Zeven: Minister Lies besuchte Deutsches Milchkontor

„Druck hat zugenommen“

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (Mitte) probiert die im Milk-Innovation-Center hergestellte Schokolade Foto: Voigt
 ©Rotenburger Rundschau

(sv). Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) besuchte jetzt das Deutsche Milchkontor in Zeven. „Einige werden sich wundern, weshalb ich als Wirtschaftsminister hier vorbeischaue, aber es besteht ein enger Zusammenhang zwischen Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft“, sagte der Minister, der sich auch kritisch äußerte.

Zahlreiche Landwirte klagen über den zu niedrigen Milchpreis. „Der Druck hat zugenommen, der Kunde diktiert den Preis nicht mehr, das machen die sechs großen Handelsketten“, sagte Lies nach der Betriebsbesichtigung des Zevener Milchkontor-Standorts und fügte hinzu: „Die Milchwirtschaft funktioniert noch und ist nie so in Misskredit gekommen wie die Fleischindustrie. Auch dort trifft das vor allem auf die Zerlegebranche zu. Dort müssen wir uns nicht nur fragen, wie die Betriebe mit den Tieren umgehen, sondern auch mit den Mitarbeitern. Da ist etwas entstanden, das vollkommen aus dem Ruder läuft.“ Sönke Voss, DMK-Geschäftsführer Landwirtschaft/Rohstoff, erklärte, durch das genossenschaftliche Modell hätten die Landwirte mehr Einfluss. Dennoch sei es ein Problem, dass das Verhältnis der Verbraucher zu den Nahrungsmitteln abnehme. Kinder und Jugendliche wachsen, so hieß es, heute mit den wenigen bekannten Handelsketten auf und legen dadurch kaum noch Wert darauf, woher die Produkte stammen. Außerdem informierte sich Lies, der zusammen mit Lokalpolitikern den DMK-Standort in Zeven besuchte, über Arbeitsabläufe, das sogenannte Milk-Innovation-Center, in dem neue Produkte entwickelt werden, und die Auswirkungen des Fachkräftemangels auf den Betrieb. Dazu erklärte Personaldirektorin Ines Krummacker, der Fachkräftemangel sei in einigen Berufsgruppen bereits spürbar. Außerdem leide das Unternehmen unter dem schlechten Image der Arbeit in der Milchbranche: „Wir haben hier anspruchsvolle und hoch technisierte Berufe, aber viele haben immer noch das Bild von Gummistiefeln und Milchkannen. Wir müssen außerdem aufpassen, dass uns andere Betriebe nach der Ausbildung unsere Mitarbeiter nicht abwerben.“ Dabei sei der Verdienst sehr gut. Die unterste Lohngruppe verdiene mehr als zehn Euro pro Stunde, hieß es weiter. Erstaunt zeigte sich der Minister über die hohe Exportquote des DMK. „Rund 20 Prozent der in Zeven hergestellten Waren sind für den Export bestimmt – mit steigender Tendenz“, so Geschäftsführer Voss. Um diesem Trend Rechnung zu tragen, wird das Milchkontor am Standort Zeven ein neues Milchpulverwerk bauen – für 70 Millionen Euro. „Diese Summen zeigen, was Wirtschaftspolitik in Niedersachsen ist“, so Lies.

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