Gewalterfahrung von Jugendlichen: Fachtag greift brisantes Thema auf

In die Psychiatrie oder den Knast?

(r). Gewalterfahrungen von Kindern und Jungendlichen insbesondere im Landkreis Rotenburg: Das war das Thema des vierten Rotenburger Fachtages, zu dem die Polizeiinspektion gemeinsam mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Diakoniekrankenhauses eingeladen hatte. In einem breiten Angebot an Fachvorträgen, Präsentationen und Workshops konnten sich alle, die im Landkreis beruflich und ehrenamtlich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, über Jugendgewalt und deren Präventionsmöglichkeiten informieren.

Lüneburgs Polizeipräsident Friedrich Niehörster gab am Vormittag den Startschuss zu der mittlerweile auch über die Grenzen des Landkreises bekannten Veranstaltung, die mit über 180 Teilnehmern ausgebucht war. Kriminalhauptkommissarin Karin Stabbert-Flägel, Beauftrage für Jugendsachen, referierte zunächst über Jugenddelinquenz aus Sicht der Polizei. Dabei stützte sie sich auf Zahlen aus der Kriminalstatistik, aber auch auf Erfahrungen aus polizeilichen Einsätzen mit Jugendlichen. Diplom-Soziologe Dirk Baier vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen erläuterte erste Ergebnisse aus einer Befragung des neunten Schuljahrgangs zum Thema Jugendgewalt, die im vergangenen Jahr im Landkreis durchgeführt wurde. Dabei zeigte er auf, dass sich in vielen untersuchten Bereichen die Rotenburger Zahlen mit denen des Bundesdurchschnitts deckten, es aber auch regional bedingte Unterschiede gebe. Mit einem abschließenden Untersuchungsergebnis der Studie ist zum Frühjahr 2009 zu rechnen. Mit der provokanten Frage "Jugendliche Gewalttäter - ein Fall für die Psychiatrie oder den Knast?" befaste sich der Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Dr. Bernhard Prankel, aus Sicht eines Mediziners mit dem Thema. In sechs Wokshops hatten die Teilnehmer am Nachmittag die Möglichkeit, eigene Belange und Fragen zu klären. Dabei standen die Themen Mobbing, Opferhilfe, Gewalt an Schulen und Jugendstrafrecht im Blickpunkt des Interesses. Neben der Richterin Sabine Ostermann vom Rotenburger Amtsgericht und der Diplom-Psychologin Birgit Thiel leiteten Martin Weger und Jürgen Schulz vom Weißen Ring die Gesprächskreise. In einem weiteren Workshop stellte Karin Tischer von der Theaterwerkstatt Bremen des Rotenburger Projekt zur Gewaltprävention "Tu Was!" vor. Christine Hummers und Christoph Steinke vom Präventionsteam der Rotenburger Polizei nannten Hilfsangebote als Elemente polizeilicher Präventionsarbeit mit Schulklassen. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch den Auftritt des Musical-Projektes "Stop - das Musical" des Jugendmigrationsdienstes Nienburg. Mit einem Videoclip und zwei Lifeakts stellten die jugendlichen Künstler ihr Musical, das sie bereits am Vormittag im Bürgersaal vor 500 beigeisterten Rotenburger Schülern aufgeführt hatten, auf professionelle Weise vor.

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