Krebsfälle in Bothel: Ministerpräsident meldet sich zu Wort - Von Stephan Voigt

Spurensuche beginnt

Bothels Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Woltmann bekam Post von Stephan Weil
 ©Rotenburger Rundschau

Nun hat Ministerpräsident Stephan Weil doch endlich geantwortet: Bothels Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Woltmann hatte sich in der vergangenen Woche kritisch über die ausbleibenden Informationen zur erhöhten Krebsrate in Bothel geäußert, nun schreibt Weil – allerdings ohne konkrete Informationen. Dafür kann Rotenburgs Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Stümpel mehr dazu sagen, wie die Untersuchungen nun weitergehen.

So habe Weil mitgeteilt, berichtet Woltmann, dass eine schnelle Untersuchung der Faktoren und Umstände, die die erhöhte Krebsrate hervorgerufen haben, „aus Sicht des Ministerpräsidenten zu den vordringlichsten Aufgaben“ zählt. Die Landesregierung unterstütze laut Weils Schreiben die zuständigen Gesundheitsbehörden im Landkreis Rotenburg bei den weiteren Untersuchungen im Umfeld der Erkrankten. Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt und das Epidemiologische Krebsregister Niedersachsen stünden dem Landkreis mit ihrem Sachverstand beratend zur Seite und brächten sich aktiv in die Planungen zum weiteren Vorgehen ein. Auch stelle das Landesbergamt alle benötigten Informationen zur Erdgasförderung in der Region zur Verfügung. Wirklich neu sind diese Informationen nicht und vage sind sie obendrein. Das sieht auch Woltmann so. Auf Rundschau-Nachfrage sagt er: „Ich würde gerne sehen, dass die Bevölkerung erfährt, wann was geschieht, und ich würde gerne einen Zeitraum haben, wann die Menschen mehr erfahren.“ Allerdings heißt es in Weils Schreiben an Woltmann auch, dass die Untersuchung des Epidemiologischen Krebsregisters „auf weitere ausgewählte Gemeinden“ ausgedehnt werden soll, in denen auch Erdöl beziehungsweise Erdgas gefördert wird. Die Formulierung „ausgewählte Gemeinden“ dürfte für Woltmann, der eine entsprechende Studie für ganz Niedersachsen gefordert hatte, nicht sehr befriedigend sein. „Das stimmt“, sagt der Samtgemeindebürgermeister und fügt hinzu: „Ich bin aber auch kein Fachmann. Wenn mir die zuständigen Stellen sagen, dass der geplante Untersuchungsumfang ausreicht, ist das gut. Die Analyse sollte aber möglichst bald in die Wege geleitet werden.“ Gesundheitsamtsleiter Stümpel kann gegenüber der Rundschau verkünden, dass die Arbeitsgruppe, die die Anfrage ans Epidemiologische Krebsregister gestellt hatte, in der nächsten Woche tagen wird. „Dann werden wir das weitere Vorgehen besprechen. Es ist völlig klar, dass weitere Untersuchungen folgen müssen. Wir werden nun darüber reden, wie das geeignete Verfahren aussieht, um an die Betroffenen heranzukommen.“ Und das könnte sich kompliziert gestalten, da das Gesundheitsamt nicht einfach beim Krebsregister nach Namen und Adressen der Betroffenen fragen kann. Wie Stümpel berichtet, muss an den Arzt herangetreten werden, der die Krebsdiagnose gestellt hatte. Der wiederum wendet sich an seinen Patienten und fragt, ob er bei der weiteren Untersuchung der Krebsfälle helfen möchte. Dabei könne es sein, dass genau der Arzt gefunden werden muss, der die Diagnose gestellt hatte. „Der kann mittlerweile ja auch ganz woanders leben und gar keinen Kontakt mehr zu seinen Botheler Patienten haben“, gibt Stümpel zu bedenken. Daher sei es eine Frage, die juristischer Klärung bedarf, ob es im Falle von Krebsdiagnosen beispielsweise im Krankenhaus auch möglich wäre, beispielsweise an den zuständigen Oberarzt heranzutreten. Da dieses Verfahren unter Umständen sehr kompliziert und zeitaufwendig wäre, werde auch überlegt, andere Wege zu beschreiten, um Kontakt zu den Betroffenen herzustellen, so Stümpel. Für ihn steht fest: „Wir denken bei der Kontaktaufnahme mit den Erkrankten nicht in Monaten, sondern in Wochen.“

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