Bekommt der Landkreis doch den HVV-Tarif? - Von Stephan Voigt

Mit kleinen Schritten

Günstig mit dem Zug vom Hamburger Hauptbahnhof nach Scheeßel fahren? Mit dem HVV-Tarif wäre das möglich Foto: Archiv
 ©Rotenburger Rundschau

Die Ausweitung des Hamburger Tarifverbundes für den öffentlichen Personennahverkehr, der HVV, war nun Thema im Wirtschaftsausschuss des Landkreises. Besonders Politiker aus Scheeßel setzten sich für die Ausweitung des HVV ein. Knackpunkt sind dabei die Kosten.

Erster Kreisrat Dr. Torsten Lühring erklärte, dass die meisten Gemeinden im Landkreis bereits Mitglied im VBN, dem Tarifverbund Bremens, sind. Lediglich Bremervörde, Sittensen, Scheeßel und Fintel seien dort nicht Mitglied, ihre Pendler seien aber auch zumeist nach Hamburg orientiert. Pendler aus Bothel und Visselhövede – auch die Gemeinden sind nicht VBN-Mitglied – hingegen seien eher nach Bremen orientiert. Durch den sogenannten ROW-Tarif zahlen alle ÖPNV-Nutzer im Landkreis die VBN-Preise. Für bestimmte Strecken gibt es Übergangstarife zum HVV. "Nun ist aber die Frage, ob wir einen echten HVV-Tarif bekommen. Dann wären die Fahrkarten deutlich günstiger als derzeit“, sagte Lühring im Ausschuss. Problem dabei sind die Kosten. Sollte die Bahnstrecke von Rotenburg nach Hamburg in den HVV aufgenommen werden, kämen jährliche Kosten von 686.000 Euro auf Landkreis und Gemeinden mit Bahnhöfen an der Strecke zu. Die Route von Bremervörde nach Hamburg würde entsprechend 73.000 Euro kosten. "Diese Zahlen sind zwei Jahre alt, der Preis dürfte also noch steigen. Außerdem gilt er nur für Zeit-, nicht für Einzelkarten. Wenn wir die auch noch dazu nehmen, dann sind wir schnell bei einem siebenstelligen Betrag“, so Lühring. Würden HVV und VBN beispielsweise in Rotenburg aneinander grenzen, könnten Pendler mit zwei Verbundkarten einfach und günstig in beide Metropolen gelangen. "Das wäre die teuerste, die Luxuslösung“, sagte Dietmar Opalka, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Nord-Ost-Niedersachsen (VNO). Besonders die Scheeßeler Politikerinnen Angelika Dorsch (SPD) und Elke Twesten (Grüne) machten sich für den HVV-Tarif für Scheeßel stark. Twesten erklärte, Scheeßel sei keineswegs eindeutig Hamburg zuzuordnen. "Wir wollen daher beide Verbünde in Scheeßel haben“, sagte die Grünen-Politikerin, woraufhin Dorsch antwortete: "Die meisten Politiker in der Gemeinde sind realistisch genug zu wissen, dass das nicht funktioniert.“ Die Sozialdemokratin sagte, Scheeßel habe sich schon seit Jahren für den HVV-Tarif stark gemacht und hatte sogar schon Geld, 90.000 Euro, in den Haushalt eingestellt. "Wir sind uns bewusst, dass wir auf Jahre hinweg zahlen müssen. Ich habe aber auch gehört, dass wir uns nicht unbedingt in diesem finanziellen Horrorszenario bewegen müssen“, so Dorsch. Die hohen Kosten sprach auch Heinz-Günter Bargfrede (CDU) an. Er erklärte hingegen, dass die Kosten vielleicht sogar noch steigen: "Wenn der HVV nämlich gilt, werden die Pendler aus Fintel und Lauenbrück nicht mehr nach Tostedt fahren, sondern direkt in Scheeßel in den Zug steigen.“ Mit Blick auf Rotenburg – die Kommune müsste mehr als 200.000 Euro überweisen – gab Bargfrede zu bedenken, dass die Stadt auch für Pendler aus Bothel bezahlen würde, die in der Kreisstadt in den Zug steigen. Es gibt also viel Diskussionsbedarf. Die Kreisverwaltung soll nun nochmals in Hamburg nach aktuellen Zahlen fragen, wie teuer ein Beitritt zum HVV wird.

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