Gasförderung: Naturschützer fordern eingehende Untersuchung

Nabu weist Quecksilber nach

Umweltchemiker Dr. Heribert Wefers hat den Nabu beim Ziehen der Proben unterstützt
 ©Rotenburger Rundschau

(r/hm). Der Nabu Rotenburg hat Bodenproben aus der Nähe von vier Gasbohrplätzen bei Söhlingen genommen und auf Quecksilber hin untersuchen lassen. „Zumindest zwei Ergebnisse begründen in unseren Augen den dringenden Verdacht, dass von solchen Anlagen der Boden beeinträchtigt wurde und vielleicht weiter wird. Wir fordern die Behörden auf, ein umfassendes Untersuchungsprogramm zu veranlassen. Da muss jemand genau hingucken“, sagt der Vorsitzende Roland Meyer.

In der Nähe der Plätze Z6 und Ost Z1 sind die Naturschützer mit ihren wenigen Stichproben eindeutig fündig geworden: Mit 4,2 und 6,7 Milligramm Quecksilber je Kilogramm Boden liegen die gemessenen Werte cirka um die Faktoren 40 und 70 über dem Gehalt unbelasteten Bodens aus der Region. „Die zugehörigen Orte, zum Beispiel im Sediment eines Grabens und in einem Randstreifen zum Acker, lassen vermuten, dass der Eintrag durch ablaufendes Wasser oder ähnliches erfolgt ist“, so Meyer. Zur Einordnung: Der Vorsorgewert, oberhalb dessen laut Gesetz „in der Regel“ davon auszugehen ist, dass eine schädliche Bodenveränderung vorliegt, beträgt je nach Bodenart 0,1 bis 1,0 Milligramm Quecksilber pro Kilogramm Erde. Der Wert, ab dem „in der Regel Maßnahmen erforderlich sind“, liegt bei Grünland bei zwei Milligramm. Meyer: „Selbst diese zweite Grenze ist überschritten. Jetzt muss untersucht werden, wie groß die von uns gefundenen geschädigten Bereiche sind und ob es weitere gibt, auch an den vielen anderen von uns nicht beprobten Bohrstellen. Und sind auch landwirtschaftlich genutzte Flächen betroffen?“ Zudem stelle sich die Frage, ob Grundwasser ebenfalls beeinträchtigt ist. Und: Wenn erhöhte Quecksilberwerte im Boden vorliegen, seien auch andere Schadstoffe wahrscheinlich. Der Nabu hatte sich ferner Hinweise darauf erhofft, ob durch das umstrittene Abfackeln eine Kontamination der Umgebung auf dem Luftwege stattfindet. „Zwar wurden bei zwei von drei daraufhin beprobten Bohrplätzen in einiger Entfernung vom vermuteten Standort der Fackeln leicht erhöhte Werte festgestellt. Sie bleiben aber klar unter den Maßnahmewerten“, berichtet Meyer. Dies bedeute im Umkehrschluss jedoch nicht, dass die Flammen nicht doch gefährlich sein könnten, meinen die Naturschützer. Meyer: „Wir können mit wenigen Stichproben nicht alle möglichen Belastungen erfassen. Umfassende Untersuchungen durchzuführen, die auch andere Entfernungen und andere Himmelsrichtungen einschließen, kann nicht Aufgabe des Nabu sein. Da sind jetzt die Behörden gefordert.“ Außerdem sollten der laufende Betrieb und die Arbeiten an allen Bohr- und Förderanlagen besser überwacht werden. Dem Nabu standen der Ottersberger Umweltchemiker Dr. Heribert Wefers und ortskundige Mitglieder der Bürgerinitiativen aus Söhlingen und Wittorf zur Seite. Die Proben stammen aus bis zu zehn Zentimetern Tiefe. Dabei wurde zumeist pro Bohrplatz Material von drei verschiedenen Stellen zu gleichen Teilen miteinander vermischt und dann zur Kostenersparnis gemeinsam untersucht. „Es ist deshalb anzunehmen, dass manche dieser Einzelproben durchaus höhere Belastungen zeigen, als die daraus erstellte Mischprobe“, sagt Wefers. Die Analyse hat ein akkreditiertes Labor in Wuppertal durchgeführt. Dessen Bericht und Karten mit Eintragungen der Orte aller Stichproben haben die Naturschützer dem Umweltminister in Hannover geschickt. Auch die unteren Wasserbehörden in Rotenburg und im Heidekreis sind informiert.

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