Landesamt für Bergbau erlaubt die Suche nach Öl

Der Landkreis vibriert

(bb). Das Landesamt für Bergbau und Geologie (LBEG) in Hannover hat nun dem Sonderbetriebsplan der PRD Energy zugestimmt, der es der Firma aus Berlin erlaubt, seismische Untersuchungen in einem 90 Quadratkilometer großen Gebiet vorzunehmen.

Dieses Areal befindet sich zwischen Klein Meckelsen, Sittensen, Helvesiek, Elsdorf und Heeslingen. Bei diesen Messungen im Landkreis werden mittels Vibrationsfahrzeugen oder durch Zünden kleinerer Sprengladungen in Bohrlöchern künstliche Schallwellen erzeugt. Diese durchdringen das Erdinnere und werden an den Grenzen unterschiedlicher Gesteinsschichten reflektiert. Durch diese Erkundungsmethode verschafft sich das Unternehmen ein dreidimensionales Abbild des Untergrundes bis in eine Tiefe von mehreren tausend Metern. Ein Team von rund 50 Männern und Frauen setzt alle vier Meter Seismofone in die Erde und lässt dann direkt darüber, also auf der Oberfläche, für wenige Minuten den Boden vibrieren. Bei einer bergrechtlichen Erlaubnis handelt es sich um das Recht, in einem festgelegten Gebiet einen bestimmten Rohstoff aufsuchen zu dürfen. Diese Erlaubnis umfasse nicht das Recht, technische Maßnahmen wie Erkundungsbohrungen durchzuführen. Diese müssten gesondert beantragt werden, teilt das LBEG mit. PRD Energy hat sich also bis jetzt lediglich die Erlaubnis eingeholt, herauszufinden, ob rund um Sittensen größere Ölvorkommen in der Erde schlummern. Noch bis 2017 haben sie die Exklusivität für ihre Aktivitäten. Sollten sie bis dahin tatsächlich fündig geworden sein, werden sie den nächsten Schritt unternehmen, nämlich versuchen, an das Öl heran zu kommen. Warum hat sich die Firma ausgerechnet Deutschland mit seinen vielen Umweltschutzbestimmungen ausgesucht? „Deutschland gilt als Rohstoffreiches Land und außerdem wurden früher nur deshalb viele Ölförderanlagen hierzulande stillgelegt, weil sie nicht mehr rentabel waren, der Ölpreis war einfach zu niedrig“, erklärt Wigbert Freund, Geophysiker und Mitarbeiter des Berliner Unternehmens gegenüber der Rundschau. Außerdem spiele eine Rolle, dass das politische System in Deutschland stabil sei. Was nicht bedeute, dass ihr Unterfangen ein leichtes wäre. Auch wenn die LBEG ihnen erlaubt hat, die Erde in Vibrationen zu versetzen, gilt es nun nach wie vor Gemeinden und Eigentümer davon zu überzeugen, dass ihnen allein durch die Messungen noch kein Ungemach drohe. Erste Seismofone werden Anfang des nächsten Jahres in die Erde gebracht.

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Björn Blaak Björn Blaak
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