Ottersberg: Kunst-Förderpreis geht an die Studentin Anne Nitzpan

Matratzen-Geschnetzeltes

Der Förderpreis für Studierende der HKS in Ottersberg zeigt, dass dem Innenleben einer Matratze durchaus auch künstlerisch etwas abgerungen werden kann. Foto: Jan Wolfer
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Ottersberg. „Frei legen“ titelt das Kunstwerk von Anne Nitzpan, die seit 2015 Kunsttherapie an der Ottersberger Hochschule für Künste im Sozialen (HKS) studiert. Mit der Darstellung der Schutzbedürftigkeit und Schönheit des Materials von Matratzen sicherte sie sich den erstmals ausgelobten Nachwuchsförderpreis, der im Rahmen des 50-jährigen Bestehens des HKS von der Bremer Kunststiftung Karin und Uwe Hollweg mit 1.000 Euro vergeben wurde.

Im Rahmen einer Feierstunde, zu der sich Ottersbergs Bürgermeister Horst Hofmann, Ratsvertreter, HKS-Geschäftsführer Ralf Rummel-Surcke, Personen des öffentlichen Lebens und viele Kunstinteressierte in der Ausstellungshalle eingefunden hatten, war es der ehemalige Dozent der HKS, Professor Hermanus Westendorp, der in einer überaus launigen Ansprache, die er sehr spannend gestaltete, die Siegerin ausrief.

Mit fünf anderen in die engere Wahl gezogenen Studierenden hatte die 1990 in Kiel geborene junge Dame sich mit ihrem Matratzen-Kunstwerk gegen alle anderen Mitbewerber durchgesetzt. Noch bevor die Bekanntgabe begonnen hatte, stand dieses abstrakt anmutende Werk im Mittelpunkt des Interesses. An der Wand lehnend, präsentierte die eigentlich ganz gewöhnliche Matratze im unteren Teil ihr Innenleben, das wie aus einem verletzten Körper herauszuquellen schien. Zielsetzung der Künstlerin war bei diesem Objekt, nicht nur die Form zu verändern, sondern es der Matratze quasi selbst zu überlassen, mit ihrem Innenleben ins Licht zu treten. Befreit von ihrer eigentlichen Aufgabe quoll das Innere hervor, öffnete sich, um als Kunstwerk eine völlig neue Bedeutung zu bekommen.

Die Jury, bestehend aus Peter Friese, Direktor der Bremer Weserburg, Dr. Dorothee Hansen von der Bremer Kunsthalle, Dr. Joachim Kreibohm, Chefredakteur des Kunstmagazins Artist aus Bremen, Claudia Risch, Mitglied im Kulturausschuss des Flecken Ottersberg, Martin Voßwinkel, Künstler, und Professor Hermanus Westendorp hatte es sich nicht leicht gemacht, unter den 18 eingereichten Werken das bedeutendste zu benennen und mit dem Preis auszuzeichnen. Auch Ariane Holz, Wenke Wollschläger, Ute Herwig, Anna Egerter und Nils Rüdiger hatten sich berechtigte Hoffnungen für ihre Arbeiten der Kategorie Malerei, Fotografie und Objektkunst gemacht.

Westendorp bemühte in seiner Laudatio das Märchen von „Rotkäppchen und der böse Wolf“ und schlug dabei einen weiten Bogen zur künstlerischen Aussage von Anne Nitzpan, wobei er der Zuhörerschaft verdeutlichte, dass oftmals in einer Hülle etwas ganz anderes drin sei als vermutet werden würde. So sei es auch bei der Matratzenkunst. Wer würde sich schon Gedanken darüber machen, wie das Innenleben seiner täglichen Schlafunterlage beschaffen sei und was passieren würde, wenn man diesen Inhalten den Weg in die Freiheit ebnen würde.

Glückwünsche, Blumen und anerkennende Worte begleiteten die Preisvergabe, wobei die Gewinnerin von ihrem Erfolg total überrascht schien.

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