21. Erntefest All Over in Söhlingen lockt wenige, dafür begeisterte Fans an - Von Janila Dierks

Dezibel-Dosis im Konfettiregen

Trotz weitestem Anfahrtsweg: Die Boys from Heaven ließen es beim Erntefest All Over in Söhlingen richtig krachen. Foto: Janila Dierks
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Söhlingen. Mit dem traditionellen Erntefest All Over – kurz E:A:O – startete das Festwochenende in Söhlingen bereits zum 21. Mal mit einem lauten Abend voller Rock-, Metal- und Punkmusik. Dabei setzten die Organisatoren des Schützenvereins Söhlingen und ROW-People.de bei den sechs Bands, die auf der Bühne standen, einerseits auf Bewährtes und andererseits auf spannende Neuheiten und Premieren.

Gegen kurz nach acht ließen die letzten Soundchecks der ersten Gruppe des Abends bereits erkennen, in welche musikalische Richtung es auch mit dem weiteren Programm gehen sollte. Um halb neun dann die offizielle Begrüßung der beiden Moderatoren Benedikt Meyer und Olaf Precht, die ein „unglaublich gutaussehendes Publikum“ auf den bevorstehenden Abend einstimmten. „Wir haben uns in diesem Jahr wirklich in unser Line-Up verliebt“, schwärmte Precht, und Meyer prophezeite: „Uns ist ganz egal, wie viele Besucher heute kommen werden: Sie alle werden mit einem Lächeln nach Hause gehen.“

Hatte im vergangenen Jahr die Blaskapelle Hemslingen als Eröffnungsact eine neue Tradition begründet, war es in diesem Jahr das Ensemble Wildes Blech aus Sottrum, das den Auftakt zu den E-Gitarrenklängen bildete. Die rund zwanzig Bläser brachten Stücke von Rammstein und Metallica in ganz neuen Arrangements auf die Bühne. Unterstützt wurden sie dabei zusätzlich von Uwe Bruns am Bass, Karsten Neubauer an der Gitarre und Sönke Jäger am Schlagzeug. Der Mitbegründer der Gruppe und Dirigent Ben Faber ist beim E:A:O jedoch kein Unbekannter. Bereits bei der ersten Ausgabe des einmaligen Erntefests war Faber dabei gewesen – damals allerdings noch an der Gitarre. Nun feierte er mit Wildes Blech nach vielen Proben den ersten Auftritt des Ensembles, das mit unkonventioneller Blasmusik vom Publikum gut aufgenommen wurde.

Alternative Rockklänge lieferte die Band Another Girl Called Josephine, die von einigen Helfern des E:A:O im vergangenen Jahr gehört und entdeckt worden war. Während der Performance der vier jungen Musiker aus Barchel bei Bremervörde, die im vergangenen Jahr bereits beim Regionalentscheid des Bandwettbewerbs Local Hero in Achim gewonnen hatten, wagten sich dann auch die ersten vorsichtigen Tänzer in die Nähe der Bühne.

Eine Premiere nicht nur des Abends sondern in der gesamten Geschichte des E:A:O war der Auftritt von Boys from Heaven: Die fünf Jungs aus Dänemark können sich nun die erste internationale Band nennen, die je in Söhlingen auftrat. Mehr als 800 Kilometer waren die fünf Musiker aus Kopenhagen einzig und allein für diesen Auftritt nach Deutschland gereist. Ihre für diesen Anfahrtsweg verhältnismäßig kurze Bühnenzeit nutzten sie aber umso mehr, um mit dem Publikum zu feiern. Sänger Mads Schaumann war dabei nicht nur gesanglich unterwegs, sondern brachte mit Saxophon, Querflöte und Schellenkranz ganz eigene Klänge in die Rock- und Popmusik ein.

Mit ungewöhnlichen Texten und einer Portion Selbstironie stand als vierter Act Grillmaster Flash und seine Band The Jungs auf der Bühne. Über Toffifee-Diebe und Bud Spencers Bart – der Bremer brachte sein Publikum zum Schmunzeln und Feiern. Und egal, ob er seinen Gesang mit elektrischer oder akustischer Gitarre begleitete, war er mit vollem Herzen dabei.

Nach Mitternacht wurde es dann mit den letzten zwei Gruppen so richtig laut und wild. Anchors & Hearts brachten mit ihren Stücken aus den Bereichen Hardcore und Punk die Boxentürme zum Wackeln und die Fans zum Ausrasten. Bei lauten Gitarren und Gesang tanzten die begeisterten Besucher in Moshpits und unter Konfettiregen direkt vor der Bühne los.

So warnten Precht und Meyer vor Anchors & Hearts noch „Es wird endlich laut“, doch zum krönenden Abschluss der Nacht performten Artemis Rising nur noch unter einem einzigen Stichwort der Moderatoren: „Abriss“. Mit Metalmusik und Hardcore lieferte die Soltauer Band allen Fans des E:A:O das, wofür die Konzertnacht in der ganzen Region bereits bekannt und berüchtigt ist.

Zufrieden zeigten sich schließlich bei den letzten harten Gitarrenklängen und geschrienen Liedzeilen der Nacht auch die Veranstalter. Der Vorverkauf sei gut gelaufen, auch wenn in diesem Jahr weniger Zuhörer nach Söhlingen gefunden hatten als im vergangenen. Trotzdem kam der kleine und persönliche Rahmen des E:A:O an. Denn die Musiker waren nicht nur auf der Bühne zu erleben – viele der Bands feierten vor und nach ihren Auftritten einfach die Shows ihrer Kollegen ausgelassen direkt vor der Bühne begeistert mit.

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