Helvesiek: Zehntausende Tonnen klimaschädliches Gas werden gespart

Klimaschutz auf der Mülldeponie

Mit schwerem Gerät wird derzeit in Helvesiek gearbeitet
 ©Rotenburger Rundschau

(r/sv). Die Deponie Helvesiek soll Ende kommenden Jahres endgültig geschlossen werden. Derzeit erfolgen erste umfangreiche Stilllegungsmaßnahmen in den älteren Abschnitten und die Verfüllung des letzten Abschnitts mit mineralischen Abfällen.

Um die rechtlichen Anforderungen an den Deponiebetrieb bezüglich der Erfassung und Behandlung von Sickerwasser- und insbesondere Deponiegasemissionen zu erfüllen, unternimmt der Landkreis als Betreiber seit Beginn der Ablagerung 1978 erhebliche Anstrengungen. So ist seitdem ein Gaserfassungssystem mit 68 Gasbrunnen entstanden, über die das Deponiegas erfasst und im Blockheizkraftwerk der benachbarten Gesellschaft für Alternativenergiewirtschaft (GfA) verwertet wird. Dort dient es der Stromerzeugung und ersetzt Primärenergie zur Beheizung. Damit ist bisher bereits ein nennenswerter Beitrag zum Klimaschutz geleistet worden, da treibhausgasrelevante Methanemissionen in die Atmosphäre vermieden und Primärressourcen geschont wurden. "Aus den seit 1989 erfassten Deponiegasmengen lässt sich aufsummiert eine Vermeidung von klimarelevanten Emissionen in einer Größenordnung von circa 500.000 bis 600.000 Tonnen Kohlendioxidäquivalenten ableiten“, so Hans-Wilhelm Schröder, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes. Zur Erklärung: Um die unterschiedlichen Treibhausgase vergleichen zu können, wird jedes hinsichtlich seiner Wirkung auf Kohlendioxid umgerechnet. Ein Kilogramm Methan entspricht so 21 Kilogramm CO2E. "Die Abfallwirtschaft leistet also einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz“, so Erster Kreisrat Dr. Torsten Lühring. "Diesen Weg will der Landkreis nun konsequent weitergehen.“ Seit September wird auf dem Deponieplateau eine Kunststoffdichtungsfolie als temporäre Oberflächenabdeckung im oberen Bereich aufgebracht, um den Eintrag von Niederschlägen in den Deponiekörper gänzlich zu unterbinden. Im Zuge dieser Baumaßnahme wird das bestehende Gaserfassungssystem nochmals ertüchtigt und erweitert. Solange noch ausreichend Gas entsteht, wird es wie bisher genutzt. Ist dies aufgrund schlechter Gasqualität oder fehlender Menge nicht mehr möglich, erfolgt eine Belüftung zur beschleunigten biologischen Stabilisierung des Deponiekörpers. Damit wird zum einen eine umweltgerechte und wirtschaftliche Überführung der Deponie in einen emissionsarmen Zustand verfolgt. Zum anderen wird ein zusätzlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet. "Das treibhausgasrelevante Methan, das sonst noch über einige Jahrzehnte entstehen und unkontrolliert in die Atmosphäre entweichen könnte, wird so erst gar nicht mehr gebildet“, berichtet Schröder. Das Verfahren der Deponiebelüftung wurde vor zehn Jahren erstmals in Kuhstedt im nördlichen Landkreis in einem Pilotvorhaben eingesetzt und mit wissenschaftlichen Begleituntersuchungen auf seine Wirkung geprüft. Es war so erfolgreich, dass es nun in der bundesweit geltenden Verordnung als geeignetes Verfahren zur Verbesserung des Deponieverhaltens aufgenommen wurde. Die so genannte Niederdruckbelüftung soll nun auf der Deponie Helvesiek zur weiteren Vermeidung klimarelevanter Emission in einer Größenordnung von 40.000 bis 60.000 Tonnen an Kohlendioxidäquivalenten beitragen. Zum Vergleich: Wenn eine Kommune beispielsweise die Straßenbeleuchtung auf energieärmere Beleuchtungsmittel umstellt, dann führt eine Energieeinsparung von einer Million Kilowattstunden pro Jahr zu einer Emissionsreduktion von etwa 600 Tonnen Kohlendioxidäquivalenten.

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