Im Wald bei Lehringen lockt erstmals das Live-Action-Rollenspiel Feydora I

Reise in eine fantastische Welt

Mittelalterlich anmutende Kleidung, aber auch fantasievolle Eigenkreationen: Die Akteure der ersten LARP-Convention Feydora erschufen im Wald in Lehringen bei Kirchlinteln eine ganz neue Welt. Fotos: GegenkursMedia
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Kirchlinteln. Kriegerisch aussehende Gestalten, seltsame Wesen mit Katzenohren und Widderhörnern: Wer eine Auszeit von der Realität sucht, fand diese kürzlich über zwei Tage in Lehringen nahe Kirchlinteln. Lehringen ist sonst vor allem historisch interessierten Menschen als Fundort eines Speeres aus der Altsteinzeit bekannt – und erlebte nun eine Reise der besonderen Art.

Als um die 60 Personen in mittelalterlich anmutender Kleidung im Laufe des Freitagnachmittags anreisten, schien gleichsam das gesamte Gelände um das evangelische Jugendheim mit einem angrenzenden Wald in eine andere Welt verwandelt: Eine LARP-Convention hat ihre buchstäblichen Zelte in der beschaulichen Gegend aufgeschlagen und ein Wochenende lang Abenteuer in einer fantastischen Welt zu erleben.

LARP steht für Live Action Role Play und bedeutet im Grunde, dass Fantasybegeisterte eine Geschichte in einer anderen, ausgedachten Welt nachspielen – ein wenig wie die Bücher, in denen man entscheiden musste, wo man weiter liest und sich so immer neue Geschichten entwickelten.

Eine Gruppe von Spielleitern denkt sich eine passende Rahmenhandlung in einer Welt aus und investiert eine Menge Arbeit – sowohl in die Geschichte als auch in die passenden Requisiten, die sie im Vorfeld in aller Regel selbst bauen und basteln. In Lehringen ist das die neue Welt Feydora, entwickelt und gestaltet von Leon Marth und seinem Team. Sie alle investierten eine Menge Zeit und Arbeit neben ihrem Studium in diese Convention, die erste aus ihrer Feder. Unterstützung erhält das Organistionsteam von einer Reihe von Menschen, die sogenannte Nicht-Spieler-Charaktere (NSC) darstellen. Sie alle spielen mehr oder weniger festgelegte Rollen um die Welt mit Leben zu füllen, sie agieren als Gegner, geben Hinweise für Rätsel oder sorgen als Statisten einfach nur dafür, diejenigen, die als Spieler dabei sind, in die passende Stimmung zu verstezen. Diese Spieler spielen eine Rolle – einen Helden, eine Heilerin, einen Barden, oder was auch immer sie sich ausdenken.

Das Aussehen, die Art die Welt zu betrachten, das Temperament, die Lebensgeschichte – möglich ist, was man darstellen und sich ausdenken kann. Das natürlich immer in den Grenzen, die das Organisationsteam und die Welt stecken, in der man spielt. Einen Spielercharakter, SC genannt, verkörpert ein Spieler oft über viele Jahre, sodass er einem über die Jahre richtig ans Herz wächst, vergleichbar einer Figur im Lieblingsroman oder in der Lieblingsserie.

Der Plot, der die Fantasybegeisterten nach Lehringen zur Entstehung der neuen RollenspielweltFeydora lockte, ist schnell erzählt: Auf Feydora, einer durch und durch magischen Welt, kommt es unter den Menschen zu religiösen Auseinandersetzungen. Eine Partei wünscht alles zu lassen, wie es ist, eine Göttin wandelt mit sterblichem Körper umher, ein Gott ist nicht in der Lage körperliche Gestalt anzunehmen und ihre vier Kinder können frei zwischen beiden Formen wählen. Die andere Partei strebt Veränderungen an und trifft dabei auf nicht unerheblichen Widerstand. Die Spieler mussten wählen, welcher Partei sie ihr Vertrauen schenken, wen sie unterstützen und wen aufzuhalten versuchen. Mit ihrer Entscheidung nahmen sie maßgeblichen Einfluss darauf, wie die Welt sich im Laufe der nächsten Veranstaltungen entwickeln wird – und die Zeichen stehen auf Veränderung: In einer finalen Auseinandersetzung gelang es den Befürwortern ihre ersten Ziele zu erreichen und sich damit in eine komfortable Ausgangssituation für die nächste Ausgabe von Feydora im nächsten Jahr zu bringen.

Und schon jetzt ist die Spannung da, wie das Organisationsteam diese Entwicklung im nächsten Jahr umsetzen möchte und mit welchen kreativen Ideen die Spieler ihnen dann zusetzen werden. Denn so gut wie alle wollen wiederkommen und sehen, wie es weitergeht.

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