Fachausschuss berät Umbau des Oste-Wehrs

Damit die Fische ihre Brutplätze erreichen

28.01.2011
Foto: Plage
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 ©Rotenburger Rundschau

(age). Der Wege-, Umwelt- und Bauausschuss der Gemeinde Sittensen tagte jetzt zum Thema "Umbau des Oste-Wehrs“. Thomas Prott von dem Planungsbüro Galla und Partner stellte eine Sohlgleite vor, die den europäischen Richtlinien entspricht. 300.000 Euro wurden dafür im Haushalt eingestellt.

"90 Prozent davon erhalten wir als Zuschuss“, kündigte Ausschussvorsitzender Klaus Huhn (SPD). Einen Zuwendungsbescheid über die Planungskosten hat die Gemeinde bereits erhalten. "Für die Baumaßnahme erwaten wir eine Förderbewilligung bis Ende Februar“, meinte Bauamtsleiter Bernhard Goldmann. In der Vergangenheit wurden bereits mehrere Varianten zum Umbau des Ostewehrs vorgestellt. Ziel der Varianten war, die Durchlässigkeit für die Wanderung von Fischen, Amphibien und andere Tiere zu gewährleisten. Nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) soll bis 2015 in Fließgewässern ein Zustand erreicht werden, dass unter anderem die Fische auf ihren Wanderungen problemlos ihre Brutplätze erreichen können. In Sittensen behindert das Mühlenwehr in der Oste den Wanderungsdrang der Tiere. Zwar gibt es dort seit vielen Jahren eine Fischtreppe, aber sie ist nicht das Optimum. Der Fachplaner erklärte, dass die Uni Lüneburg, drei unterschiedliche Varianten untersucht hat. Das Ergebnis war eine Sohlgleite. Eine Absprache mit den zuständigen Behörden folgte. Der Landkreis forderte eine möglichst flache Sohlgleite. Auswirkung auf die oberen Anlieger der Oste dürfe es nicht geben. Ebenfalls solle der Betrieb des Mühlenrades gewährleistet bleiben. Eine Herausforderung für das Planungsbüro Galla, zumal es keine Bauunterlagen mehr gibt. "Die bestehende Brücke ist ein Tabuthema. Unterlagen fehlen und wir wissen nicht was uns erwartet, wenn wir sie anfassen“, meinte Prott. Die Sohlgleite wir eine Länge von rund 160 Metern haben. Auf das jetzige Flussbett wird ein Mineralgemisch aufgebracht. Um die Strömungsgeschwindigkeit zu verringern, werden etliche Findlinge eingebracht. Sie bieten auch den Fischen Ruhezonen auf der Wanderung flussaufwärts. Auch mögliches Niedrigwassers wurde bedacht. Eine 40 Zentimeter Rinne wird in die Sohlgleite eingebaut, damit ein Durchschwimmen möglich ist. Für die gesamte Bauphase muss das alte Flussbett trockengelegt werden. Dafür soll die Oste über den Mühlenteich umgeleitet werden.

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