass andere ihre nicht mehr benötigten Sachen noch dringend gebrauchen könnten“, meint Hettlich.

Die Helfer nehmen die Spenden nach dem Festival mit nach Hamburg und reinigen sie in einer ihnen zur Verfügung gestellten Halle. Anschließend werden die Sachen gelagert, bis sich jemand meldet. „Wir liefern dorthin, wo Hilfe benötigt wird, schnell und unbürokratisch“, erzählt Hackel. So sind auch einige Zelte im vergangenen Jahr im griechischen Idomeni gelandet. Die meisten Spenden werden jedoch in Deutschland verteilt.

In diesem Jahr hat der Lions Club Scheeßel die Aktion auf dem Hurricane unterstützt. „Patrick Siegmund hat von unserer Organisation gehört und fand die Idee toll. Da hat er sofort gefragt, ob wir Hilfe benötigen“, berichtet Hettlich. Die Lions-Mitglieder haben unter anderem die Kosten für den Lkw sowie den Stand übernommen. Zudem konnten die Mitarbeiter Warnwesten mit dem Logo von Hanseatic Help besorgen. „Wir gehen auch über das Infield, dann erkennen die Leute uns und wir können erzählen, was wir machen“, sagen die beiden Frauen.

• Wer ebenfalls Zelte und Co. spenden möchte: Die nächste Annahmestelle bauen die Mitarbeiter von Hanseatic Help auf dem Deichbrand auf.

Autor

Jens Loës Jens Loës
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 jens.loes@rotenburger-rundschau.de

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