Landkreis und Moorbahn-Verein präsentieren Interessierten die neue Erlebniszone - Von Sven Königsmann

Zwei Einweihungen im Tister Bauernmoor

Viel zu sehen und zu zeigen gibt es im Tister Bauernmoor Fotos: Königsmann
 ©Rotenburger Rundschau

Der Landkreis Rotenburg und der Verein Moorbahn Burgsittensen luden zu einem geführten Spaziergang durch den neu gestalteten Erlebnisbereich im Tister Bauernmoor ein. Ziele des Vereins sind die Förderung der Heimatpflege, der Heimatkunde, des Naturschutzes und der Landschaftspflege, aber auch die Darstellung der Lebensart sowie der Lebens- und Arbeitsweise der Vergangenheit.

Das Tister Bauernmoor ist ein Hochmoor und wurde 2001 zum Natur- und Wildschutzgebiet für Federwild erklärt. Es hat eine Größe von circa 570 Hektar und gehört mit dem angrenzenden Ekelmoor, dem Avensermoor und dem Everstorfer Moor zu dem großen Hochmoorkomplex Ekelmoor. Seit Generationen wurde dort Torf abgebaut, zunächst als Streu- und Brennmaterial für kleinbäuerliche Betriebe, 1931 begann der gewerbliche Torfabbau. Die Torfabbaukonzessionen erloschen Ende 1999. Aufgrund des anhaltenden Regens disponierten die Organisatoren kurzfristig um und die Besucher fuhren, anstatt zu laufen, mit zwei Zügen der Moorbahn zunächst zu dem neuem Aussichtsturm, auf dem Landrat Hermann Luttmann die neu gestaltete Moorerlebniszone, deren Ausbau mit Landes- und EU-Mitteln gefördert wurde, eröffnete. Luttmann betonte in seiner Ansprache die gute Zusammenarbeit mit dem Moorbahnverein. In den vergangenen Jahren wurden vom Landkreis circa 170.000 Euro investiert – dies habe die Attraktivität des Tister Bauernmoores noch einmal stark gesteigert. Der neue Aussichtsturm ist durch breite Holzrampen mit nur sanften Steigungen barrierefrei erreichbar und bietet auch älteren und gehandicapten Menschen mit einem Handicap einen schönen Ausblick auf den wiedervernässten Teil des Tister Bauernmoores. Zahlreiche Vögel können dort beobachtet werden, auch der Kranich hat sich wieder angesiedelt. Mittlerweile gilt das Tister Bauernmoor als einer der bedeutendsten Kranichplätze im nordwestdeutschen Flachland – im Spätherbst rasten dort mehrere tausend Kraniche, bevor sie in ihre Winterquartiere weiterziehen. So arbeitet der Verein seit seiner Gründung eng mit dem Naturschutz zusammen, was anfangs durchaus gewisse Schwierigkeiten barg. „Aber“, so schmunzelte Andreas Schwanholt vom Moorbahnverein, „man hat gelernt, aufeinander zuzugehen.“ So laufe die Zusammenarbeit mittlerweile hervorragend. Und: „Jeder Mitwirkende kann stolz sein auf seinen Beitrag zum Erhalt dieses schönen Fleckens Erde. Jeder bringt sich ein und findet seine Passion.“ Für das Amt für Naturschutz und Landschaftspflege waren dessen Leiter Jürgen Cassier sowie Heike Vullmer unter den Gästen. „Natur erlebbar machen“, das ist das Ziel aller Beteiligten. Nach diesem ersten offiziellen Teil fuhren Gäste und Veranstalter wiederum mit zwei Zügen der Moorbahn weiter, um bei einem kurzen Stopp die sogenannte Westtangente des Schienennetzes einzuweihen – diese ermöglicht nun Fahrten mit der Moorbahn über einen Rundweg. Wer mochte und dem Wetter entsprechend gekleidet war, konnte im Anschluss noch im Rahmen sachkundig geführter Wanderungen in kleinen Gruppen die Erlebniszone mit ihrer faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt entdecken – durchaus ein Erlebnis, nicht nur bei Sonnenschein.

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