Gemeinden und Institutionen bitten um Spende - Von Stephan Voigt

Exxon reagiert nur

"Woher soll die Firma sonst wissen, dass es einen Grund zur Spende gibt?", fragt Bothels Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Woltmann
 ©Rotenburger Rundschau

Vor einigen Monaten sorgten Spenden der Firma Exxon Mobil an die Hassendorfer Feuerwehr, die die Samtgemeinde Sottrum wegen des umstrittenen Fracking-Verfahrens nicht angenommen hatte, für Diskussionen. Nun wurde in der Samtgemeinde Bothel über eine ähnliche Spendenannahme diskutiert. Exxon meldete sich daraufhin zu Wort und stellte klar, das Unternehmen biete Spenden nur dann an, wenn Gemeinden und Institutionen darum bitten.

„Im Zusammenhang mit der Berichterstattung zu der 5.000-Euro-Spende unseres Unternehmens für die Feuerwehr Hemslingen darf ich noch einmal darauf hinweisen, dass unseren Spenden stets eine entsprechende Spendenanfrage der Begünstigten vorausgeht. So ging auch in diesem Fall die Initiative nicht von uns aus“, teilte eine Exxon-Sprecherin über die Zuwendung („Umstrittene Spende“, www.rotenburger-rundschau.de) mit. Die verantwortlichen Politiker reagieren ausweichend auf die Frage, ob deutlich genug an die Öffentlichkeit transportiert wird, dass die Initiative bei Exxon-Spenden nicht von dem Unternehmen selbst ausgeht. Bothels Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Woltmann stellt eine Gegenfrage: „Woher soll die Firma sonst wissen, dass es einen Grund zur Spende gibt?“ Hassendorfs Bürgermeister Klaus Dreyer sagt, spätestens jetzt, wenn es in der Zeitung stehe, wissen es alle Bürger. Können die Politiker verstehen, dass es aus Exxon-Sicht irritierend sein muss, wenn Gemeinden und Institutionen um Spenden bitten, diese gewährt und daraufhin nicht angenommen werden? Woltmann sagt, die Hauptverwaltungsbeamten seien für die Spenden-Akquise verantwortlich: „Die Firmen wissen auch, dass der Samtgemeinderat erst zustimmen muss.“ Dreyer hingegen findet deutliche Worte, sagt: „Das kann Exxon auch Veralberung nennen.“ Dreyer weist aber die Information von Exxon Mobil zurück, die Gemeinde Hassendorf habe im Juni vergangenen Jahres um eine Spende von Exxon für Schutzbekleidung für die Jugendfeuerwehr gebeten. „Das stimmt so nicht. Die Anfrage kam von der Feuerwehr, ich habe das lediglich unterstützt – das ist meine Aufgabe als Bürgermeister.“ Er weist darauf hin, dass in den Richtlinien der Samtgemeinde steht, dass Spenden aus der Wirtschaft für die Feuerwehren gewünscht sind. Daher habe er die Anfrage unterstützt. Sottrums Samtgemeindebürgermeister Markus Luckhaus gibt ebenfalls zu, dass die Ablehnung aus Sicht des Spendengebers unglücklich gelaufen sei. Aber: „In einem solchen Verfahren sind verschiedene Ebenen betroffen und jede kann eigenverantwortlich handeln.“

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