Film und Radioformat zum 100. Geburtstag von Cato Bontjes van Beek

„Leben will ich, leben“

Der Fischerhuder Komponist Helge Burggrabe inszenierte den Konzertfilm "CATO". Foto: Sibylle Zettler
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Fischerhude (bb). „Ich bin kein politischer Mensch. Ich will nur Eines sein, ein Mensch“, schrieb die inhaftierte Cato Bontjes van Beek 1943 in einem Brief an ihre Familie. Und doch ist sie als politischer Mensch in die Geschichte eingegangen. Zum 100. Geburtstag von Cato Bontjes van Beek wird es am Samstag, 14. November, neben einem Konzertfilm, auch eine Radiosendung über die Widerstandskämpferin geben.

Am 14. November 1920 wurde Cato Bontjes van Beek in Bremen geboren. Sie entstammte einer Familie von Malern, Musikern und Keramikern, wuchs in Fischerhude auf und schloss sich 1941 in Berlin der Roten Kapelle an, einer der größten Widerstandsgruppen im Dritten Reich, die zugleich den größten Frauenanteil besaß. Wie Sophie Scholl von der Weißen Rose in München entwarf und verteilte Cato Flugblätter, wurde zum Tode verurteilt und nach fast zehnmonatiger Haft am 5. August 1943 als 22-Jährige in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Ihre Briefe aus der Haft zählen bis heute zu den eindrucksvollsten Zeugnissen einer politischen Gefangenen während der NS-Zeit.

Bundesweite Gedenken mit Konzertfilm und Radiosendung

Das bundesweit zentrale Gedenken zum 100. Geburtstag findet in Form des 80-minütigen Konzertfilms „CATO“ des Fischerhuder Komponisten Helge Burggrabe und der dreistündigen Radiosendung „Leben will ich, leben, leben“, die in der Zusammenarbeit von Burggrabe und Cato-Biograf Hermann Vinke entstanden.

„Konzertfilm und Radiosendung würdigen eine junge, außergewöhnliche Frau, die mit ihrem aktiven Widerstand in der Roten Kapelle und ihrem geistigen Widerstand im Gefängnis ein zeitloses Vorbild für Mut und Entschlossenheit im Kampf gegen Unterdrückung und Unfreiheit ist“, heißt es in der Ankündigung des Ereignisses.

Original-Texte werden von der Filmschauspielerin Julia Jentsch gesprochen, die bereits die Widerstandskämpferin Sophie Scholl im Kinofilm spielte und dafür den Deutschen Filmpreis, den Silbernen Bären und den Europäischen Filmpreis erhielt.

Die Musikstücke unterschiedlicher Epochen und Burggrabes Neuvertonungen von Texten, die der jungen Widerstandskämpferin viel bedeuteten, werden vom Leipziger Vokalensemble Sjaella interpretiert. Außerdem wirken der Fischerhuder Lorenz Meyboden als Rezitator und Schauspieler Christoph Jöde vom Hamburger Schauspielhaus als Sprecher mit.

Träger der Gedenksendungen sind neben der Gemeinde Ottersberg auch die evangelische Kirchengemeinde Fischerhude sowie der Kulturverein musica innova. Zu den Unterstützern zählen der Landschaftsverband Stade, das Weser-Aller-Bündnis für Demokratie und Zivilcourage WABE, die Stadt Achim, die Initiative „Frauenorte“ Niedersachsen und das Netzwerk Erinnerungskultur im Landkreis Verden.

• Der Film „CATO“ wird am 14. November ab 19 Uhr auf www.youtube.com/musicainnova gezeigt.

Wer vorab einen Trailer des Films sehen möchte, kann das auf youtube/Usjk6oC9Rb0 tun. Die Radiosendung ist am selben Tag ab 23.05 Uhr auf www.deutschlandfunk.de zu hören.

Autor

Björn Blaak Björn Blaak
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 bjoern.blaak@rotenburger-rundschau.de

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