Kreis-Grüne: Sprecherinnen stellen sich vor - Von Stephan Voigt

Weibliches Doppel

16.07.2014
Dr. Ursel Brüning-Wildhagen (links) und Susanne Mrugalla sind die neuen Sprecherinnen der Grünen auf Kreisebene           Foto: Voigt
Dr. Ursel Brüning-Wildhagen (links) und Susanne Mrugalla sind die neuen Sprecherinnen der Grünen auf Kreisebene Foto: Voigt
 ©Rotenburger Rundschau

Dr. Ursel Brüning-Wildhagen aus Scheeßel und Susanne Mrugalla aus Freyersen bei Heeslingen sind die neuen Sprecherinnen der Kreis-Grünen. Sie stellten sich nun im Haus der Rundschau vor und blickten auf ihr bisheriges Wirken zurück. Unbeschriebene Blätter sind die beiden nämlich längst nicht mehr.

Mrugalla ist seit Frühjahr 2012 Sprecherin der Grünen auf Kreisebene und wurde nun in ihrem Amt bestätigt. Ihr zur Seite steht künftig Brüning-Wildhagen. Für ihre neue Kollegin hat Mrugalla schon viel Lob übrig und weist dabei explizit auf den Doktor-Titel Brüning-Wildhagens hin: „Den hat sie nämlich in Jura gemacht und kann daher unsere Anliegen mit Rechtsverstand vertreten. Ich bin Modedesignerin, also kreativ tätig. Von daher denken wir ganz anders – die eine in Kreativ- die andere in Sachprozessen. Das ist eine gute Kombination, von der sich die Grünen natürlich auch etwas erhoffen.“ Mrugalla, die in den Landesarbeitsgemeinschaften für Landwirtschaft und Verkehr ihrer Partei aktiv ist, erklärt, dass die Bilanz der ersten Jahre mit grüner Beteiligung an der Kreistagsmehrheit durchaus positiv ausfalle. So habe ihre Partei zahlreiche Themen ins Gespräch gebracht, sodass sie nun mittlerweile sogar von der Opposition aufgegriffen werden, sagt Mrugalla und deutet auf einen Wahlkampfflyer von Landrat Hermann Luttmann. Das Zurückfahren der Verschuldung, Jugendberufshilfe, das Einstellen der Bildungslotsen und Landschaftswarte – all das seien typisch grüne Themen. Auch die Einführung der Gebührenfreiheit für das zweite Kindergartenjahr sei auf Initiative der Grünen zurückzuführen. „Das hätte die CDU schon vor Jahren machen können“, sagt Mrugalla. Auf die Nachfrage, ob dies tatsächlich einer Grünen-Initiative oder Zwängen durch Fachkräftemangel und demografischen Wandel geschuldet sei, reagiert Brüning-Wildhagen: „Wir wurden bei der Kommunalwahl gewählt, weil die CDU das nicht umgesetzt hat.“ Die Scheeßelerin ist ebenfalls auf Landesebene in ihrer Partei aktiv: in der Arbeitsgemeinschaft Energie und Atom. So wird sie am Freitag in Hannover bei einer Parteiratssitzung zusammen mit einigen anderen vor Umweltminister Stefan Wenzel eine Rede halten und dabei Fracking thematisieren. Dazu wird sie auch eine Resolution des Rotenburger Kreisverbandes an Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) übergeben. „Das Papier wurde von uns einstimmig befürwortet“, stellt Mrugalla klar. Darin sprechen sich die Grünen gegen Fracking und ein Verpressen von unbehandeltem Lagerstättenwasser aus. „Das fällt übrigens auch bei der Erdölförderung an“, stellen die beiden mit Blick auf die geplante Ölförderung von PRD Energy heraus. Außerdem sprechen sich die Grünen in der Resolution gegen das Abfackeln an Erdgasbohrungen aus und machen sich für mehr Kontrollen durch das LBEG und mehr Transparenz der Behörde stark. Ebenso setzen sie sich für eine Beweislastumkehr bei Erdbebenschäden ein. Soll heißen: Die Energiekonzerne sollen nachweisen müssen, dass Schäden nicht durch eventuelle Erdbeben, die von der Erdgasförderung herrühren, stammen. Bislang müssen die betroffenen Bürger nachweisen, dass Schäden an Häusern auf die Energiegewinnung zurückzuführen sind. Letzter Punkt im Forderungskatalog ist eine Bürgschaft der Energieunternehmen für das Beheben eventueller Schäden, die durch die Energiegewinnung entstehen. Wer sich mit den Grünen in Verbindung setzen möchte, könne sich zwar auch an sie wenden, betonen die beiden. Erster Ansprechpartner seien aber zunächst die jeweiligen Ortsverbände.

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