Einstimmiges Votum im Kreistag für weitere Analyse

Krebsuntersuchung soll ausgeweitet werden

Rotenburger Kreishaus Foto: Archiv
 ©Rotenburger Rundschau

(sv). In Bothel taucht bei Männern eine Häufung von Blutkrebsfällen auf. Nur in Bothel? Das soll nun laut einem Kreistagsbeschluss untersucht werden. Eine entsprechende Studie wird auf Nachbargemeinden ausgedehnt.

Der entsprechende Antrag wurde von allen Parteien im Kreistag unterstützt. Angelika Dorsch (SPD) ergriff das Wort dazu: „Das soll eine Einladung und ein Signal für die Kommunen sein, die an Bothel grenzen. Das heißt, dass wir auch im Kreistag ein Interesse daran haben, zu klären, woher die Häufung der Krebsfälle kommt.“ Sie warnte aber auch davor, sich bei der weiteren Untersuchung nur auf die vermutete Ursache – die Erdgasförderung – zu konzentrieren, weil sonst die Gefahr bestehe, den eventuell wahren Grund zu übersehen. Hartmut Leefers (CDU) wies darauf hin, dass in der Sache alle an einem Strang ziehen. Dann kritisierte er, dass sich unterschiedliche Akteure im Rahmen einer E-Mail-Korrespondenz heftig attackiert haben. „Das tut weh“, so Leefers, der hinzufügte: „Ich finde es richtig, dass sich Landrat Hermann Luttmann aus diesem Verteiler hat streichen lassen.“ Leefers Parteifreund Heinz-Günter Bargfrede forderte: „Bevor nicht alles geklärt ist, dürfen keine Fracking-Maßnahmen mehr stattfinden.“ Elke Twesten (Grüne) erklärte, die Untersuchung der Krebsfälle sei nicht nur eine Rotenburger Angelegenheit: „Das ist eigentlich ein regionales Problem und betrifft eventuell auch die Landkreise Heidekreis und Verden.“ Sie appellierte dafür, die jeweils örtlichen Initiativen zu bündeln und Forderungen über den Landkreis nach Hannover senden. Am Tisch müssten, so Twesten, das Sozialministerium, das Wirtschafts- und das Umweltministerium sitzen. Außerdem gehe es auch um Finanzen, denn das Landesbergamt müsse personell so ausgestattet werden, dass es die Bohrplätze besser kontrollieren kann. Twesten sagte übrigens auch, dass die nähere Untersuchung der Gründe für die erhöhte Krebsrate in Bothel eineinhalb bis zwei Jahre dauern könne. Die Kreistagsabgeordneten votierten dann einstimmig für die Möglichkeit, die Untersuchung des Epidemiologischen Krebsregisters auf die Botheler Nachbargemeinden auszuweiten.

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