Eine Reportage von Myriam Feiner

Eichenschule setzt auf Eierbälle

"Entstanden ist diese Sportart Anfang der 80ziger Jahre. Damals hieß es jedoch noch Eierball. Ich wollte eine Sportart entwickeln bei der Mädchen und Jungen gleiche Voraussetzungen haben und auch kleine und große Spieler gleiche Chancen haben", sagt John Köhler. "Auf den von mir betreuten Jugendfreizeiten waren Mädchen und Jungen aus verschiedenen Sportarten, um bei Turnieren niemanden zu bevorzugen mußte ein neues Spiel her."

Die Rede ist von Jokeiba und dabei handelt es sich keinesfalls wie der Name anmuten läßt um eine neue asiatische Kampfsportart. Jokeiba steht für John-Köhlers-Eierball und dieses intelligente Spiel hat sich in den letzten 18 Jahren zu einer beliebten und in weiten Kreisen bekannten Sportart entwickelt. Das Spiel wurde ursprünglich als Wettkampfspiel für Kinder-Ferienfreizeiten entwickelt, um große Vorteile einzelner zu vermeiden, die, wenn Turniere in "ihrer" Sportart durchgeführt wurden, gegenüber anderen glänzten. Gegen diese einseitige Ausrichtung, gegen das Einzelspiel und gegen die übertriebene Spezialisierung einzelner richtet sich somit das Regelwerk von Jokeiba. Eine zusätzliche wichtige Komponente erhält das Spiel dadurch, daß mit einem American Football gespielt wird. "Durch das eiförmige Spielgerät kommt die Zufallskomponente hinzu, was schwächeren Spielerinnen und Spielern ermöglicht, unverhofft an den Ball zu kommen", erklärt Köhler. Dennoch bleibt Jokeiba ein echtes Wettkampfspiel und wird damit dem Wunsch nach sportlich spielerischem Leistungvergleich gerecht. Wesentliche Vorteile des Jokeiba-Spiels als Freitzeitsport ergeben sich noch aus anderen Besonderheiten. So ist es auf jedem ausreichend großen Feld spielbar, der Bodenbelag ist dabei beliebig, er darf auch uneben sein. Auf Rasen spielt es sich jedoch am angenehmsten. Nur wenige Ausrüstungsgegenstände - und vor allem keine festinstallierten - sind notwendig. Es genügen vier ausreichend lange Bänder, einige Nägel und ein Ball. Damit werden nämlich die beiden Torräume markiert. Spielanfänger können Jokeiba bereits nach einer Kurzbeschreibung der wesentlichen Regeln problemlos und mit Begeisterung betreiben. Die weiteren Regeln wachsen danach während des Spiels situativ hinzu. Die erste Regel lautet, der Spieler darf den Ball nicht länger als drei Sekunden in Händen halten. Außerdem darf mit dem Ball nicht gelaufen werden, so lautet die zweite Regel. Die Unberührbarkeit, Regel Nummer drei, ist eine wichtige Maxime beim Jokeiba. Die Spieler müssen mindestens 50 Zentimeter Abstand halten. "Dadurch sollen gerade kleinere und schwächere Spielerinnen und Spieler eine faire Chance bekommen. Der Tor- und der Flugraum dürfen nicht betreten werden, besagt die vierte Regel. Regel Nummer fünf erklärt, wie beim Jokeiba Tore gelandet werden können. Der Spieler muß mit dem Ball gemeinsam in den Torraum springen. Ziel des Jokeiba-Spiels ist es, den Ball durch geschicktes Mannschaftsspiel, das heißt taktisch durchdachtes Paßspiel, über die gegnerische Flugzone, in den gegnerischen Torraum zu befördern. Jede Form körperlicher Härte gegen den Gegner sowie Einzelspielaktionen sind dabei untersagt. Zu jeder Mannschaft gehören bis zu zehn Spieler, von denen jeweils fünf auf dem Spielfeld sein müssen. Auch das Toreerzielen unterscheidet sich beim Jokeiba von anderen Sportarten. Der Torraum ist ein drei Meter großes Quadrat. Drumherum schließt sich die ein Meter breite Flugzone an. Ein Spieler muß außerhalb der Flugzone anspringen, von einem Mitspieler während des Fluges den Ball zugespielt bekommen, und dann mit dem Ball im Torraum landen. Entstanden ist die Jokeiba-Idee damals in Munster, der Heimat von John Köhler. Inzwischen wird in verschiedenen Arbeitsgemeinschaften der Eichenschule Jokeiba angeboten. Mehr als 80 Teilnehmer treffen sich mehrfach pro Woche, um diesen Sport zu treiben. Auch im Leistungskurs Sport wird Jokeiba gespielt. Außerdem verbreitet John Köhler seine Erfindung auf Lehrgängen und Lehrerfortbildungen. Jokeiba wird außerdem auch schon an verschiedenen Unis angeboten. Es wurden auch schon Examensarbeiten über diesen Mannschaftssport geschrieben. Höhepunkt unter den Jokeiba-Anhängern ist das alljährliche große Jokeiba-Turnier. "Das sind dann unsere Jokeiba-Weltmeisterschaften", so Köhler. In diesem Jahr finden sie am 11. und 12. Juli in Scheeßel statt. Erwartet werden wie in den vergangenen Jahren wieder Spielerinnen und Spieler aus dem gesamten norddeutschen Raum. Köhler scheint mit seiner Erfindung trotz der vielen bereits existierenden Sportarten den Nerv der Zeit getroffen zu haben. "Jokeiba ist ein faires, intelligentes, schnelles und taktisches Spiel, wo jeder die Möglichkeit hat zum Zuge zu kommen"

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