Schunkeln und klatschen: Konzert der Beek-Uln begeistert

„Rock un Roll up´n Heiböhn“

Mal ernst, mal rockig, aber immer unterhaltsam: Die Sänger der Beek-Uln zeigten bei ihrem Konzert in der Scheeßeler Kirche ihre große Vielfalt. Fotos: Klaus-Dieter Plage ©

Scheeßel (age). Es war ein ungewohntes Bild in der Scheeßeler St.-Lucas-Kirche: Beim Konzert der Beek-Uln schunkelten die Zuhörer im Takt der Melodie. Gemeinsam mit dem Chor des Schlitzerländer Trachten- und Volkstanzkreises (TVK) sowie den Heidjer Dörpsmuskanten boten diese ein Musikerlebnis der Extraklasse. Im Mittelschiff der Kirche war kein Platz mehr frei und auch auf der Empore saßen etliche Zuhörer.

Vor 32 Jahren wurden die Beek-Uln gegründet und mit von der Partie waren auch Gisela und Hermann Behrens. „Das sind zwei Ur-Beek-Uln. Sie waren von Anfang an dabei und singen als Zuhörer bei jedem Lied mit“, kommentierte Uwe Wahlers, der mit viel Witz und Charme durchs Programm führte. Helmut Kröger, Leiter der Beek-Uln, und Wahlers hatten dabei den Schalk im Nacken und lieferten sich im Plauderstil witzige Dialoge – natürlich op Platt. Dabei wurde auch immer mal wieder gestichelt.

So unterschiedlich wie die Trachten, waren an diesem Abend auch die Lieder der Beek-Uln und der Schlitzerländer. In der schlichten Arbeitstracht präsentierten die 24 Beek-Uln plattdeutsche Lieder. Die 14 Schlitzerländer in ihren bunten Trachten sangen Volkslieder aus dem In- und Ausland. Immer wieder schunkelten die Zuhörer bei den Liedern mit, klatschten im Takt, sangen mit – es hielt sie kaum auf den Kirchenbänken.

Zur Einleitung des Konzerts spielten die Dörpsmuskanten unter der Leitung von Wolfgang Röpnack einige Lieder. Auch im Mittelteil waren sie noch einmal an der Reihe. Mit dem Lied „Good di to sehn“ begrüßten schließlich die Beek-Uln die Zuhörer. Es ist ein Lied von Karl Leifermann vom Blancke Trio, mit dem die Beekscheepers auch schon gemeinsam auf Tour waren. Weiter ging es mit „Lütje Deern“. Das Lied wurde im Oktober 1993 von den Beek-Uln in der Grundschule Scheeßel das erste Mal gesungen. Es war Teil eines Musicals von Heinrich „Heita“ Meyer. Und auch etwas fürs Herz fehlte nicht: „,Lisa‘ ist ein Liebeslied über meine erste Schulfreundin mit zehn Jahren“, bekannte Kröger. „Dann ist sie ausgewandert – nach Bartelsdorf“, fügte er schmunzelnd hinzu.

Die Beek-Uln und die Schlitzer wechselten sich während des Konzertes ab und gestalteten einen abwechlsungsreichen Abend. Auch ernste Lieder, die zum Nachdenken anregen, wie „Leev düssen Dag“, hatten die Scheeßeler ins Programm aufgenommen. Eine besondere Bewandtnis hatte das plattdeutsche Lied „De Eekenboom“: „Der Eichenbaum ist im Scheeßeler Wappen durch die Eichenblätter vertreten“, erklärte Wahlers. Viel Beifall erhielt er für die Anmerkung: „In Scheeßel müssen wir zusehen, dass wir nicht zu viele Eichenbäume fällen, sonst müssen wir ein anderes Wappen haben. Das wollen wir eigentlich nicht.“

Unter die Haut ging das Lied „Is dat wohr“. Rockig wurde es mit dem bekannten Status Quo-Hit „Rockin all over the World“. Daraus wurde der plattdeutsche Song „Rock un Roll up´n Heiböhn“. Auch Tangoklänge mit dem „Tango Jan“ gab es zu hören.

Im Zugabenteil gab es dann eine Premiere: Wahlers hatte die Idee, dass die Beek-Uln und die Schlitzer gemeinsam den Scheeßeler Walzer, die heimliche Hymne des Beekeortes, singen: „Wollen mal sehen, ob das Experiment klappt.“ Und natürlich klappte es. Die Melodie des Walzers stammt ebenfalls von Heita Meyer, der Text von Helmut Kröger – an diesem Abend nicht der einzige aus seiner Feder.

Großen Beifall erhielten die Sänger und Musiker am Ende für einen Abend, der bei vielen Konzertbesuchern sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Im Anschluss blieben die Schlitzer noch zwei Tage zur Freundschaftspflege vor Ort, haben unter anderem einen Ausflug nach Hamburg unternommen. Untergebracht waren sie bei Mitgliedern der Beek-Uln.