Jugendzentrum Rotenburg: Treffpunkt für junge Musiker

Von Battle-Hiphop und anderem Rap

(fo). Im Rotenburger Jugendzentrum kommen Hip-Hopper und Rapper der Region regelmäßig zusammen, um gemeinsam ihre Tracks aufzunehmen. So wie das Duo "Divers", die gerade ihre neueste CD "Weiß-Blau-Rot" fertiggestellt haben.

"Divers" sind die Rotenburger Artem Frank und Johann Machalow. Sie haben sich dem Battle-Hiphop verschrieben. Zu kraftvollen Beats schreiben sie in unverblümter Sprache knallharte deutsche Texte. "Ich schreibe auch frauenfeindliche Texte", sagt Artem und lächelt dabei verschmitzt. Der Schein trügt: Hier sitzen keine brutalen Schläger und Machotypen, sondern Jugendliche, die mit ihrer Musik ein Ventil suchen. Es geht darum, Leute zu provozieren und aus der Reserve zu locken. "Wir versuchen, die Musik aggressiver zu machen - aber auf witzige Art", erläutert Artem. "Dabei wollen wir die Leute unterhalten, aber auch zeigen, dass wir besser sind als andere. Das sollte aber nicht allzu ernst genommen werden." "Wir machen eher normalen Hiphop", sagt Martin Schulte. Unter dem Namen MCi singt er mit Partnerin Cindy Rinck über jugendliche Alltagsprobleme wie junge Liebe, Schule oder Eltern. Auch der Stil von Dennis (Gallery) Schmidt und Adrian Lauber ist Battle-Rap. Darunter finden sich auch melodiöse Stücke mit Tiefgang: "Unser letzter Text handelt von Schmerz und vom Tod." Russischen Hiphop bieten die Musiker von "Ruma". Die Texte von Andr' Rostov, Valentina Dukat und Max Kolomizew drehen sich ebenfalls um alltägliche Probleme der Heranwachsenden nebst "etwas Politik." Um die Rapperin ILL.ONE - vielen noch bekannt als Local-Hero-Zweitplatzierte Ill Da Loco - ist es seit ihrem letzten Album "I.L.L.Styles" etwas ruhiger geworden. "Ich bin zurzeit auf Sparflamme, da ich gerade meine Diplomarbeit schreibe", berichtet die Studentin der Sozialpädagogik. Angebote für Auftritte habe sie ausreichend, aber: "Ohne neue Stücke ist mir das zu peinlich."Das heiße aber nicht, dass sich gar nichts tut. Via Internet hält sie Kontakt zu Musikern in Baden-Württemberg: "Da ist vieles möglich. Ich bekomme aus dem Süden der Republik die Beats zugeschickt und nehme dazu meinen Part auf. Dann wird das Ganze abgemischt. Es ist gut, auch am anderen Ende Deutschlands etwas Publicity zu haben. Nach dem Diplom hoffe ich, wieder aktiver werden zu können." Mit der Ausstattung im Musikbereich des Jugendzentrums in der Bergstraße sind Rotenburgs "junge Wilde" mehr als zufrieden, können sie doch zu einem kleinen monatlichen Obolus das ganze Equipment vom Mikro über Soft- und Hardware bis zum Mischpult nutzen. "Das ist schon beachtlich, was hier reingesteckt wurde", lautet die einhellige Meinung. "Seit mehr als zwölf Jahren gibt es den Musikbereich im Jugendzentrum, den ich seit zwei Jahren leite. Das Equipment haben wir Jahr für Jahr zusammengetragen. Das, was gebraucht wurde, wurde Step by Step angeschafft", erläutert Sven Kracke. Befragt über seine Meinung zur buntgemischten Rotenburger Hiphop-Szene: "Das ist auch eine Art von Jugendkultur, die hier eine Plattform findet, um sich auszuprobieren." Nach den Ferien bietet Kracke wieder Musikworkshops im Jugendzentrum an. Jeder, der Lust zum Musikmachen hat, kann sich bei ihm melden (Telefon 04261/2276).

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