Die Heimat auf dem Stadtmusikanten-Radweg erkunden - Von Thomas Hartmann

Auf der Spur von Esel und Co.

Die Geschichte von Esel, Hund, Katze und Hahn, die auf der Flucht vor üblen Plänen der Menschen nach Bremen zogen, auf dem Weg eine Räuberbande verjagten und schließlich in deren Haus bis an ihr Lebensende blieben, ist in der Region hinreichend bekannt. Und obwohl die vier Tiere nach dem Märchen der Gebrüder Grimm nie die Hansestadt erreichten, steht dort doch ein Denkmal, das an das tierische Kleeblatt erinnert. Es soll zum Dank dafür errichtet worden sein, dass die Stadt von der Räuberplage befreit wurde. Per Fahrrad können Interessierte die vermeintliche Route des Quartetts nachfahren.

Klaus Merkle aus Kirchlinteln machte sich daran, nach Orten zu suchen, an denen die Geschichte tatsächlich hätte passiert sein können und so einen Radwanderweg entstehen zu lassen, der die von den Tieren möglicherweise eingeschlagene Route nachzeichnet. Er hat das Märchen regional umgeschrieben, geeignete Höfe und Anwesen gefunden, deren Besitzer von der Idee überzeugt und schließlich den Weg ausgeschildert. Merkle beteiligte sich mit seinem Projekt an einem Ideenwettbewerb für die Region Hohe Heide und gewann den ersten Preis. Ein Zuschuss wurde bewilligt, mit dem an den vier Haupt-Stationen Schautafeln aufgestellt wurden, die über den Ort selbst und den angenommenen Zusammenhang mit dem Grimmschen Märchen informieren. Den Start verlegte Merkle nach Stellichte. Genauer gesagt zur Obermühle. Dort könnte der Esel Grauschimmel gelebt und gearbeitet haben, bis ihm das Schleppen der Mehlsäcke zu schwer wurde und er auszog, die Freiheit zu suchen. Sein Ziel: Bremen. Schließlich hatte er von Reisenden sagen hören: "Stadtluft macht frei...“ Von dort führt der Weg zum Königshof der Familie Lackmann. Auf dem um 800 gegründeten Anwesen residierten einst die Könige, wenn sie übers Land reisten. Dass Packan aus Altersgründen dort seine Arbeit als Jagdhund nicht mehr erledigen konnte und deshalb mit dem Esel reißaus nahm, erzählt das Märchen. Radfahrer können auf dem Weg über Otersen nach Verdenermoor fahren. Auf dem dortigen Krusenhof sollen die Menschen damals wie überall im Moor unter einer Mäuseplage gelitten haben. Und wenn die Katzen ihr Pensum von fünf gefangenen Mäusen pro Tag nicht mehr schafften, so die Brüder Grimm, wurden sie in einem der Moorgräben ersäuft. Zeit für Bartputzer, der Heimat lebewohl zu sagen und mit den beiden Vagabunden zu ziehen. An Neuenförde vorbei führt der Stadtmusikanten-Radweg zum Heidehof in Ramelsen, einem Ortsteil von Kirchlinteln. Seinerzeit hatte sich dort hochherrschaftlicher Besuch angekündigt, für den ein entsprechendes Festessen organisiert werden musste. Für den Hahn Rotschopf sollte das letzte Stündlein schlagen. Doch statt in den Topf zog es ihn in die Fremde, und er vervollständigte das Quartett. Auf dem alten Handelsweg marschierten Grauschimmel, Packan, Bartputzer und Rotschopf durch die Kirchlintelner Hügelgräberheide. Der Radwanderweg geht am heutigen Waldspielplatz vorbei über Kirchlinteln nach Horst, der Endstation der Tierwanderung. Ob dort damals tatsächlich Räuber gehaust haben, die die Frachtfuhrwerke der Bremer Kaufleute überfielen, ist nicht nachzuweisen. Was die Radwanderer auf ihrer Tour neben den mit dieser Geschichte verbundenen Höfen und Orten erleben und je nach Geschmack genauer in Augenschein nehmen können? Da gibt es die St.-Georg-Christophorus-Jodokus-Kirche in Stellichte, die ehemalige von Behrsche Gutskapelle, in der Führungen angeboten werden. Außerdem ist die Besichtigung der Niedermühle in Stellichte möglich, in der heutzutage kein Getreide mehr gemahlen, sondern Strom erzeugt wird. Der Weg führt durch das Landschaftsschutzgebiet Lehrdetal mit seinen Fischottern und Eisvögeln, das Naturschutzgebiet Verdener Moor mit seinen Hochmoorresten, durch das Naturschutzgebiet Wacholderheide, über das Naturdenkmal "Historische Straße“ zwischen Kükenmoor und Kirchlinteln und das Naturschutzgebiet Hügelgräberheide. Außerdem ist ein Abstecher in das Imkermuseum Schafwinkel möglich, das nach Voranmeldung besichtigt werden kann. Für Kinder bietet sich auf dem Waldspielplatz im Kirchlinteler Forst Lindhoop Gelegenheit zum Austoben. In Kirchlinteln und in Visselhövede können Fahrräder ausgeliehen werden, Tourenleiter sind über den Tourismus-Verein Kirchlinteln zu buchen. Informationen gibt es unter www.stadtmusikanten.eu.

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