Serie zur Landrats-Wahl - Folge 3

Landrats-Kandidaten nehmen Stellung: Luttmann und Daub äußern sich zur Gesundheitspolitik

Bis zur Wahl des Landrats am 25. Mai äußern sich die beiden Kandidaten, Hermann Luttmann und Hans-Peter Daub, in der Rundschau jeweils mittwochs zu regionalen Themen. Den Anfang hat die Agrar- und Umweltpolitik gemacht, danach folgte die Verkehrspolitik und jetzt ist die Gesundheitspolitik an der Reihe. Die Serie schließt in der kommenden Woche mit den Statements zur Sozialpolitik. Die aktuelle Fragestellung war die folgende: „Die Oste-Med-Kliniken in Bremervörde und Zeven müssen mit Millionen Euro aus der Kreis-Kasse gerettet werden. Die Zukunft der Krankenhäuser ist noch ungewiss: Unklar ist, ob sie nur noch eine Grundversorgung anbieten können, oder ob sie weiterhin ein so umfangreiches Angebot bereithalten, wie bisher. Außerdem gibt es immer weniger Mediziner, die sich als Landärzte engagieren möchten. Wie also soll die medizinische Versorgung im Landkreis Rotenburg künftig aussehen? Wie kann die Kreis-Politik gestaltend eingreifen?

ie bundesweiten wirtschaftlichen Probleme von Krankenhäusern treffen besonders kleine Häuser im ländlichen Raum. Im Landkreis Rotenburg kann man gegenwärtig zwei ganz unterschiedliche Situationen ausmachen. Während im Altkreis Rotenburg mit dem Diakoniekrankenhaus (700 Betten) und auch der Anzahl der niedergelassenen Ärzte (noch?) von einer guten Ausstattung gesprochen werden kann, ist die Situation im Nordkreis bei den kreiseigenen kleinen Kliniken in Bremervörde (110 Betten) und Zeven (90 Betten) und auch einigen Fachärzten deutlich angespannter. Trotz der Verantwortung der Kassenärztlichen Vereinigung sind wir Kommunen gut beraten, uns gemeinsam um niederlassungswillige Ärztinnen und Ärzte zu bemühen. Vorbildlich ist die „Zevener Landpartie“, eine Initiative örtlicher Ärzte, der Samtgemeinde, der Medizinischen Hochschule Hannover und der Kassenärztlichen Vereinigung. Studierenden der Medizin werden Praktika angeboten und so wird – hoffentlich – der Grundstein für eine Niederlassung gelegt. Der Landkreis will solche Initiativen mit dem Landesprojekt „Gesundheitsregionen Niedersachsen“ unterstützen. Ohne die Krankenhäuser in Zeven und Bremervörde wäre die stationäre Versorgung eines Großteils unserer Bevölkerung in angemessener Entfernung nicht möglich. Beide Häuser werden also gebraucht. Ein alleiniger wirtschaftlicher Betrieb durch den Landkreis ist nach Aussage der Fachleute nicht zu empfehlen. Deshalb suchen wir einen neuen Mitgesellschafter, einen – vorrangig regionalen – starken Partner. Neben den Elbe-Kliniken hat auch das Agaplesion Diakonie-Klinikum bereits Interesse bekundet. Wir wollen eine offene und transparente Auswahl auf Basis eines Interessenbekundungs- und Bieterverfahrens mit der Zielrichtung, ein medizinisches Leistungsprofil zu vereinbaren, dass den Versorgungsaufwand und die optimale Versorgungsqualität sicherstellt und langfristig den wirtschaftlichen Betrieb unserer Krankenhäuser gewährleistet. Hermann Luttmann ________________________________________ Eine gute Gesundheitsversorgung zu sichern, gehört zu den Kernaufgaben der Kreispolitik. Darum muss sich auch der Landrat mit Vorrang kümmern. Während das Agaplesion Diakonieklinikum in Rotenburg gemeinnützig arbeitet, wurden vor 13 Jahren die bis dahin kreiseigenen Krankenhäuser Bremervörde und Zeven durch Beteiligung eines privaten Konzerns aus der Gemeinnützigkeit gelöst. Wegen dieser problematischen Entscheidung konnte die Sana-GmbH schalten und walten und auch Renditen erwirtschaften, ohne dass sich der Kreis wesentlich gekümmert hätte. Nun hat der Konzern den Rückzug erklärt. Der Kreis musste die Anteile zurückzunehmen und der Handlungsbedarf ist groß. Auch, weil in den vergangenen Jahren viel zu wenig investiert wurde. Die Kreisverwaltung ist in der Geschäftsführung auf die Hilfe durch die Elbekliniken in Stade angewiesen. Damit diese und das Diakonieklinikum auch gesellschaftsrechtlich zu Partnern werden können, müssen Bremervörde und Zeven wieder gemeinnützig werden. Dafür, vor allem aber für ein zukunftsfähiges medizinisches Konzept im Verbund mit den starken Nachbarhäusern, werde ich mich mit all meiner beruflichen Erfahrung in diesem Bereich einsetzen. Funktionierende Krankenhäuser – dazu gehört auch die Reha-Klinik in Gyhum – ziehen Ärzte und Pflegekräfte in die Region. Entscheidend sind gute Ausbildungsmöglichkeiten. Darum habe ich die Idee eingebracht, mit einer Hochschule für Erziehung und Pflege Kräfte zu bündeln und bei uns akademische Ausbildungswege in diesen zukunftsträchtigen Berufsfeldern zu entwickeln. Schließlich sind in einer älter werdenden ländlichen Gesellschaft ambulante Pflegedienste, eine gute Palliativversorgung, Tagespflegen und attraktive Heime bis hin zum Hospiz notwendig. Das Ziel teilen alle: selbstbestimmt leben bis an das eigene Lebensende. Aber dafür sind Innovationsbereitschaft, Offenheit für die Ideen der Partner und Entschlossenheit bei der Umsetzung gemeinsamer Lösungen notwendig. Weiter wie bisher wäre auch hier entschieden zu wenig. Hans-Peter Daub

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