Uwe Schünemann informierte sich in Rotenburg über Präventions-Projekt

Mit dem Minister in der Zelle

"Es ist wichtig, sich früh gegen Gewalt zu engagieren", erklärte der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) in Rotenburg. Er nahm in den Räumen der Polizeiinspektion an dem Präventionsprojekt "Tu was" teil, das von der Stadt Rotenburg, dem Kirchenkreis und der Polizeiinspektion zur Stärkung der Zivilcourage junger Schüler ins Leben gerufen wurde.

25 Schüler der Klasse 8a der Rotenburger Theodor-Heuss-Schule nahmen mit ihren Lehrern Christa Strangmann und Detlef Ludwig die Chance wahr, einmal in einem ganz anderen Rahmen Unterricht zu haben. Nach einer theoretischen Vorbereitung zeigten die Schüler in kurzen Theaterstücken, wie Gewalt entsteht, wie sie sie erleben und verarbeiten. In Kostümen spielten die Jugendlichen Polizisten, Berber oder auch einen "Mafiosi". Angeleitet wurden sie dabei von den beiden Theaterpädagogen Karin Tischer und Boris Radivoy. "Wie geht man mit Hilferufen um?" fragte Hauptkommissar Thomas Teuber vom Rotenburger Präventionsteam in die Runde der Schüler. Die blieben locker und ließen sich vom hohen Besuch, der sich dazu gesellt hatte, nicht irritieren. "Ich finde besser, wenn man den Helfer direkt anspricht - sonst guckt der vielleicht weg", wandte Alexej ein. "Und laut schreien", ergänzte ein anderer Schüler. Es folgte ein offenes Gespräch über Waffen, Notwehr und Gewalt überhaupt. Was ist erlaubt, was verboten, wollten die Schüler wissen. Kriminalhauptkommissarin Karin Stabbert-Flägel ließ ihr Fachwissen und ihre kriminalistische Erfahrung in das Frage- und Antwortspiel einfließen. Danach ging es zur Wache. Thomas Teuber erklärte den Jugendlichen, wo ihr Notruf eingeht und wie die Polizei darauf reagiert. So soll die Angst vor dem Anruf genommen werden. Teuber betonte aber, dass niemand Schabernack treiben dürfe. Denn das könne vielleicht Menschenleben gefährden. Danach folgte ein Rundgang durch die Zellen der Inspektion. Einige Schüler konnten in den einmaligen Genuss kommen, mit einem leibhaftigen Innenminister gemeinsam in einer Polizeizelle zu sein. "Ich fand toll, dass sich die Polizei die Zeit für uns genommen hat", bedankte sich Sebastian. "Und ich bin froh, dass wir soviel lachen konnten", fügte Artur hinzu. Die beiden Theaterpädagogen versprachen der 8a, noch einmal in die Klasse zu kommen, um offen gebliebene Fragen zu beantworten. Im Anschluss an die Veranstaltung der Schüler kamen die hinzu geladenen Initiatoren zu Wort. Inspektionsleiter Bernd Deutschmann in seinem Dank an die Mitwirkenden: "Ich hoffe, dass "Tu was" Realität wird, wenn Ihr gebraucht werdet und anderen Hilfe geben könnt." Rotenburgs Bürgermeister Detlef Eichinger sah das Projekt durch den Ministerbesuch aufgewertet. Dazu machte er deutlich, dass mit der Installation des Präventionsrates in der nächsten Woche dieser Gedanke noch einmal gestärkt werde. Superintendent Hans-Peter Daub stimmte die Anwesenden nachdenklich: "Der Gegenbegriff von Gewalt ist Frieden - und das ist Glück." Die Kirchen der Welt hätten 1999 unter dem Eindruck des damals gerade ablaufenden brutalen 20. Jahrhunderts eine "Dekade zur Überwindung von Gewaltstrukturen" ausgerufen. Dabei seien zwei Dinge klar. Erstens: Gewalt beginnt immer im Kleinen. Und zweitens habe das Thema eine religiöse Dimension: Denn Glück sei von Menschen alleine nicht herstellbar. Der Superintendent erinnerte daran, dass gerade Jugendliche zuerst und besonders sensibel auf die angekündigte NPD-Kundgebung reagiert hatten. Dafür danke er ausdrücklich. Mit kurzen Worten machte Innenminister Uwe Schünemann deutlich, dass man in Rotenburg "genau auf dem richtigen Weg" sei. Dazu gehöre, dass sich Polizei, Stadt, Kirche und Schule beteiligen - auch finanziell. In einem abschließenden Gespräch mit Inspektionsleiter Bernd Deutschmann versicherte Schünemann, dass nach der Umorganisation der Polizei in diesem Jahr die Prävention weiter eine herausragende Rolle spielen wird. Es werde ein Präventionsteam mit drei Mitarbeitern geben, die als Ansprechpartner vor Ort präsent sind. Diese will Inspektionsleiter Deutschmann eng mit dem neu zu schaffenden Kommissariat zur Bekämpfung der Jugendkriminalität verzahnen.

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