Sottrumer Grüne fordern ein Konzept für den Klimaschutz - Von Karolina Haselmeyer

„Vor Ort etwas tun“

Heike Stäcker und Lühr Klee haben im Namen der rot-grünen Fraktion einen Antrag eingebracht, um das Thema Klimaschutz in der Gemeinde Sottrum nach vorne zu bringen Foto: Haselmeyer
 ©Rotenburger Rundschau

Mehr als zwei Jahre sind seit der jüngsten Kommunalwahl vergangen, aus der in der Gemeinde Sottrum eine rot-grüne Koalition hervorgegangen ist. Ein Ziel, auf das sich beide Parteien damals einigten: den Klimaschutz voranbringen. Dabei, so hieß es im Herbst 2011, solle Energie eingespart, verstärkt auf erneuerbare Energien – Photovoltaik oder Biogas – gesetzt und auf eine energiesparende Straßenbeleuchtung umgerüstet werden. Jetzt wird das auf dem Papier festgehaltene in die Tat umgesetzt.

Das Thema Klimaschutz ist in Sottrum nicht neu. Bereits im März 2012 wurde beantragt, ein Konzept zu entwickeln. Das Ergebnis der damaligen Diskussion: Die Gemeinde möchte zunächst das geplante Klimaschutzkonzept des Landkreises abwarten. Dieses wurde vor Kurzem verabschiedet – und ergibt für Sottrum keinerlei Synergieeffekte. Deswegen haben die beiden Grünen Heike Stäcker und Lühr Klee im Namen der Koalition erneut einen Antrag eingebracht, der bei der nächsten Sitzung des Gemeinderates Thema sein wird. „Wir wollen die Idee jetzt endlich mit Leben füllen“, sagt Stäcker motiviert. Konkret könnte das so aussehen: Zunächst wird der ökologische Ist-Zustand der Gemeinde ermittelt. Was gibt es bereits in Sottrum, wo steckt Potenzial drin und was fehlt? Anschließend wird geschaut, wo Energie eingespart werden könnte. Neben Gebäuden geht es dabei auch um Straßenbeleuchtung, die Ortsentwicklung, die Mobilität sowie die Erzeugung und der Verbrauch regenerativer Energie. Einige Aspekte – wie die Umrüstung auf LED und die Anbindung des Rathauses und anderer öffentlicher Einrichtungen an das Fernwärmenetz, seien bereits auf den Weg gebracht worden. Doch das sei noch nicht genug, finden die Grünen. „Das Thema wird national und international diskutiert. Doch auch wenn der jüngste Klimagipfel als gescheitert betrachtet werden kann, sollte der Kopf nicht in den Sand gesteckt werden, denn auch vor Ort kann etwas getan werden“, sagt Klee. Welche konkreten Taten auf diese Worte folgen werden, ist noch offen. Das soll im Rahmen eines Klimaschutzkonzeptes erarbeitet werden, mit dem, wenn es nach dem Willen von Rot-Grün geht, ein Experte beauftragt wird. Finanzielle Unterstützung könnte Sottrum dabei zum Beispiel vom Bund im Rahmen der Förderung von Klimaschutzprojekten erhalten. Einziges Problem: Förderanträge müssen bis zum 30. April eingereicht werden. Die Uhr tickt also. Doch auch wenn ein konkretes Konzept erst geschrieben werden muss, an Ideen mangelt es den Grünen in Sottrum nicht. „Wir wissen, dass wir das Thema nicht kurzfristig umsetzen können, sondern das es um mittel- und langfristige Maßnahmen geht“, sagt Stäcker und erklärt, dass es nicht allein darum gehe, an den gemeindeeigenen Häusern die Dämmung zu verbessern oder die Beleuchtung umzustellen. Sie und ihre Mitstreiter wollen vor allem auch die Bürger mit ins Boot holen. „Umweltschutz geht nur im gemeinsamen Dialog und nicht, indem etwas aufoktroyiert wird. Uns geht es deswegen auch um die Frage, was ich als Einzelperson tun kann? Wir als Gemeinde wollen dabei ermutigen und unterstützen und als gutes Beispiel vorangehen.“ So sei denkbar, im Rahmen des neuen Baugebietes in der Lindenstraße Anreize für energetische Baumaßnahmen zu schaffen. Auch eine kostenlose Beratung in Sachen energiesparende Sanierung spukt den Grünen in den Köpfen herum. „Viele Bürger wohnen in alten, schlecht gedämmten Häusern und wissen einfach nicht, wo sie anfangen sollen, um energetisch zu sanieren. Dieses Projekt erscheint vielen als großer unüberwindbarer Berg. Dabei muss ja nicht sofort alles auf einmal gemacht werden, sondern es reicht, nach und nach etwas zu verbessern“, sagt Stäcker, die aus Erfahrung spricht: Sie habe selbst vor diesem Berg gestanden und war froh, jemanden an ihrer Seite gehabt zu haben, der sie beraten konnte. So ein Angebot könnte es, wenn es nach ihr geht, bald regelmäßig für die Bürger der Gemeinde Sottrum geben. Auch das lokale Handwerk – und damit die Wirtschaft vor Ort - könne mit eingebunden werden. Dass das Thema Klimaschutz zunächst mit Investitionen einhergeht, ist den Grünen klar. Aber sie wissen auch, dass in der Zeit danach Energie und damit auch Geld gespart werden kann. „Ein Traum von mir ist, Sottrum in Sachen Klimaschutz und CO2-Bilanz im Landkreis ganz weit nach vorne zu bringen“, sagt Klee.

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