„KaFF“ zeigt Sonderaustellung zum 90. Geburstag von Werner Zöhl - Von Elke Keppler-Rosenau

Unbeirrt und stilsicher

Die in Basel und Bonn arbeitende Kunsthistorikerin Ina Nettekoven führte durch die Geburtstagsausstellung. Foto: Elke Kepple-Rosenau
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Fischerhude. Würde der 2012 verstorbene Fischerhuder Maler Werner Zöhl noch leben, käme er wahrscheinlich aus dem Staunen nicht heraus. Zu seinem 90. Geburtstag widmete ihm der Verein „Kaff – Kunst am Fluss Fischerhude“ eine große Ausstellung, zu deren Eröffnung zahlreiche Gäste kamen.

Gestaunt hätte er wahrscheinlich auch über den Ausstellungsort, der auch ihm gewidmet ist, sein eigenes Museum nämlich, in der Bredenau 83. Die alte Fachwerkscheune zwischen zwei Wümmearmen gelegen, wurde von der Familie Zöhl, Freunden und Unterstützern in einen Ort der Kunst verwandelt, der dem Schaffen von Zöhl Raum gibt. Inzwischen hat sich auch der Verein namens „Kaff“ gegründet.

Empfangen und begrüßt von der Witwe des Malers, Margarete Zöhl, führten die Kunsthistorikerinnen Caroline Zöhl und Ina Nettekoven durch die Ausstellung, die „unbeirrt“ betitelt ist und bis Juni 2017 der Öffentlichkeit zugänglich sein wird. Neben figürlichen Arbeiten in Öl auf Leinwand oder Hartfaser, werden Linolschnitte sowie Pinselzeichnungen gezeigt, die den künstlerischen Werdegang Zöhls von 1943 bis etwa 2012 nachvollziehen lassen.

„Frau mit Blumenstrauß“ ist eine frühe Arbeit benannt, die noch nicht den typisch grafischen Stil zeigt. Eine junge, weißgekleidete Frau steht inmitten einer beinahe mediterran anmutenden Landschaft, als wolle sie den Betrachter einladen, mit ihr spazieren zu gehen.

Der Linolschnitt „Englische Landschaft“ von 1947 hat ebenfalls nichts Grafisches. Er entstand während der Kriegsgefangenschaft des Künstlers in England und steht für die frühe Hinwendung zur Natur. Für „Rabe und Turm“ in Öl auf Leinwand wählte Zöhl 1951 ein auffälliges Hochformat, um darin eine ganz besondere nächtliche Stimmung darzustellen. Im Vordergrund sitzt ein schwarzer Vogel auf einem Ast, während der schlanke Kirchturm von einem hellen Mond beschienen wird. Ein unwirkliches Licht bescheint die Szenerie der nur angedeuteten Stadt dahinter.

Ein weiteres Werk in Öl auf Leinwand hat einen kleinen Vogel als Mittelpunkt und ist auch so betitelt. Diese vorwiegend in Grün- und Blautönen gehaltene verspielt-humorvolle Bildkomposition erinnert an die wie Kinderbilder anmutenden Werke von Paul Klee und lässt viel Spielraum für die Fantasie der Betrachter.

„Haus in der Provence“ von 1980 ist in verhaltenen Farben gemalt. Es entstand im Süden Frankreichs und zeugt von der Reisefreudigkeit Zöhls, der Eindrücke von unterwegs immer in seine Arbeiten einfließen ließ. Reisen in die Sowjetunion, nach Polen, Afrika, Amerika oder Kreta und auch ein Sommerwohnsitz im Süden Frankreichs erweiterten seinen künstlerischen Horizont.

In ihren Führungen verriet Ina Nettekoven viel über die Person Zöhls, der 1926 in Stendal geboren und schon auf dem Gymnasium von seinem Lehrer Erwin Hahns gefördert wurde. Er war es, der ihm die Hinwendung zur Moderne zugänglich machte und ihn bestärkte, sich nach einer Maurerlehre künstlerisch weiterzubilden, um sich ganz der Malerei zu widmen.

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