Info-Veranstaltung von Exxon Mobil in Horstedt

„Eigentlich ist alles sicher“

Exxon-Mobil-Unternehmenssprecher Hans-Hermann Nack (links) stand den besorgten Anwohnern in Horstedt Rede und Antwort Foto: Adelmann
 ©Rotenburger Rundschau

(wa). Die Feuerwehrhalle in Stapel bei Horstedt war gut mit Gemeindemitgliedern gefüllt, die sich bei einer Info-Veranstaltung von Exxon Mobil über die Chancen und Risiken der Gasförderung in Taaken informieren wollten.

Am Förderstandort Taaken soll eine Bohrstelle geschlossen und eine neue Bohrung betrieben werden. Von Exxon waren Hans-Hermann Nack als Unternehmenssprecher und Klaus Torp in seiner Funktion als Pressesprecher gekommen. Der neue Bürgermeister von Horstedt, Michael Schröck, begrüßte alle Anwesenden und begann seinen Informationsvortrag mit den Rahmenbedingungen, welche die Erdgassuche, die Förderung und die Versiegelung der Bohrstelle am Schluss einer Förderperiode begleiten. Da die erschienenen Einwohner der betroffenen Region eher an einer Frage- und Antwortstunde interessiert waren, wurde der etwas technisch geprägte Vortrag des Öfteren von Nachfragen unterbrochen. Letztendlich ging es den Betroffenen um die Belästigungen und Gefahren, die von dem geplanten Vorhaben ausgehen könnten. Nack erläuterte die spezielle Situation der Arbeiten in Taaken. Die alte Bohrstelle Taaken Z1, die sich zwischen Taaken und Stapel befindet, soll bis Dezember versiegelt werden. Mit einem aufwendigen Verfahren wird die Bohrförderstelle mit Zement und Bentonit verfüllt, wobei die Stahlwände erhalten bleiben. Auf die Frage einer Bürgerin, „ob diese Stahlwände vergammeln“, erwiderte Nack: „Unter Sauerstoffabschluss verrosten die Stahlwände nicht, und das Bauwerk hält einem Druck von 175 Bar stand.“ „Was passiert bei einem Erdbeben?“, war eine weitere Frage aus dem Publikum. „Bei einem Erdbeben würde die Bohrung einfach vom Gebirge zusammengedrückt und so verschlossen,“ antwortete der Unternehmenssprecher. In der zweiten Runde der Info-Veranstaltung ging es um die Neubohrung Taaken Z3, die in direkter Nähe von Taaken Z1 2016 beendet werden soll. Ängste und Befürchtungen bestimmten nun die Fragen der Anwesenden. Durch die Studie über erhöhte Krebsraten in Bothel und Gefahren um die Entsorgung des Lagerstättenwassers, wurden die Fragen emotionaler und den Vertretern von Exxon schien es immer schwerer zu fallen, mit ihren Argumenten die Befürchtungen der Fragenden zu beschwichtigen. Ob es um Lärmbelästigung oder um die Gefahren mit dem Lagerstättenwasser ging – ein Misstrauen dem Großkonzern gegenüber prägte die Stimmung der Einwohner. So gab Nack auch Fehler bei Projekten zu, versicherte jedoch,„dass eigentlich alles sicher“ sei, wobei es eine 100-prozentig Sicherheit nun mal nicht gebe. Der Forderung nach mehr Transparenz versprach Nack entgegen zu kommen und jeweils zwei Tage vor einem besonderen Ereignis, das eine hohe Belästigung zur Folge haben könnte, zu informieren. Beifall erhielt Dieter Szczney (Grüne) für sein Argument: „Die Verpressung von Lagerstättenwasser ist Steinzeit und es gibt neue Techniken, um das giftige Wasser besser zu entsorgen, aber dass ist wohl zu teuer.“ Nack entgegnete, dass der Konzern daran arbeite, die Entsorgung von Lagerstättenwasser zu optimieren. Alternativen bei der Abfackelung von überschüssigem Gas sprachen die Sprecher von Exxon aus technischen und Sicherheitsgründen entgegen. Der Frage einer Anwohnerin, wie das Projekt noch verhindert werden könne, antwortete Nack, dass das Landesbergamt, die Genehmigung erteile die Bevölkerung in diesem Falle die Belästigungen erdulden müssten. Das Misstrauen konnte auf der Veranstaltung nicht ausgeräumt werden und die Einwohner versprachen den Firmenvertretern, dass sie jeden Schritt von Exxon genau beobachten werden, um gegebenenfalls die Neubohrungen zu verhindern.

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