Forschungsstation Wildtierland zeigt neue Wege

Positive Veränderungen

(vg). Getrocknete Gräser, Laub und kleine Äste liegen als Knäuel auf dem Tisch. Dreck sei das allerdings nicht, sagt Dr. Erika Vauk-Hentzelt. Die Diplom-Biologin ist wissenschaftliche Leiterin des Finteler Forschungsinstitutes Wildtierland. Und das Durcheinander, das auf einem Küchentuch im Labor ausgebreitet ist, gehört zur Studie über Kleinsäuger.

Vauk-Hentzelt bringt´s auf den Punkt: "Eine unserer Diplomandinnen fängt derzeit Mäuse. Natürlich lebend." Untersucht werden Wühlmäuse sowie Echte Mäuse und dabei ihr Wanderverhalten im Besonderen. Bereits herausgefunden haben die Mitarbeiter des Institutes unter anderem, dass in Fintel sieben Arten vorhanden sind und die Tiere schon mal zwei Kilometer am Stück zurücklegen. Um Ergebnisse dieser Art zu bekommen, brauchen die fünf Mitarbeiter der Forschungsstation viel Geduld. Denn: Im Schnitt wird zehn Jahre an einem Thema gearbeitet, um aussagekräftige Werte ermitteln zu können. Seit der Gründung der Deutschen Wildtier-Stiftung im Jahr 1993 werden nicht nur Landschaften in Fintel unter die Lupe genommen und selbst zu Studienzwecken bewirtschaftet, sondern auch konkret Lebensräume geschützt. Ermöglicht wird das Engagement durch den Unternehmer Haymo Gustav Rethwisch. Er rief die Initiative ins Leben als er auf eigenen Flächen in Fintel bei der Jagd feststellte, dass der Bestand an Hasen, Rebhühnern und Rehen zurückgegangen war. Dieser Entwicklung möchte er entgegen wirken und finanziert deshalb das Institut. Dass der ursprüngliche Zustand "unserer auf den ersten Blick langweiligen Flächen in Fintel, auf denen beim näheren Hinsehen das Leben tobt", so Vauk-Hentzelt, wieder hergestellt werden könnte, hält sie für unrealistisch. Sie sieht aber gute Chancen, mit der Arbeit der Forschungsstation Wege hin zu positiven Veränderungen für die Pflanzen- und Tierwelt zu ermitteln und Denkanstöße zu geben. Ziel der Institution ist es, dem Namen folgend, vor allem die Lebensbedingungen für Wildtiere zu verbessern. Zudem Naturschutz in allen Bereichen zu praktizieren. "Wir wollen nicht die Landwirte anklagen. Dass in Zukunft undenkbar ist, die gesamte Menschheit mit Ökö-Tieren zu ernähren, ist uns klar. Aber einen Mittelweg, der weit entfernt ist von der Massentierhaltung - den möchten wir aufzeigen." Spannend findet Vauk-Hentzelt nicht zuletzt das Leben von Pflanzen, die physiologisch sehr viel komplizierter als Säugetiere seien. "In so einem Salatblatt ist unheimlich viel los", sagt die Biologin. Deshalb kann sie Vegetarier manchmal nicht so richtig verstehen. Schließlich leben Kohlköpfe auch.

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