Drei Projekte werden im Landkreis umgesetzt / Fördergeld fließt

Fischotterschutz mal drei

03.09.2014
Der Fischotter soll im Landkreis Rotenburg verstärkt geschützt werden
Der Fischotter soll im Landkreis Rotenburg verstärkt geschützt werden
 ©Rotenburger Rundschau

(r/sv). Der Fischotterschutz im Landkreis Rotenburg wird weiter vorangetrieben. Nachdem ein entsprechendes Projekt vor zwei Jahren gestartet war, werden nun zwei weitere Brücken so gestaltet, dass die Tiere sie unterqueren können, ohne den gefährlichen Weg über die Straße wagen zu müssen.

Die Auswahl der beiden Brücken erfolgte auf Basis einer Studie der Aktion Fischotterschutz. In dieser Studie wurden Brücken der Gewässerkorridore zwischen Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein identifiziert, bei denen erhöhter Handlungsbedarf in Sachen Fischotterschutz besteht. Das Land Niedersachsen fördert die ottersichere Gestaltung der beiden Brücken mit einer Zuwendung von 90 Prozent der Projektkosten. Geplant ist sowohl die Brücke der B74 über den Oste-Schwinge-Kanal bei Bremervörde, als auch die Brücke der L131 über die Beeke bei Scheeßel mit einem Laufbrett zu versehen, damit die Tiere diese trockenen Fußes unterqueren können. Vor zwei Jahren wurden drei Brücken im Kreisgebiet noch mit künstlichen Uferstreifen, sogenannten Bermen, versehen („Lebensretter eingeweiht“, www.rotenburger-rundschau.de). Dies ist nun aus hydraulischen Gründen nicht möglich. Daher kommen Laufbretter – in der Regel eine etwa 30 Zentimeter breite Eichenbohle – zum Einsatz. Diese werden in Fließrichtung rechts mittels Winkeleisen und Ankerbolzen so an der Brückenwand befestigt, dass sie dem Otter die Unterquerung der Brücke auch noch bei mittleren Hochwasser erlauben. Außerdem wird ein drittes Projekt umgesetzt. Dabei handelt es sich um die Erstellung eines Trockendurchlasses unter der L141 bei Weertzen/ Hanrade. Dieses Projekt wird von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung zu annähernd 85 Prozent gefördert. Dazu der Stiftungsgeschäftsführer Karsten Behr: „Das Projekt ist zwar kostspielig, aber es erhält und stärkt die niedersächsische und damit auch die norddeutsche Population des Fischotter.“ Im Bereich Weertzen/Hanrade quert der Fischotter von der Oste kommend, die Landesstraße 141, um zu den auf der gegenüberliegenden Straßenseite gelegenen Teichen zu gelangen. Er folgt dabei dem Abwasser der Teiche, das Richtung Oste fließt. Das die Straße unterquerende Abflussrohr ist für die Tiere nicht begehbar, da es in zirka vier Metern Tiefe in einem Schacht endet. Der Fischotter überquert daher die Landesstraße – seit 2012 wurden an dieser Stelle drei Tiere überfahren. Der Trockendurchlass besteht aus einer Röhre, mit einem Durchmesser von 50 bis 60 Zentimetern, die in einem Bohr-Pressverfahren unter der L142 hindurchgeführt werden soll und dem Fischotter so eine sichere Unterquerung der Straße ermöglichen wird. Dieses, im Vergleich zur Berme oder zum Laufbrett deutlich aufwendigere Projekt, wird voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2015 fertiggestellt werden können.

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