Bundesliga-Aufstieg: Bittere Netz-Blamage für den HSV – darum lacht das Internet über den Hamburger SV

Großer Rückschlag für den Hamburger SV im Aufstiegskampf zur 1. Fußball-Bundesliga. Durch die 1:2-Niederlage in Heidenheim ist der HSV nur noch auf Tabelleplatz 4 und kann nicht mehr aus eigener Kraft ins Oberhaus zurück. Auf Facebook und Twitter wird dies hämisch kommentiert.

  • Hamburger SV*: Hohn und Spott nach Heidenheim-Pleite.
  • Relegationsplatz verloren: Scheitert der HSV erneut?
  • Finanzen, Trainer, Spieler: Die Lage bei den Rothosen.

Hamburg Tristesse beim Hamburger SV. Durch die buchstäbliche Last Minute-Niederlage in Heidenheim sind die Rothosen aus den Aufstiegsplätzen der 2. Fußball-Bundesliga geflogen. Nun ist das Team von Trainer Dieter Hecking* am letzten Spieltag der Saison 2019/2020 auf Schützenhilfe angewiesen*, um zumindest den dritten Platz erreichen zu können. Im Live-Ticker erfahren Fans, ob das klappt.

Und damit in zwei Relegationsspielen die Chance zu wahren, nach zweijähriger Abstinenz in die Beletage des Deutschen Fußballs zurückzukehren. Jedoch gilt es zunächst, die 1:2-Pleite gegen den 1. FC Heidenheim zu verarbeiten – wären da nicht die spöttischen Kommentare und Memes auf Facebook und Twitter.

Fußballverein:Hamburger SV
Trainer:Dieter Hecking
Vorsitzender:Marcell Jansen
Gründung:29. September 1887, Hamburg
Vorstand:Jonas Boldt (Sport); Frank Wettstein (Finanzen, Recht & Personal)
Kapazität:57.000

Hamburger SV: Pleite in Heidenheim lässt HSV vom Relegationsplatz rutschen – Hohn und Spott im Netz

Der Schock saß tief beim HSV an diesem Sonntag, 21. Juni 2020. In der fünften Minute der Nachspielzeit sorgte der Heidenheim-Spieler Konstantin Kerschbaumer mit einem satten Rechtsschuss für den späten Sieg seiner Mannschaft. Und das, obwohl die Hamburger* über weite Strecken der Partie dominierend waren. Jedoch resultierte aus dieser vermeintlichen Überlegenheit nur ein Tor, das Finnen-Bomber Joel Pohjanpalo* kurz nach Wiederanpfiff schoss. Im Folgenden zeigten sich die Rothosen zu ineffizient und zu unpräzise, um nachzulegen.

Pikant: beinahe wäre der 1:1-Ausgleich aus einem Schuss von Shooting-Star Niklas Dorsch resultiert, der im Visier des HSVs sein soll*. Nachdem der Keeper von Dieter Heckings Team, Julian Pollersbeck, die Gefahr entschärft hatte, kam es zu einer Ecke für Heidenheim, die in ein Tor umgemünzt werden konnte - das nach Einsatz des VARs für nichtig erklärt wurde. Kein Beinbruch für die Mannschaft von der Brenz, die zwar wenig zwingende Aktionen hatte, ihre rar gesäten Torchancen aber gut zu nutzen wusste.

Auf „Vorlage“ von Tim Kleindienst erwies HSV-Verteidiger Jordan Beyer seinem Team einen Bärendienst und erzielte ein Eigentor. Der Anfang vom Ende für die Hamburger, die ein Déjà-vu erlebten. Bereits von einem Jahr fanden sich Kapitän Aaron Hunt* und Co vor dem letzten Spieltag nur auf Platz vier wieder - und verpassten den Aufstieg in Liga eins. Wiederholt sich die Geschichte? Eine Frage, die entweder direkt oder indirekt auf Facebook und Twitter aufgegriffen wird. Es gilt: wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

Denn die emsige Community der beiden Social Media-Dienste erweist sich mehr als „zuvorkommend“ und sorgt für digitale Festspiele auf Kosten des gebeutelten Hamburger SVs. „Wenn ihr führt, kann man bei Tipico immer direkt doppelte Chance auf den Gegner setzen und wird reich“, schreibt ein Twitter-Nutzer, der ein neues Geschäftsmodell aufgetan hat. „Danke, dass wir ein weiteres Jahr wieder mal die Lachnummer ganz Deutschlands sind", macht sich ein anderer User Sorgen um die Reputation des einst so glorreichen Vereins und plant direkt eine weitere Saison in der Unterklassigkeit ein.

Hamburger SV: Alle(s) auf dem Prüfstand - Bleibt Hecking, geht Pohjanpalo?

Häme und Hohn, Resignation und Rekapitulation, Wut und Weinen - die volle Bandbreite an Emotionen schlägt sich im Netz wieder. „Hängt der #HSV nun eigentlich ne Uhr auf wie lange sie schon in der 2 Liga sind?“, wird spöttisch gefragt. Manch einer, der es mit den Hamburgern hält, kann seine Empfindungen nur bedingt in einen Tweet umsetzen. „Mal etwas unsachlicher: Wir sind sprach- und fassungslos. Keine Worte für dieses Auftreten, nicht nur heute“, spielt ein HSV-Fan auf die fast schon beispiellose Serien an Pleiten, Pech und Pannen an.

Nach der Coronavirus-Sars-Cov-2*-Pause war die Niederlage in Heidenheim gleichbedeutend mit den Punkten zehn bis zwölf, die der Hamburger SV seit dem Re-Start in Liga zwei verspielt hat. Mit diesem Dutzend Zählern wären die Rothosen gar Tabellenführer und stünden einen Punkt vor Aufsteiger und Spitzenreiter Arminia Bielefeld. Doch was nützt der Blick in die (jüngere) Vergangenheit, wenn die Gegenwart Realität ist? Und die HSV-Ikone Felix Magath den Verein anzählt*?

„Es scheint so, als ob der Fußballgott da nicht auf unserer Seite ist. Wir hatten nach Corona jetzt vier Spiele, in denen wir Punkte in der Nachspielzeit liegen lassen. Wir hätten schon längst durch sein müssen“, knüpft Hecking an die 1:2-Niederlage in Heidenheim an und zeigt sich fassungslos. Mit Sicherheit auch deswegen, da sein Vertrag laut offiziellen Aussagen von Sportvorstand Jonas Boldt nur im Falle des Aufstiegs verlängert werden soll. „Natürlich kann auch ich mir vorstellen, dass wir die Zusammenarbeit ligaunabhängig fortführen. Wir vertrauen uns und sind dabei, gemeinsam etwas aufzubauen, es funktioniert sportlich und menschlich sehr gut“, ließ Boldt aber auch gegenüber dem „kicker“ verlauten.

Aussagen, die jedoch bereits Ende April getroffen wurden und längst keine Gültigkeit mehr besitzen müssen. Unabhängig vom Trainer, mit dem die Spielzeit 2020/2021 angegangen werden soll, stellt sich auch die Frage, mit welchem Personal der HSV in die Zukunft gehen wird. Sollte die Relegation nicht mehr erreicht werden, die gewiss keine Garantie bietet, definitiv aufzusteigen, gilt es, einige Spieler von einem Verbleib in der Hansestadt zu überzeugen. Tor-Garant Pohjanpalo ist nur bis zum 30. Juni von Bayer Leverkusen ausgeliehen, Top-Scorer wie Sonny Kittel* und Tim Leibold sollten Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen wecken.

Verlassen wird die Rothosen auf jeden Fall Mittelfeld-Stabilisator Adrian Fein*, der nur von Rekordmeister Bayern München* ausgeliehen ist. Bleiben will hingegen Rick van Drongelen. Und das, obwohl der Innenverteidiger mit seinem Patzer die Niederlage gegen Heidenheim eingeleitet hat*. Zwar soll Interesse von anderen Vereinen bestehen, jedoch fühlt sich der Niederländer an der Elbe wohl und will weiterhin seine Schuhe für den HSV schnüren.

Hamburger SV: Schützenhilfe von Bielefeld benötigt - Investoren als Rettung für die Zukunft?

Und wie ist es finanziell um die Hamburger bestellt? Laut Finanzvorstand Frank Wettstein, seit 2014 im Amt, hat der HSV seine „Verbindlichkeiten um fast 20 Millionen reduziert*“. Eine Aussage, die sich auf die Hinserie 2019/2020 bezieht und dementsprechend noch vor der Coronavirus-Sars-Cov-2-Krise getätigt wurde. Als nicht ausgeschlossen gilt, weitere Anteile der HSV Fußball AG an potenzielle Investoren zu verkaufen. Ein Modell, mit dem nicht jeder Fan der Rothosen d‘accord ist, das aber als realistisches Szenario gilt, um zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Im besten Fall natürlich in der 1. Fußball-Bundesliga, für die es zunächst einmal aber die Hilfe von Zweitligameister Bielefeld bedarf, die am Sonntag, 28. Juni gegen Heidenheim antreten. Verliert der Klub von der Brenz sein Spiel auf der Alm, würde dem HSV bereits ein Remis gegen Sandhausen genügen. Zwar sind die Rothosen Heidenheim im direkten Vergleich unterlegen (1:3 aus Sicht des HSVs), jedoch weist die Mannschaft aus der Hansestadt die bessere Tordifferenz auf. Am sichersten ist es, wenn die Hamburger ihre Hausaufgaben machen und Sandhausen bezwingen. Dann dürfte das Team von Niklas Dorsch maximal unentschieden spielen, damit der Hamburger SV doch noch den dritten Platz erreicht.

Ähnlich sieht die Situation beim SV Werder Bremen* aus. Nach der Niederlage in Mainz* hat der Verein von der Weser nur noch geringe Chancen auf die Relegation - um in der 1. Liga zu bleiben. In dieser könnte der HSV warten. Jedoch bedarf es auch hier Schützenhilfe. Werder muss sein Spiel gegen Köln gewinnen und darauf hoffen, dass Düsseldorf gegen Union Berlin verliert. Denn bei Punkt- und Torgleichheit von Werder und der Fortuna wären die Grün-Weißen abgestiegen, da sie den Direktvergleich verlieren.

Aufatmen kann hingegen der FC Sankt Pauli*. Mit dem 1:1-Remis gegen Jahn Regensburg ist der Klassenerhalt definitiv gesichert und der Kiezverein kann für eine weitere Saison in Liga zwei planen. Nichtsdestotrotz haben die Verantwortlichen des Klubs von der Reeperbahn* die Demission von Coach Jos Luhukay bekannt gegeben. Zum Saisonende trennen sich die Wege von Sankt Pauli und dem Niederländer. Eine Trennung, die sich bereits in den letzten Wochen angebahnt hat. Der neue Trainer könnte in der neuen Spielrunde sowohl auf den HSV als auch auf Werder Bremen treffen. Noch gilt es jedoch abzuwarten, wie die einstigen Bundesliga-Größen ihre Aufgaben am 34. Spieltag bewältigen werden. // Quelle: 24hamburg.de-HSV

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