Arbeitskreis Erdgas: RWE äußerte sich zu Lagerstättenwasser - Stephan Voigt

Nur die billigste Alternative?

Dr. Nicolai Delling während seines Vortrages im großen Sitzungssaal des Rotenburger Kreishauses Foto: Voigt
 ©Rotenburger Rundschau

Was geschieht künftig mit dem bei der Erdgasförderung anfallenden Lagerstättenwasser? Dazu referierte nun Dr. Nicolai Delling von RWE Dea beim Arbeitskreis des Landkreises zur Erdgas- und Erdölförderung. Delling musste sich dabei zahlreiche kritische Nachfragen gefallen lassen.

Delling stellte dabei in Kurzform diejenige Studie vor, die bereits vor einigen Wochen der Öffentlichkeit präsentiert werden sollte. Sie mache eine Versenkung des Lagerstättenwassers in Wittorf-Grapenmühlen überflüssig, hieß es von Seiten RWE Deas. „In Panzenberg haben wir die Versenkung freiwillig eingestellt, in Wittorf steht uns nur eine begrenzte Kapazität zur Verfügung. Darum haben wir nach Alternativen gesucht. Dabei haben Kosten keine Rolle gespielt“, sagte Delling, was mit einem skeptischen Raunen im Publikum quittiert wurde. Unterschiedliche Wissenschaftler und Gutachter hätten sich mit verschiedenen Optionen befasst, wie künftig mit dem Lagerstättenwasser umgegangen werden soll. Derzeit werde es, so Delling, in einer Tiefe von rund 1.000 Metern versenkt. „Die aktuelle Methode haben wir in die Studie nicht aufgenommen, weil wir ja Alternativen suchen und weil die nicht mehr in der Bevölkerung akzeptiert wird. Aus unserer Sicht ist die aktuelle Variante sicher und wäre nach wie vor die beste Lösung, weil man nicht so tief bohren muss und keine weiten Anfahrtswege hat“, so Delling. Das verwunderte Ersten Kreisrat Dr. Torsten Lührung: „Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie hat uns in einer Umweltausschusssitzung noch gesagt, dass es sicherer wäre, das Lagerstättenwasser dort zu verpressen, wo es herkommt.“ Und genau das ist die Variante, die RWE Dea künftig verfolgen wird. Delling stellte die Alternativen vor – die überirdische Aufbereitung des Lagerstättenwassers, die Verwertung in Salzlagerstätten zur Bergwerkstabilisierung sowie die Injektion in alte Gaslagerstätten in etwa 5.000 Metern Tiefe. Letztere sei, so Delling, die beste Variante, was erneut mit kritischem Raunen im Publikum bedacht wurde. „Klar, das ist die billigste Option“, war zu hören. Der Geologe stellte aber dar, dass der sichere Verbleib des Lagerstättenwassers und ein geringer Ressourcenverbrauch für diese Variante sprechen. Negative Punkte dabei seien, so Delling, dass Schadstoffe nicht separat verbracht werden und die Lagerstätten aufwändig auf ihre langfristige Eignung geprüft werden müssen. Im Anschluss an den Vortrag folgten zahlreiche Nachfragen von Mitgliedern des Arbeitskreises und des Publikums. So wollte eine Zuhörerin wissen, wie das Lagerstättenwasser zu den Versenkbohrungen gebracht werden soll? „Der Transport erfolgt mit Lkw, in der Studie heißt es aber, dass Leitungen die bessere Lösung wären“, so Delling. Auf die Frage, wie auszuschließen sei, dass das Lagerstättenwasser mit Grundwasser in Berührung kommt, sagte der Geologe: „Wir bringen das Wasser in 5.000 Meter Tiefe. Dort liegt seit Jahrmillionen Gas. Wäre das nicht dicht verschlossen, wär das Gas bereits entwichen. Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass das sicher ist, weil wir das Lagerstättenwasser dahin bringen, wo wir es hergeholt haben.“ Dabei musste der RWE-Dea-Mitarbeiter zugeben, keine Erfahrung mit einem Verpressen in derartigen Tiefen zu haben, weil das bislang nicht praktiziert werde. Auf Nachfrage aus dem Publikum erklärte Delling, dass aus diesem Grund viele Annahmen bei seinen Ausführungen dabei sind. Auch das Thema der Erdbeben wurde gestreift. Delling sagte, dass bei einigen Bohrungen das Verpressen des Lagerstättenwassers nicht zu erhöhtem Risiko was seismische Aktivitäten angeht, führe, sondern im Gegenteil zu einem geringeren Risiko führe. Eine umfassende Präsentation der Studie sagte Delling für die nächsten Wochen zu. Der eigentliche Termin im November musste seitens des Unternehmens aus gesundheitlichen Gründen verschoben werden.

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