Demonstration der Bürgerinitiativen an der Gasbohrstelle Z11 - Von Klaus-Dieter Plage

Mit Bannern gegen Fracking

Deutliche Worte bei der Demonstration gegen Fracking: "Frack off, Exxon", heißt es auf dem Ganzkörperanzug des Aktivisten Foto: Plage
 ©Rotenburger Rundschau

Rund 300 Aktivisten beteiligten sich an der Demonstration gegen das Fracking an der Bohrstelle Bötersen Z11. Die Bürgerinitiative (BI) „Frackloses Gasbohren im Landkreis Rotenburg“ hatte zur Versammlung aufgerufen.

Vor der Demo (Motto: Fünf vor Frack) stand eine Fachtagung auf dem Programm. 16 Bürgerinitiativen aus ganz Niedersachsen und Schleswig-Holstein nahmen daran teil. BI-Vorsitzender Hartmut Horn meinte: „Wir sind hier, um das Wasser zu schützen, – für uns und unsere Kinder. Wir wollen nicht, dass die Gaskonzerne unser Grundwasser vergiften. Wasser brauchen wir zum Trinken, das muss rein sein und nicht stinken.“ Gutachten des Bundesumweltamtes und die EU sagen, dass die Gasförderung mit Fracking unwirtschaftlich sei und große Risiken hat, so Horn. Das Verpressen des Lagerstättenwassers zurück in die Erde sei besonders gefährlich. An fünf Stellen im Südkreis des Landkreises geschieht das bereits. „Allein in Hassendorf wurden seit 1991 über eine Millionen Kubikmeter giftiges Lagerstättenwasser in einer Tiefe von 750 Metern verpresst. Das sind eine Milliarde Liter. Wir leben hier auf einem Pulverfass beziehungsweise einem Giftsee“, meinte Horn. Das Vertrauen in die Technologie der Gasförderung hat Waffensens Bürgermeister Hartmut Leefers mittlerweile verloren, so seine Aussage. Er dankte der BI dafür, dass sie viel Zeit investiert habe, um sich mit der Technologie auseinanderzusetzen. „Die größte Gefahr sehen wir im Arbeitskreis des Landkreises in der Verpressung des Lagerstättenwassers“, berichtete Leefers. Der Gemeinde, der Samtgemeinde und dem Landkreis Rotenburg seien die Hände gebunden, nicht aber den Entscheidungsträgern. Viel Beifall erhielt Samtgemeindebürgermeister Markus Luckhaus dafür, dass er eine Spende über 2.000 Euro von Exxon abgelehnt hatte. Er berichtete, dass die Samtgemeinde gemeinsam mit der BI einen Forderungskatalog erarbeitet habe. Dieser wurde nach Hannover und Bonn geschickt. Darin wird gefordert, dass solange nicht gefrackt wird, bis eine Technik entwickelt ist, die keine Gefahren für Leib, Leben, Gesundheit und Umwelt darstellt. Das Lagerstättenwasser müsse vor dem verpressen behandelt werden, damit es unschädlich wird. Ebenfalls wurde gefordert, dass zukünftig die Gemeinden und die Öffentlichkeit an dem Genehmigungsverfahren beteiligt werden. Elke Twesten, Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Arbeitskreises Erdgas und Erdöl im Landkreis Rotenburg, berichtete, dass von den 650 Millionen Euro, die das Land aus der Erdgasförderung bekomme, nur 15 Prozent im Land bleiben. Der Rest fließe in den Länderfinanzausgleich. Sie betonte: „Es gibt auch keinen Hinweis, dass der Förderzins den Blick auf die fragwürdige Energiegewinnung verstellt.“ Sie meinte, solange nicht alle Bedenken ausgeräumt seien, müsse man von der fragwürdigen Form der Erdgasgewinnung mit Fracking Abstand nehmen. Der Bund sei gefordert, das antiquierte Bergrecht zu überarbeiten. Twesten kündigte an, dass ohne eine Umweltverträglichkeitsprüfung in Zukunft kein Genehmigungsverfahren aus Hannover den Schreibtisch des Umweltministers verlassen werde. „Wasser ist kein verhandelbares Gut, es ist eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen“, meinte Twesten. Superintendent und Landratskandidat Hans-Peter Daub hatte umwelttechnische Bedenken: „Was noch in der Erde liegt, darf man nicht mehr fördern und verbrennen, wenn man es mit dem Klimaschutz ernst meint.“ Auf Kreisebene seien die Handlungsmöglichkeiten gering: „Der Einfluss befindet sich in den Köpfen und Herzen der Menschen, die sich dagegen wehren.“ Andreas Weber, Bürgermeisterkandidat für die Stadt Rotenburg, meinte, dass das Entsorgen von Sondermüll strafbar sein müsse: „Beim Verpressen von Lagerstättenwasser muss das Abfallgesetz greifen.“ Unter großem Beifall versprach er: „Wenn es dazu kommen sollte, dass hier gefrackt wird, dann werde ich mich am Tor festketten. Ich werde nicht der Einzige sein." Silke Döbel von der BI in Söhlingen informierte die Anwesenden darüber, dass die Gruppe vermehrt Krebsfälle in ihrem Bereich festgestellt habe. „Fast jede Familie im Ort kennt drei bis vier Freunde die an Krebs erkrankt sind.“ Sie fordert umfassende Umweltuntersuchungen, den Ausbau der durchlässigen Rohre sowie den Einbau von Filteranlagen an den Förderstellen.

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24.06.2017

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