RWE Dea berichtet von Vorfall in Grapenmühlen - Von Thomas Hartmann

Quecksilber trat aus

Uwe-Stephan Lagies von der RWE Dea an der Stelle, an der das Quecksilber in Grapenmühlen ausgetreten ist Foto: Hartmann
 ©Rotenburger Rundschau

Quecksilber ist an der Versenkbohrstelle Grapenmühlen zwischen Wittorf und Visselhövede ausgetreten. Die RWE Dea teilt mit: "Als Sofortmaßnahme ist der Schotterboden mit dem ausgetretenen Quecksilber ausgehoben und in Fässern gelagert worden. Als weitere Sanierungsmaßnahme ist vorgesehen, den Boden unter Begleitung eines unabhängigen Gutachters so weit zu entfernen, bis der Schaden komplett beseitigt ist.“ Eine Gefahr für die Bevölkerung habe zu keinem Zeitpunkt bestanden.

Vor etwa einem Jahr wurde das Rohrleitungssystem an der Anlage umgebaut. Dazu wurde es zunächst gereinigt. Die aus dem geschlossenen System entfernten Rohre verblieben auf dem Gelände, weil zunächst abgewartet werden sollte, ob sich die Umrüstung bewährt. Gegebenenfalls hätten ansonsten die alten Verbindungen wieder installiert werden sollen. Das war nicht nötig. Darum sollten die alten Rohre jetzt entsorgt werden. Bei der Verladung wurde dann festgestellt, dass Quecksilber aus den Leitungsteilen auslief. Auf das Schotterbett gelangten etwa 38 Milliliter der hochgiftigen Flüssigkeit. "Bei den derzeitigen Temperaturen verflüchtigt sich das Material nicht. Es bleibt in Kügelchen auf dem Boden liegen“, erklärt Uwe-Stephan Lagies, Leiter Unternehmenskommunikation des Konzerns. Das kontaminierte Schottermaterial sei sofort abgetragen und in Fässer gelagert worden. Anschließend habe das Unternehmen den Bereich großflächig ausgekoffert und den Boden in Container gefüllt. Nach Feststellung des Sachverhaltes hat RWE Dea die zuständige Aufsichtsbehörde, das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), informiert. Diese ist in Abstimmung mit dem Landkreis Rotenburg als Untere Wasser- und Bodenschutzbehörde in den aktuellen Vorgang eingebunden und begleitet das weitere Vorgehen. So sollen nun Boden- und Wasserproben vom Betriebsgelände und der näheren Umgebung untersucht werden, um zu prüfen, ob sich Verschmutzungen ergeben haben. Eine Vorsichtsmaßnahme, wie Lagies meint. Er geht davon aus, dass es sich um eine lokal begrenzte oberflächliche Verschmutzung handelt. Und wie konnte es dazu kommen? "Wir untersuchen das derzeit. Es mag sein, dass Quecksilber teilweise in die innere Rohrschicht diffundiert war und nun wieder freigesetzt wurde“, erklärt er. Quecksilber gehöre zu den natürlichen Bestandteilen des Lagerstättenwassers, das bei der Förderung von Erdgas mit an die Oberfläche gelange. Die Konzentration liege bei 0,00001 Prozent. Ein Teil davon werde schon direkt an der Förderstätte in einem Reinigungsprozess abgeschieden. Bei der Anlieferung des Lagerstättenwassers an der Versenkbohrstelle könne nach menschlichem Ermessen ein solcher Austritt von Quecksilber nicht passieren. Darum sei es für die RWE Dea um so ärgerlicher, dass es nun im Zuge von Umbauarbeiten zu einem solchen Zwischenfall gekommen sei. Lagies: "Ansonsten ist das ein geschlossenes System. Wir hoffen nun aber, dass die Sache mit dem Austausch des Erdbodens erledigt ist.“ Wer mehr über die Versenkbohrstelle erfahren möchte, hat dazu am Dienstag, 15. Mai, ab 19.30 Uhr Gelegenheit. Dann informiert die RWE Dea im Wittorfer Dorfgemeinschaftshaus über die Betriebsanlage in Grapenmühlen.

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