Suedlink: Pro Osteniederung kämpft für konfliktarme Trasse

Weitere Mitstreiter gesucht

31.10.2014
Der Verein Pro Osteniederung setzt sich mit Protestschildern und Unterschriftenlisten für einen konfliktarmen Stromtrassenverlauf ein     Foto: Meyer
Der Verein Pro Osteniederung setzt sich mit Protestschildern und Unterschriftenlisten für einen konfliktarmen Stromtrassenverlauf ein Foto: Meyer
 ©Rotenburger Rundschau

(mey). Die umstrittene Stromtrasse Suedlink, die größtenteils per Freileitungen Strom aus Windkraft von Schleswig-Holstein nach Bayern bringen soll, erregt ob der geplanten Korridorführung die Gemüter.

Gegner formieren sich in Bürgerinitiativen. So auch in Volkensen und Nindorf, wo sich der Verein Pro Osteniederung Volkensen-Nindorf gegründet hat und dem sich innerhalb kürzester Zeit mehr als 50 Mitglieder angeschlossen haben. Die Volkenser Bürgerinitiative hat eine Resolution an Bund, Land, Bundesnetzagentur, Tennet, Landkreis, Samtgemeinde und Gemeinde gerichtet. Darin tritt sie für eine alternative Trassenführung entlang der Bundesstraße 3 und östlich der Autobahn 7 ein und bittet um entsprechende Prüfung. „Diese Trasse würde erheblich weniger Siedlungsgebiete berühren als die sogenannte Vorzugstrasse und wäre auch noch zehn Kilometer kürzer“, so der Verein. Außerdem treffe der Grundsatz der Trassenbündelung mit Autobahnen und mehrspurig ausgebauten Bundesstraßen auf diese Region nicht zu. „Da muss man sich einfach wehren“, verdeutlicht der Vorsitzende der Initiative, Reinhard Jacobsen. Daher wird der Bund aufgefordert, den Randbereich seines Truppenübungsplatzes Bergen-Hohne aus der militärischen Nutzung freizugeben und zur Verfügung zu stellen. „Auch die Bundesrepublik sollte ihren Teil zum Suedlink-Projekt beitragen. Es wird den Bürgern vor Ort schwer vermittelbar sein, dass sie ihren Grundbesitz bereit stellen sollen, während der Bund eine große Fläche, die für die Trasse hervorragend geeignet wäre, nicht freistellt“, moniert der Verein. Durch die geplante Trasse werden „unwiderrufliche Zerstörungen“ der im Plangebiet befindlichen Naturschutz- und Landschaftsschutzreservate, Biotope und FFH-Gebiete befürchtet. Außerdem werde im Bereich Kuhmühlen, Volkensen und Groß Meckelsen das Naherholungsgebiet Osteniederung zerschnitten und der gesamte Tier- und Vogelbestand erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Und die Trassenführung verlaufe mitten durch das Wasserschutzgebiet Groß Meckelsen-Volkensen. „Wir wollen sie nicht einfach von uns wegschieben und andere Gemeinden damit belasten. Unser Bestreben ist, gemeinsam für die wesentlich konfliktärmere Trassenvariante zu kämpfen“, beteuert Jacobsen. Trotz der Infoveranstaltungen durch Tennet macht der Verein immer noch ein Informationsdefizit unter den Bürgern aus. Viele scheuten ein Aufbegehren. „Man kann ja eh’ nichts ausrichten“, heiße es. „Das stimmt nicht. Man muss sich nur formieren und die Öffentlichkeit wachrütteln“, gibt sich der Vorstand kämpferisch. Aus diesem Grund sind die Mitglieder jeden Donnerstag ab 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Volkensen anzutreffen, um dort Mitbürger zu informieren. Jeder Interessierte kann vorbeikommen. Etliche Unterschriftenlisten wurden bereits ausgelegt und Protestschilder aufgestellt. Aktuelle Neuigkeiten werden via eigens gegründeter Whatsapp- und Facebook-Gruppe ausgetauscht. Pro Osteniederung hofft auf weitere Mitstreiter, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen. Der Vorstand setzt sich aus dem Jacobsen, den stellvertretenden Vorsitzenden Holger Unger und Horst Rathjen, Kassenwart Rouven Rogge, Schriftführer Ulrike Kühn und die Beisitzer Andreas Fricke, Holger Rosemeyer und Hans-Wilhelm Brunkhorst zusammen.

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