Stadtplanerin von der Klimaschutz- und Energieagentur macht Mut

Klimaschutz fördern kann sich lohnen

Viel Einstimmigkeit im Rat der Samtgemeinde, das Thema zur Förderung von Klimaschutzprojekten braucht indes noch einiges an weiterer Diskussion.
 ©Fotos: Werth

Lauenbrück. Haushalt und kommunale Doppik sind zur Konsolidierung für viele Kämmerer bestimmendes Thema in der Verwaltungswirklichkeit. Bei der jüngsten Ratssitzung wurde der Wert der Samtgemeinde Fintel taxiert, und die Zahlen zum Reinvermögen auf nur 3, 2 Millionen Euro beziffert. Mit den größeren Mitgliedsgemeinden Fintel und Lauenbrück ist das „überschaubar“, gab Kämmerer Friedhelm Indorf auch gleich die Erklärung mit: „Unser gesamtes Vermögen stammt größtenteils aus Zuschüssen und Beiträgen an Investitionsmitteln, die von Land, Bund, Landkreis und den fünf Mitgliedsgemeinden geschultert werden.“

Beim Sachvermögen sieht das Ganze schon anders aus: Bebaute Grundstücke summieren sich laut Indorf immerhin auf etwa zwölf Millionen Euro an Wert, unbebaute haben einen Wert von rund 780.000 Euro. Der Neu- und Ausbau der Lauenbrücker Grundschule (die Rundschau berichtete), ist also nicht nur aufgrund steigender Schülerzahlen zwingend, sondern auch eine Investition in momentan stabile Sachwerte. Wie sich die noch besser rechnen könnten und welche Förderchancen Kommunen im Rahmen neuer und nachhaltiger Mobilitätskonzepte und ähnlichem haben, machte Ruth Drügemöller von der Klimaschutz- und Energieagentur aus Hannover den Ratsmitgliedern mehr als deutlich. Vieles sei finanziell möglich und werde zumal in Niedersachsen umfänglich genutzt, gab Drügemüller Einblicke in Richtung KfW-Förderung.

Auf Antrag des Grünen-Ratsmitgliedes Hans-Jürgen Schnellrieder in einer früheren Sitzung, der beim Thema Nachhaltigkeit bei neuen Projekten der Samtgemeinde und deren Finanzierbarkeit explizit den Wunsch nach externer Fachexpertise äußerte, sorgte die Stadtplanerin für reichlich Gesprächsstoff und weiteren Klärungsbedarf. Mehr als 50 Folien hatte sie vorbereitet, nicht alle kamen in dem Ritt über Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Förderoptionen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zum Einsatz.

Klimaschutz in Kommunen sei mehr als nur das Einsparen von Energie. Er könne wirtschaftliche Impulse setzen, erhöhe die Lebensqualität der Menschen und sei somit aktive Standortpolitik, sagte Drügemöller. In ihrer Darstellung möglicher Förderung im kommunalen Klimaschutz stellte die Ingenieurin drei wichtige Modelle vor, darunter das wohl attraktivste der Quartierförderung. Ein Quartier könne bereits aus mindestens zwei zusammenhängenden bebauten Grundstücken bestehen, aus Rathaus und Schule beispielsweise, so Drügemöller.

„Bei der Umsetzung energetischer Quartierskonzepte stellt die KfW mit dem Programm ,Energetische Stadtsanierung’ den Kommunen einen Zuschuss in Höhe von 65 Prozent zur Verfügung“, erklärte Drügemöller einige Details. Das Land Niedersachsen biete zusätzliche Fördermittel für Konzepte zur energetischen Quartierssanierung: Die KfW-Förderung wird um 20 Prozent (bis zu maximal 10.000 Euro) aufgestockt. Außerdem könne ein Quartierskonzept als Grundlage für die Ausweisung eines Sanierungsgebietes genutzt werden. In diesem Fall könnten energetische Investitionen bis zu 100 Prozent steuerabzugsfähig sein.

Ausgewiesene Sanierungsgebiete sind im Rahmen der Förderinitiativen gute Steuersparmodelle, machte Drügemöller am Beispiel der Samtgemeinde Harsefeld deutlich. Die niedersächsischen Kommunen seien beim Einwerben von Fördermitteln generell sehr rege, die durchschnittliche Fördersumme betrage 780 Euro pro Einwohner. Man mache zwar nichts allein wegen der Förderung, aber sie erleichtere nötige Maßnahmen, so Drügemöller.

Die Liste geeigneter Förderprojekte ist lang, nicht allein nachhaltige Mobilität, auch die neue Beleuchtung von Fahrradwegen oder gar Elektrokleingeräte in Kitas können bezuschusst werden. Die Rolle der jeweiligen Kommune sei dabei sehr komplex. Sie könne als Verbraucher (für eigene Bedarfe), als Regulierer (für neue Bebauung), als Energieversorger und als Förderer von Klimaschutz in der Schaffung von Anreizen für ihre Bürger auftreten.

Schnellrieder setzte einen Akzent am Ende der öffentlichen Sitzung: „Warum nicht beim Neubau des Feuerwehrhauses Helvesiek die Energiebilanz optimieren und über Förderchancen eines Solardachs nachdenken und beraten?“

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