Unterwegs im „Garten Eden“ an der Fintau - Von Christiane Looks

Wie ein Mosaik

Rotenburger Rundschau
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Fintel. Im Jahre 2000 gab der Landkreis Rotenburg ein mittlerweile vergriffenes Buch mit dem Titel „Natur und Landschaft im Landkreis Rotenburg“ heraus. In eindrucksvollen dreizehn Kapiteln, begleitet durch über zweihundert faszinierende Fotografien, wurden Lebensräume des Landkreises in einer Art Momentaufnahme dargestellt, wie es in einem damals erschienenen Zeitungsartikel hieß, denn bereits bei Erscheinen des Bandes war Birkwild verschwunden, im Buch aber noch mit zwei bemerkenswerten Aufnahmen vertreten.

Auch der Kiebitz sei im Rückgang begriffen, wurde schon damals bedauernd festgestellt. Anderes folgte. Es gab aber auch Gewinner wie den Kranich, der in wiedervernässten Hochmooren und auf üppig vorhandenen Maisflächen interessanten Lebensraum entdeckte. Auffallend gegenüber heutigen Büchern vergleichbarer Art ist, dass nur fünf Prozent der gezeigten Fotos Luftaufnahmen waren, obwohl gerade sie effektiv die landschaftliche Eigenart unseres Landkreises gewissermaßen im Überflug zeigen. In Zeiten ohne Drohnen war es aber auch nicht so einfach, an entsprechende Fotografien zu kommen.

Eindrucksvoll zeigen Aufnahmen aus der Vogelperspektive bei Wieste, Wümme, Naturschutzgebiet Wolfsgrund mit Everser Bach oder Osteniederung mosaikförmig gestaltete Fluss- und Bachlandschaften. Es ist diese Vielfalt, die fasziniert und reichen Lebensraum für vieles bot oder auch heute noch bietet. Bäche und Flüsse sind Lebensadern in einer Landschaft. Während einer der mittlerweile häufig angebotenen Rundfahrten zum näheren Kennenlernen einer landwirtschaftlich genutzten Feldmark fiel in einer Phase extremer Trockenheit eine von Wildschweinen durchwühlte Grünfläche auf. Der Grund: Ein nicht mehr als solcher erkennbarer, weil trocken gefallener Graben wies in seinem Umfeld offenbar noch immer so viel Feuchtigkeit auf, dass die Erde von den Borstentieren, die in trockenem Boden nichts Attraktives mehr fanden, auf der Suche nach Nahrhaftem gründlich verwüstet wurde. Nun sind Schweine Allesfresser und kommen mit vielem klar. Spezialisten haben es da schwerer. Sie sind häufig auf besondere Lebensräume angewiesen. Monotone Landschaften erschweren ihnen das Leben. Oft ermöglichen sie überhaupt kein Überleben für alles, was sich als nicht anpassungsfähig erweist. Deshalb ist der Erhalt solcher Landschaftsformen erstrebenswert, der Raum für viele unterschiedliche Lebensräume bietet. Flüsse und Bäche eignen sich hierfür gut, wenn sie denn nicht zu sehr verändert werden.

Die Fintau ist ein Nebenfluss der Wümme, der im Grimmsmoor im Heidekreis südlich von Wintermoor aus dem Zusammenfluss zweier Bäche entsteht, und bei Lauenbrück in die Wümme mündet. Sein Oberlauf steht unter Naturschutz. Kurz hinter dem Zusammenfluss von Wintermoorgraben und Reinsehlener Graben quert ein idyllischer Weg zwischen den Ortschaften Insel und Wintermoor die noch junge Fintau. Auf einer Radtour entstand hier eine Aufnahme des noch sehr schmalen Flusses in einem Auwaldbereich, den ein Freund mit dem Kommentar erhielt: „Wir waren heute im Garten Eden“. Das obere Fintautal beeindruckt durch eine vielfältige Flusslandschaft: in Teilen mäandriert der Fluss, durchquert einen Mühlenteich, wird von zahlreichen Fischteichen begleitet, es gibt Erlen-, Birken- und Kiefernbrüche, Heidemoore, Wälder, in Randbereichen landwirtschaftliche Nutzflächen.

Auch außerhalb des Naturschutzgebietes fällt die Fintau nicht durch Monotonie auf, sondern durch Wald-, Feld- und Wiesenflächen, die mosaikähnlich den Fluss begleiten und ihn nicht langweilig werden lassen, wie die zahlreichen Flussquerungsmöglichkeiten im Bereich der Gemeinde Fintel zeigen.

Neugierig geworden? Einem besonders vielfältigen Flussabschnitt folgt ein gut ausgeschilderter Wanderweg von dem Finteler Melkhus in Haxloh. Von dort aus führt der Wanderweg über die asphaltierten Straße „Wohlsberg“ in nordwestliche Richtung. Gegenüber der letzten Bebauung auf der rechten Seite biegt der Weg ausgeschildert nach links ab (nicht geradeaus gehen!). Nach Erreichen der Fintauniederung schlängelt sich jetzt ein nicht befestigter Weg, genannt „Im Blöcken“, ganz idyllisch entlang der Niederung, erlaubt Blicke in die rechtsseitige Niederung oder über landwirtschaftlich genutzte Flächen. Der Blöcken-Weg durchstreift einen mittlerweile nicht mehr nassen Bruchwaldrest, passiert einige Teiche und trifft schließlich auf einen Abzweig nach rechts, der zu einer idyllischen Fintaubrücke führt.

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