Eröffnungsabend des Beeke-Festivals mit Hochzeitsprogramm

Auftakt nach Maß

Vertreter der anwesenden Folkloreensembles hissten die Flaggen auf dem Festplatz.
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Scheeßel (age). Das Scheeßeler Internationale Beeke-Festival – ist wahrlich ein Ereignis der Superlative: Die Stimmung am Eröffnungsabend am Mittwoch war bei den Akteuren und Besuchern ausgelassen und fröhlich. Der Abend stand unter dem Motto „Vier Hochzeiten in Europa“. „Eine Hochzeit ist geplatzt. Unsere Freunde aus Portugal können leider nicht teilnehmen“, erklärte Jörn Klee, der mit Uwe Wahlers die Moderation mal auf Deutsch, Plattdeutsch und Englisch übernahm.

Wahlers ergänzte spaßhaft auf Plattdeutsch. „Wohrschienlich is de Bruut in Portugal wechlopen“. So konnte Hochzeitsbitter Dirk Behrens die Zuschauer nur zu drei Hochzeiten einladen. Früher war es für den Hochzeitsbitter eine gewaltige Tour, bevor er 150 bis 200 Personen eingeladen hatte. „In jedem Haus erhielt er einen Korn“, erklärte Wahlers.

Die Idee einmal unterschiedliche Bräuche in Europa darzustellen hatten 2013 die Beekscheepers. Schnell hat man befreundete Gruppen aus Estland, Portugal und Finnland für das Projekt gefunden. „2014 wurde dann überlegt welches Thema man aufgreifen könnte“, erinnert sich Jörn Klee. Es entstand das Projekt „Vier Hochzeiten in Europa“. Jedes Land hat typische Trachten und Tänze zur Hochzeit. Zum Thema bereiteten die Gruppen ein 20- bis 30-minütiges Programm vor. Das Ergebnis wurde bereits in Finnland, Estland und Portugal auf die Bühne gebracht und sollte nun seinen Abschluss beim internationalen Beeke-Festival in Scheeßel erleben.

Allerdings mussten die Portugiesen nun passen, da sie in diesem Jahr noch eine Auslandsfahrt haben. „Das ist schade. Es war ein schönes Projekt, das nicht durch EU-Mittel oder andere Töpfe finanziert wurde, sondern nur von den Gruppen selber. Eigeninitiative hat da gezählt und nicht die finanzielle Zuwendung von staatlichen oder kommunalen Stellen“, erklärte Klee. Eventuell wird man noch mal ein anderes Projekt mit anderen Ländern auf die Beine stellen.

Dennoch präsentierten sich die verbliebenen drei Länder ihr „Hochzeitsprogramm“, doch zuvor zogen die Beteiligten zu den Klängen der Europahymne langsam die Nationalflaggen der beteiligten Folkloregruppen, die Europaflagge und die CIOFF-Flagge hoch. Fünf Tage wird jetzt die Völkerverständigung in Scheeßel gelebt. Den Auftakt zum Hochzeitsreigen machten die Gastgeber: Die Beekscheepers zeigten den Brauttanz. Die Zuschauer erfuhren, dass früher der Tänzer, der am Kopfende tanzt die Musiker bezahlen musste. Ebenfalls erfuhren sie etwas über eine schwarze Hochzeit: Normalerweise lieh sich die Braut, die Brautkrone beim Pastor aus. War ein Kind unterwegs, erhielt sie nicht die Brautkrone, sondern musste eine schwarze Kappe tragen. Und zu allem Übel verkündete der Pastor den strafenden Satz: „Der Herr möge ihnen trotz ihrer Sünden den Segen nicht verwehren.“

Die nächste Hochzeit führte die zahlreichen Zuschauer nach Finnland. Die finnische Gruppe Purpuri zeigte tänzerisch eine Trauung und weitere Tänze rund um das Thema Hochzeit. Danach bekamen die Zuschauer um 21.30 Uhr die „Morgenröte“ zu sehen. Morgenröte heißt auf estländisch Koidupuna und so hieß auch die Gruppe aus Estland. Sie entführten die Zuschauer zu einer Hochzeit in ihre Region. Bei der eigentlichen Hochzeit wird das Paar standesamtlich und kirchlich getraut aber es wird nicht gefeiert. Dies geschieht erst zwei bis drei Wochen später. Gefeiert wird an einem Montag oder Dienstag und die Feier dauert im Schnitt drei Tage. „Da wird viel getanzt, getrunken und gegessen, aber auch alte Tanzspiele gespielt“, erklärte Klee.

Neben den tänzerischen Darbietungen kam auch das Plattdeutsche nicht zu kurz. „Das ist uns sehr wichtig“, erklärte Wahlers. Der Männerchor Scheeßel, die Beek-Uln und die Dröhnbüddels erfreuten die Zuschauer mit plattdeutschen Liedern. Am Wochenende ist Scheeßel wieder in ein buntes Farbenmeer getaucht, und die Zuschauer können sich auf ein abwechslungsreiches Programm freuen.

Ein abwechslungsreiches, internationales Folkloreprogramm bekommen die Besucher am Samstag, 20. Juli, ab 19 Uhr mit Gruppen aus Brasilien, Chinese Taipei, Estland, Finnland, Frankreich, Mexiko, Slowakei und Deutschland zu sehen. Zum Abschluss des mehrstündigen Programms startet eine spektakuläre Lasershow mit Flammenwerfer. Der Sonntag, 12. Juli beginnt um 9.30 Uhr mit dem plattdeutschen Gottesdienst in der St.-Lucas-Kirche. Um 11 Uhr folgt der internationale Frühschoppen. Ab 13.30 Uhr starten die Gastgruppen, die Festwagen und Spielmannszüge zu einem Festumzug durch Scheeßel. Weiter geht es dann um 15 Uhr mit dem internationalen Folkloreprogramm auf der Freilichtbühne auf dem Heimathausgelände.

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