Süddeutsche Zeitung greift Affäre um die Schriften erneut auf

Doch keine Ruhe um den Rotenburger Heimatbund

"In Rotenburg an der Wümme wird Geschichte verbogen"- so lautet die fett gedruckte Unterzeile eines Artikels, der am vergangenen Dienstag in der Süddeutschen Zeitung zu lesen war. Das renommierte Blatt erscheint deutschlandweit in einer Auflage von rund 430.000 Exemplaren. Nach eigenen Angaben erreicht es täglich mehr als 1,1 Millionen Leser.

Die Zeitung fasst die Affäre rund um den Rotenburger Heimatbund zusammen. Tenor: Die Rotenburger finden, dass endlich wieder Ruhe einkehren soll, nachdem mit Dr. Gernot Breitschuh einer der Hauptbeteiligten eines seiner Ämter niedergelegt hat. "Da ist es eher unwichtig, dass der Mann nicht aus Scham über eigene Fehler zurückgetreten ist, sondern aus Zorn über die vermeintliche Ungerechtigkeit anderer." Im Vorstand des Heimatbundes sitze er nach wie vor. Der Umgang mit dem Schicksal der jüdischen Familie Cohn sei ein bedrückendes Indiz dafür, wie schwer die Last der Vergangenheit in der deutschen Provinz noch immer werden könne, so der Artikel. Auch nachdem Bürgermeister Detlef Eichinger das Schicksal der Cohns - sie wurden in Auschwitz ermordet oder starben auf dem Transport dorthin - noch einmal vom Bundesarchiv habe bestätigen lassen, sei die Führung des Heimatbundes uneinsichtig geblieben. Heute noch vermute die Vorsitzende Sarina Tappe hinter der Kritik nur eine gesteuerte Aktion gegen den Heimatbund. Tappe habe von einer "offiziellen Version" der Geschichte der Cohns gesprochen, kritisiert die Zeitung, "als gäbe es mit gleichem Recht noch andere Erklärungen für das Verschwinden der Juden aus Rotenburg." Das reiche "ziemlich nah an das Leugnen des Holocaust heran", behauptet die Süddeutsche Zeitung. In Rotenburg habe das freilich niemand so nennen mögen. Das Blatt berichtet, dass der Heimatbund - "eine lokale Größe mit tausend Mitgliedern" - anscheinend keine Konsequenzen befürchten müsse. Die SPD-Fraktion im Stadtrat habe ihren Antrag auf eine Sperre des Städtischen Zuschusses zurückgezogen und der Ausschuss für Sport und Kultur des Landkreises habe empfohlen, die Förderung um zehn Prozent auf rund 50.000 Euro zu erhöhen - "wahrscheinlich wegen der Verdienste um die Heimatforschung", vermutet die Zeitung süffisant. Der Artikel ist nachzulesen im 30-Tage-Archiv der Süddeutschen Zeitung, Stichwort Rotenburg. Die Internet-Adresse: www.sueddeutsche.de. Bild: In dem abgebildeten Haus lebte die jüdische Familie Cohn bis 1934, als Boykottmaßnahmen sie zwangen, ihr Haus zu verkaufen. Foto: Archiv/Freudling

28.02.2021

Landpark Lauenbrück

12.02.2021

Winterlandschaft in Rotenburg

22.12.2020

Weihnachtsbilder

29.10.2020

Herbstfotos der Leser