Äußerungen zu erhöhter Krebsrate in Bothel

Schnelles Handeln wird nun eingefordert

(sv). Zur Feststellung der erhöhten Krebsrate in der Samtgemeinde Bothel äußern sich gegenüber der Rundschau weitere Politiker und auch Exxon Mobil.

Klaus Torp ist Sprecher des Energieunternehmens und gibt nur eine kurze schriftliche Stellungnahme zum Bericht des epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen (EKN) ab: „Wir werden die Ergebnisse mit ärztlicher Unterstützung auswerten und bitten um Verständnis, dass dies etwas Zeit in Anspruch nehmen wird.“ Schnelles Handeln hingegen mahnt Bothels Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Woltmann an: „Ich würde sagen, dass man nun dringend herausfinden muss, ob die Krebsfälle mit der Gasförderung zu tun haben. Mehr noch: Man sollte nun alle Förderstellen in Niedersachsen untersuchen. Ich möchte konkret wissen, wo es in Deutschland noch eine solche Konzentration von Krebsfällen gibt.“ Dass eine Ursache für die Erkrankungen nicht auszumachen ist und das Suchen nach den Hintergründen dem Stochern im Nebel gleiche, mache ihm Angst, so Woltmann weiter. „Das Landesbergamt müsste viel mehr tun. Das ist verantwortlich dafür, dass die Gesundheit der Bevölkerung in Zusammenhang mit der Erdgasförderung geschützt wird“, sagt Woltmann. Hemslingens Bürgermeister Henry Gerken nennt die Ergebnisse „ein bisschen bedenklich“ und fügt hinzu: „Wir haben aber auch damit gerechnet, dass bei der Untersuchung so etwas herauskommen kann.“ Er habe nun Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Stümpel zur nächsten Gemeinderatssitzung eingeladen, damit er dort noch einmal Stellung nehmen kann. Außerdem fänden Gespräche mit Exxon statt, so Gerken: „Wir hatten neulich schon einen Termin. Damals war das Ergebnis aber noch nicht bekannt. Wir werden uns aber weiterhin künftig enger austauschen, auch damit der Gemeinderat immer informiert ist.“ Bernd Wölbern, Chef der Mehrheitsgruppe aus SPD, Grünen und WFB im Kreistag, erklärt: „Klar ist, dass dort Befürchtungen von Bürgern bestanden, die sich nun bestätigt haben. Die Ursachen sind aber unklar. Das Landesbergamt wird nun nicht mehr zögern können und Untersuchungen beginnen.“ Je nachdem, welche Ergebnisse dies bringe, müssten auch andere Regionen in den Blick genommen werden. Mit seinen nun geforderten Untersuchungen meint Wölbern nicht nur die von ihm jüngst geforderten Luftmessungen beim Abfackeln an Gasbohrstellen. „Ich meine grundsätzlich alles. Schließlich ist offen, wie die Belastungen in die Umwelt kommen“, so Wölbern, der aber den Umgang mit Öl, Gas und Lagerstättenwasser an vielen Stellen als arglos bezeichnet. Seine Forderung: „Wenn ein Zusammenhang mit der Gasförderung nachgewiesen werden kann, müssen bestimmte Anlagen auch in Frage gestellt werden. Dann geht die Gesundheit der Bevölkerung vor.“

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