Großes Treffen der Ritter und Damen des deutschen OSMTH - Von Karolina Haselmeyer

Templerkonzil in Rotenburg

Komtur Fritz Strunk und Großpriorin Elke Bruns sind Gastgeber, wenn Bischof Younan und mehr als 120 Ritter und Damen des deutschen Templer-Ordens zum Konzil in die Wümmestadt reisen Foto: Haselmeyer
 ©Rotenburger Rundschau

Die Wümmeregion wird am dritten Wochenende im Juni, 21., 22. und 23., das Ziel zahlreicher, mitunter sogar prominenter, Reisender sein – und dafür sorgt nicht nur das Hurricane-Festival auf dem Eichenring: Am selben Wochenende treffen sich Mitglieder sämtlicher Komtureien des internationalen Ordo Supremus Militaris Templi Hierosolymitani (OSMTH), dem weltweit einzigen kirchlich legitimierten Templerorden, zum Konzil in Rotenburg. Als Gast mit dabei ist auch der Präsident des Lutherischen Weltbundes, Bischof Dr. Munib Younan aus Jerusalem.

Wer bei den Templern an eine Gruppe verrückter Geschichtsinteressierter denkt, die mit langem Mantel und Schwert durch die Straßen laufen, der ist auf dem Holzweg. 2002 wurde der christlich-ökomenische Ritterorden von den Vereinten Nationen als nicht staatliche Hilfsorganisation mit Konsultativstatus in sozialökonomischen Fragen anerkannt. Als solche unterstützt der OSMTH weltweit soziale Projekte. Und auch vor Ort wird Hilfe geleistet, so unterstützten die Rotenburger Ordensmitglieder den Aufbau des Hospizes in Bremervörde. Freimaurerei und Esoterik werden vergeblich gesucht. Einmal im Jahr treffen sich die rund 120 deutschen Ordensmitglieder zu einem Konzil um organisatorische Dinge zu klären und sich über die Arbeit und die Projekte in den verschiedenen Komtureien auszutauschen. Verglichen mit einem Verein sei das die Jahreshauptversammlung, erklärt Elke Bruns aus Ahausen, die dem deutschen Orden als Großpriorin vorsteht. Doch das Treffen, das für alle Ordensmitglieder verpflichtend ist, hat noch einen anderen Grund: „Nur durch die persönliche Begegnung können Freundschaften aufgebaut und aufrecht erhalten werden“, sagt Fritz Strunk Rotenburger Komtur, und weist auf den starken Zusammenhalt der Ritter und Damen des Ordens untereinander hin: „Wenn jemand von uns irgendwo mit seinem Auto auf der Autobahn liegenbleibt, dann kann er immer jemanden anrufen, der ihm hilft – und das sogar international. Wer Hilfe braucht, wird aufgefangen.“ Anders als der Johanniter- und Malteserorden nimmt der OSMTH auch Frauen auf. „Bei uns kann jeder mitmachen, der getauft ist“, so Strunk Das Besondere beim Rotenburger Konzil ist neben dem Besuch von Bischof Younan auch die Investitur, bei der vier Ordensmitglieder zu Rittern und Damen geschlagen werden. Der Ritterschlag ist öffentlich und jeder, der möchte, kann ihm beiwohnen. „Am Samstagabend gibt es um 18 Uhr einen Gottesdienst mit Landesbischof Ralf Meister in der Stadtkirche Rotenburg“, berichtet Bruns, die einen Hauptteil der Organisation übernommen hat. „Der Gottesdienst wird musikalisch begleitet von zwei Opernsängern. Und direkt im Anschluss beginnt die Investitur, bei der der Ritterschlag verteilt wird.“ Zwei Jahre aktive Ordensarbeit seien dafür notwendig. Auch Rotenburgs Bürgermeister Detlef Eichinger lässt es sich nicht nehmen, die Gäste am Samstagmorgen um 9.30 Uhr im Rathaus zu begrüßen, wo sich Bischof Younan auch ins goldene Buch der Stadt eintragen wird. Doch er ist nicht der einzige internationale Gast: Rund 25 Ordensmitglieder anderer Großpriorate werden erwartet. „Dem OSMTH gehören Mitglieder aus 45 Ländern an. Bei unserem Konzil werden Gäste aus den USA, Serbien, Bulgarien, Frankreich, Dänemark und Österreich dabei sein“, so Bruns. Und sie verrät schmunzelnd: „Eine Woche vorher findet ein Konzil in Serbien statt, zu dem ich eingeladen wurde. Wegen unseres Konzils habe ich abgesagt und ebenfalls eine Einladung ausgesprochen. Am Ende haben wir uns darauf geeinigt, uns gegenseitig zu besuchen.“ Sie und Strunk schätzen die Ordensarbeit nicht zuletzt auch deswegen sehr, weil sie dort mit vielen Menschen ganz unterschiedlicher Nationen und mit ganz unterschiedlichen Berufen und Interessen zu tun haben. „Das ist sehr spannend“, so Strunk. Genügend Zeit sich näher kennenzulernen und sich auch privat über verschiedene Themen auszutauschen, bietet das Konzil, denn neben den offiziellen Sitzungen und Terminen stehen ein Grillabend sowie ein Besuch von Schneverdingen inklusive Kutschfahrt durch die Lüneburger Heide auf dem Programm. Weitere Informationen zum OSMTH gibt es im Internet unter www.osmth-deutschland.de.

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